Das Land Kärnten unterstützt Pflegende mit finanziellen Hilfen, Bildungsangeboten, Beratung und der Möglichkeit, selbst einmal Pause zu machen.

Finanzielle Unterstützung

Pflege kostet Zeit, Energie und Geld. Deshalb gibt es in Kärnten verschiedene Möglichkeiten, pflegende Angehörige finanziell zu entlasten. Eine davon ist die Pflegeförderung des Landes Kärnten. Sie richtet sich an Menschen mit einem hohen Pflegebedarf, die zu Hause betreut werden.

Voraussetzungen sind der Bezug von Pflegegeld der Stufe sechs oder sieben sowie die Pflege durch im gemeinsamen Haushalt lebende nahe Angehörige. Wird der Antrag genehmigt, erhalten Betroffene monatlich 100 Euro.

Schulungen für Angehörige

Pflege ist nicht nur Fürsorge, sondern auch ein kontinuierlicher Lernprozess. Wer zu Hause betreut, steht oft vor praktischen Herausforderungen: Wie helfe ich beim Umlagern im Bett? Welche Hygienemaßnahmen sind zu beachten? Wie gehe ich mit demenzbedingten Verhaltensweisen um? In Kärnten gibt es dazu eine Vielzahl kostenloser Schulungen und Vorträge für pflegende Angehörige. Das breit gefächerte Programm, vermittelt nicht nur Fachwissen, sondern stärkt auch Sicherheit und Selbstvertrauen im Pflegealltag. Die Inhalte reichen von rechtlichen Informationen über pflegerische Grundlagen bis hin zum Umgang mit Menschen, die unter einer Demenzerkrankung leiden. Die Veranstaltungen sind niederschwellig zugänglich, praxisnah aufgebaut und bieten Gelegenheit, direkt Fragen zu stellen. Darüber hinaus helfen Stammtische und Austauschgruppen dabei, mit anderen Betroffenen in Kontakt zu treten. Im Rahmen

sorgender Stammtische für pflegende Angehörige, die regelmäßig in verschiedenen Bezirken organisiert werden, können Pflegende in geschützter Atmosphäre über ihre Erfahrungen sprechen, sich gegenseitig stärken und entlastende Tipps erhalten. Ein Pflegestammtisch ist ein Raum des Verstehens – und oft beginnt genau dort das Gefühl: Ich bin mit dieser Aufgabe nicht allein.

© Adobe Stock

Erholungspausen

Pflegende Angehörige stellen oft ihre eigenen Bedürfnisse hinten an. Doch um langfristig für andere da sein zu können, ist es entscheidend, auf sich selbst zu achten. Auszeiten sind nicht nur erlaubt, sondern notwendig. Das Land Kärnten hat deshalb das Angebot „Urlaub für pflegende Angehörige“ ins Leben gerufen. In ausgewählten Kureinrichtungen können Angehörige einige Tage zur Ruhe kommen, während ihr Familienmitglied in professioneller Betreuung bleibt. Dieses Angebot soll Erholung ermöglichen, ohne dass die Pflegeverantwortung zum Hindernis wird. Neben längeren Auszeiten gibt es auch die Möglichkeit, im Alltag stundenweise Entlastung zu erhalten. Das Angebot der mehrstündigen Betreuung richtet sich vor allem an pflegende Angehörige, die nahestehende Personen mit erhöhtem Betreuungsbedarf – etwa bei einer Demenzerkrankung – im häuslichen Umfeld begleiten. Ziel ist es, ihnen eine leistbare und verlässliche Auszeit vom fordernden Pflegealltag zu ermöglichen. Zur Verfügung stehen flexible Stundenpakete zwischen vier und zehn Stunden. In dieser Zeit übernehmen geschulte Betreuungspersonen Aufgaben wie Begleitung, Aktivierung oder Gespräche – jedoch keine pflegerischen Tätigkeiten oder Haushaltshilfe.

Beratung

Nicht immer ist auf Anhieb klar, welche Unterstützungsmöglichkeiten bestehen oder wo man sie beantragen kann. Eine zentrale Anlaufstelle ist das Gesundheits-, Pflege- und Sozialservice (GPS), das bei Fragen rund um Pflegeorganisation, finanzielle Hilfen und soziale Leistungen berät. Auch der Kontakt zu Pflegeberater:innen, die in Gemeinden und Bezirken aktiv sind, hilft, individuelle Lösungen zu finden und den oft komplexen Pflegealltag besser zu bewältigen.