Allen konjunkturellen Herausforderungen zum Trotz kämpfen viele Unternehmen nach wie vor mit einem massiven Fach- und Arbeitskräftemangel. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des WKO-Fachkräfteradars. Dieses weist für die Steiermark aktuell 125 Mangelberufe aus, was vor allem zwei Gründe hat: Zum einen die nun – Demografie bedingt – immer stärker einsetzende Pensionierungswelle und zum anderen den zunehmenden Trend zur Teilzeitarbeit. Zweiteres ist vor allem ein weibliches Phänomen. Seit 2008 ist die Teilzeitquote bei Frauen von 41,6 auf 50,7 Prozent gestiegen. Ein enorm hoher Anteil. Den zu senken hat sich „Frau in der Wirtschaft“ zum Ziel gesetzt, so Landesvorsitzende und WKO-Steiermark-Vizepräsidentin Gabi Lechner: „Wir brauchen dringend mehr starke Frauen in den Unternehmen und diese brauchen mehr Vollzeitbeschäftigung. Zumindest, wenn wir das Thema Altersarmut ernsthaft angehen wollen.“ Denn in der Pension rächt sich für viele die Teilzeit. Vor allem, wenn der Lebensplan durch Scheidungen oder andere Schicksalsschläge durchkreuzt wird.
Laut Statistik Austria sind 18 Prozent der Frauen in Österreich ab 65 Jahren armutsgefährdet, bei Männern dagegen sind es nur 12 Prozent. „Frauen sollten sich bei der finanziellen Vorsorge keinesfalls auf ihre Partner verlassen. Wer selbstbestimmt und selbstständig sein will, muss Vollzeit arbeiten – und die Wirtschaft braucht diese weiblichen Fachkräfte“, betont Lechner. Ein Haupthindernis dabei ist oft die fehlende Kinderbetreuung. „Wir fordern hier seit Jahren einen flächendeckenden Ausbau. Umso mehr freut es mich, dass die Bundesregierung auf unser Drängen hin ein milliardenschweres Maßnahmenpaket für die nächsten Jahre angekündigt hat“, betont Lechner. Dieses gelte es nun so rasch wie möglich umzusetzen.