Mit der Freigabe des westlichen Abschnitts der S7 in der Oststeiermark sowie der aktuellen Debatte um den dreispurigen Ausbau der A9 im Süden von Graz rücken Straßen-Infrastrukturmaßnahmen und ihre volkswirtschaftliche Wirkkraft einmal mehr in den Fokus. Das Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) hat dazu am Beispiel der S7 eine Studie durchgeführt. So haben allein die 860 Millionen Euro teuren Bauarbeiten an der Schnellstraße 560 Millionen Euro an zusätzlicher Wertschöpfung ausgelöst. Weiters wurden 250 Millionen an Steuern und Abgaben eingehoben.
Auch in der Region erwartet man sich Impulse. 42 Prozent der über 900 befragten Unternehmen halten die Straße für ihren Betrieb für wichtig, für 49 Prozent ist die bessere Erreichbarkeit entscheidend, für 37 Prozent gewinnt sogar der gesamte Bezirk als Standort an Bedeutung.
Die jüngste Bestätigung liefert die Knapp AG. Der Logistikspezialist wird im Gewerbepark an der S7 in Fürstenfeld einen neuen Standort mit bis zu 500 Mitarbeitern errichten. „Höherrangige Straßen erweisen sich als Beschäftigungs- und Wertschöpfungsmotor“, bestätigen die Studienautoren. Sie verweisen auf den Umstand, dass österreichweit rund 70 Prozent aller Beschäftigten weniger als fünf Kilometer von einer hochrangigen Straße entfernt arbeiten. In einem 20-Kilometer-Radius sind es laut einer WIFO-Analyse sogar 91,5 Prozent. Darüber hinaus erwarten sich 58 Prozent der Befragten durch die Verkehrsverlagerung auf die neue S7 eine Entlastung in den Gemeinden entlang der alten B65 und einen beschleunigten Pendlerverkehr. Davon geht man auch bei der A9 aus. Daher sei ein dreispuriger Ausbau alternativlos und werde auch von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt, wie eine Umfrage kürzlich gezeigt habe. Daher fordert WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk „eine lösungs- und sachorientierte Verkehrspolitik abseits ideologischer Scheuklappen.“