Auf dem schönen König-Tomislav-Platz im Zentrum der Unterstadt wartet ein abwechslungsreiches musikalisches Programm unter freiem Himmel. Martina Bienenfeld, Direktorin des Tourismusverbands der Stadt Zagreb, weiß mehr:

Der Tourismusverband von Zagreb ist seit Jahren für originelle, international anerkannte Veranstaltungen, wie etwa den Zagreber Advent, bekannt. Das Zagreb Classic Festival ist die populärste Sommerveranstaltung. Welche Art von Programm bieten Sie heuer an?

Auch in diesem Jahr bietet das Zagreb Classic Festival ein erstklassiges Musikprogramm. Eröffnet wird es am 19. Juni mit einem Konzert italienischer Opernstars: Tenor Francesco Meli und Sopranistin Serena Gamberoni treten mit dem Zagreber Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Maestro Carlo Bernini auf. Während des Festivals treten außerdem das HRT-Sinfonieorchester, das Jazzorchester und das Orchester des Stadttheaters Komedija mit einem dem Broadway gewidmeten Programm auf. Ebenso wird das Zagreber Philharmonische Orchester das musikalische Märchen „Peter und der Wolf” aufführen. Ein besonderer künstlerischer Beitrag wird von Maestro Julian Rachlin geleistet, der als Dirigent und Solist auftreten wird.

Martina Bienenfeld, Direktorin des Tourismusverbandes der Stadt Zagreb
Martina Bienenfeld, Direktorin des Tourismusverbandes der Stadt Zagreb
© Sandra Šimunović/PIXSELL

Was würden Sie aus dem Programm besonders hervorheben?

In diesem Jahr feiern wir ein bedeutendes Jubiläum: 1100 Jahre kroatisches Königreich. Ich freue mich daher besonders, die Premiere des Oratoriums König Tomislav des kroatischen Komponisten Matej Meštrović ankündigen zu können. Das Werk wird am 2. Juli uraufgeführt und wird vom Orchester des Kroatischen Nationaltheaters in Zagreb sowie einem Chor aus den Vereinigten Staaten von Amerika unter der Leitung von Maestro Jonathan Griffith aufgeführt. Dies wird zugleich ein symbolischer Abschluss des Festivals sein – eine Mischung aus nationaler Geschichte und internationaler musikalischer Zusammenarbeit mit 233 Musiker:innen aus den USA und Kroatien.

Österreich feiert dieses Jahr den 200. Geburtstag des „Walzerkönigs“ Johann Strauss. Wird sich das Zagreb Classic Festival diesen Feierlichkeiten anschließen?

Ja, ich freue mich besonders über die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag des „Walzerkönigs”. In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kulturforum zeigen wir am 27. Juni die Verfilmung der Operette „Cervantes“ von Johann Strauss, die vom Theater an der Wien produziert wurde. Damit schließt sich Zagreb den europäischen Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag von Johann Strauss an und schlägt symbolisch eine kulturelle Brücke nach Wien.

Vor zwei Jahren gab es bei Ihnen eine Musicalnacht, die auf großes Interesse stieß. Planen Sie in diesem Jahr etwas Ähnliches?

Ja, das Interesse war sehr groß. Ich freue mich daher umso mehr, Ihnen mitteilen zu können, dass das Publikum auch in diesem Jahr einen Abend im Zeichen von Musicals und Tanzspektakeln genießen kann. Am 28. Juni führt das City Comedy Theatre die Broadway Dance Show auf, ein Musik- und Theaterprogramm, das von den größten Hits vom Broadway inspiriert ist. Es ist ein äußerst attraktiver Abend, der beim Zagreb Classic Premiere feiert, und ich bin überzeugt, dass er ein breites Publikum aller Generationen anziehen wird. 

Wenn Ihnen das Zagreber Nationaltheater bekannt vorkommt: Es hat die gleichen Architekten wie die Grazer Oper
Wenn Ihnen das Zagreber Nationaltheater bekannt vorkommt: Es hat die gleichen Architekten wie die Grazer Oper
© Julien Duval

Das kulturelle Angebot in Zagreb hat sich schon lange als sehr innovativ erwiesen. Besonders interessant sind die neueren Museen: darunter das Museum der zerbrochenen Beziehungen oder das 80er-Jahre-Museum. Stimmt es, dass Zagreb die höchste Museumsdichte pro Kopf hat?

Tatsächlich verfügt Zagreb über eine außergewöhnlich reiche Museumsszene und zählt, gemessen an der Anzahl der Museen pro Quadratkilometer, zu den führenden Städten Europas. Neben bedeutenden nationalen Institutionen ist die Stadt auch für eine Reihe origineller Sammlungen bekannt. Dazu zählen das Museum der zerbrochenen Beziehungen, das Museum der Illusionen, das Otto-Reisinger-Karikaturenhaus, das Schokoladenmuseum und viele andere. Sie alle bilden ein einzigartiges kulturelles Angebot, das sowohl für heimische als auch für internationale Besucher attraktiv ist.

Da es in Zagreb so viel zu erleben gibt – was würden Sie Touristen, die zum ersten Mal hierher kommen, empfehlen? Wie viele Tage brauchen sie, um die Stadt kennenzulernen?

Für eine grundlegende Einführung würde ich mindestens drei Tage empfehlen. So bleibt genug Zeit, um den historischen Stadtkern zu erkunden, erstklassige Museen und Galerien zu besuchen, durch grüne Parks zu spazieren, auf den Medvednica zu steigen und das vielfältige gastronomische Angebot zu genießen. Zagreb liegt ideal zwischen Wien und der Adria und ist nur 180 Kilometer von Graz entfernt. Das macht die Stadt zum perfekten Ziel jeder Reise durch diesen Teil Europas.