Dramatischer Beethoven
Wer einen klassischen Jahresausklang bevorzugt, der sei herzlich zu den Konzerten der Wiener Symphoniker eingeladen, die mit der Wiener Singakademie und einem erstklassigen Sänger:innencast Beethovens Neunte interpretieren.
Die Aufführungen von Beethovens 9. Symphonie, die die Wiener Symphoniker und die Wiener Singakademie traditionell zum Jahreswechsel gestalten, stehen erstmals unter der Leitung von Omer Meir Wellber. Das Auftreten des Musikdirektors der Volksoper Wien, der seine Wirkungsstätte nach nur kurzer Amtszeit schon bald in Richtung Hamburg verlassen wird, um die Nachfolge Kent Naganos an der dortigen Staatsoper anzutreten, verheißt wohl eine dramatische Interpretation, und auch die hochkarätigen Solist:innen sind überwiegend von der Opernbühne her bekannt: Die norwegische Sopranistin Mari Eriksmoen ist dem hiesigen Publikum vor allem durch gefeierte Auftritte in Mozart- und Strauss-Rollen im Theater an der Wien ein Begriff. Die kanadische Mezzosopranistin Wallis Giunta, die auch als Schauspielerin arbeitet, war 2018 „Young Singer of the Year“ bei den International Opera Awards. Ihr vielseitiger Landsmann Michael Schade muss, seit er in den 1990er-Jahren als führender Mozart-Tenor hervortrat, ohnehin niemandem mehr vorgestellt werden, während der Bass Franz-Josef Selig insbesondere als Wagner-Interpret hervorgetreten ist.
Rauschende Party
Klassisch soll es schon sein und auch virtuos, aber zugleich improvisatorisch, die Genregrenzen überschreitend und mit einer Prise Csárdás, Jazz, Latin, Pop, in jedem Falle ungewöhnlich gewürzt? Dann dürfen Sie sich die Silvester-Gala mit dem großen „Mulatság“ des Janoska Ensembles nicht entgehen lassen.
Mulatság ist das ungarische Wort für Fest, und was Janoska bedeutet, hat sich ebenfalls bereits herumgesprochen: mitreißende Musik aus allen Stil-Richtungen und musikalische Improvisation auf höchstem Niveau. Bereits am Silvesterabend des Jahres 2017 gestaltete das Janoska Ensemble im Wiener Konzerthaus eine rauschende Party mit dem Titel „The Big Mulatság“. Mit hochkarätigen Gästen aus den verschiedensten Richtungen feierten die Janoskas denn auch die damalige Nacht, und Ähnliches ist auch jetzt wieder zu erwarten, wenn sie unter dem Titel „The Big Mulatság Reloaded“ eine Neuauflage planen. Als Gäste stehen bisher der Starbariton Thomas Hampson und Volksopern-Musikdirektor Omer Meir Wellber fest: Der Dirigent, der zuvor die traditionelle Silvesteraufführung von Beethovens Neunter leitet, tritt hier als Akkordeonist auf.
Wienerisch schwungvoll
Sie mögen es Wienerisch und im Dreivierteltakt? Dann sei Ihnen das Strauss Festival Orchester Wien ans Herz gelegt, mit dem es „Mit Dampf ins neue Jahr“ geht.
Ganz wienerisch und im walzerseligen Dreivierteltakt, aber mit viel Tempo bietet das Strauss Festival Orchester Wien mit Walzern und Polkas der Komponistenbrüder Johann, Josef und Eduard Strauß eine schwungvolle Einstimmung auf den Jahreswechsel, der doch immer schneller kommt als gedacht. Stücke wie der Walzer „Accelerationen“ op. 234, die „Express-Polka“ op. 311 und die „Sekunden-Polka“ op. 258 von Johann Strauß, der Polka „Vélocipède“ op. 259 von Josef Strauß und die Polka „Mit Dampf“ von Eduard Strauß dürfen bei einem solchen Programm natürlich nicht fehlen.
Als internationaler musikalischer Botschafter des Wiener Walzers garantiert das Strauss Festival Orchester Wien seit 40 Jahren echt wienerische Musikerlebnisse mit unverfälschtem Klang und reichlich Charme. Geleitet wird es an diesem Abend von seinem Ersten Gastdirigenten Willy Büchler, langjähriges Mitglied des Eos-Quartetts und Konzertmeister der Wiener Symphoniker, in der Tradition von Johann Strauß mit der Geige in der Hand.
Wienerischer geht’s nicht
Es darf Wienerisch und mit viel Schmäh gespickt sein? Dann gedenken Sie unter anderem mit Karl Markovics und Bela Koreny des Kabarettisten Gerhard Bronner und des „Taubenvergifters“ Georg Kreisler.
Wer es in guter alter Wiener Tradition mit viel Schmäh, aber auch gern etwas morbide mag, für die oder den trifft dieses Konzert mit Lesung mit Sicherheit den richtigen Ton. Mit beliebten Klassikern wie „Der g’schupfte Ferdl“ und „Tauben vergiften“ gedenken die österreichischen Schauspieler:innen und Sänger:innen Katharina Straßer, Ethel Merhaut, Katharina Stemberger, Wolf Bachofner und Karl Markovics der Wiener Kultmusiker und -kabarettisten Gerhard Bronner und Georg Kreisler, die heuer beide ihren 101. Geburtstag gefeiert hätten. Am Klavier begleitet werden sie dabei vom Pianisten und Komponisten Bela Koreny, dem Ideengeber des Programms. Schwarzer, tiefsinniger Humor und reichlich Sprachwitz sind an diesem Abend garantiert!
Winterreise mit den Strottern und der Musicbanda Franui
Musikantisch geht es zu, wenn die Musicbanda Franui & Die Strottern sich zu einer zeitgemäßen Schubertiade zusammenfinden.
Was geschieht, wenn sich eine Osttiroler und eine Wiener Musiker:innengruppe auf Rügen treffen? So trug es sich vor einigen Jahren im Winter zu: Die Innervillgratener Musicbanda Franui, das „Umspannwerk zwischen Klassik, Volksmusik, Jazz und zeitgenössischer Kammermusik“, und das Wienerlied-Duo Klemens Lendl und David Müller aka „Die Strottern“ haben sich dabei musikalisch gefunden: Zwei Wochen lang wurde auf Rügen musiziert; dabei entdeckten die zwei Ensembles einen starken gemeinsamen Nenner: ihre Vorliebe für die Musik Franz Schuberts. „So muss das geklungen haben, wenn der Schubert seinen Freunden vom Land die Winterreise vorgesungen hat!“, lautete der enthusiastische Befund – und schon war die Idee des Projektes „Franzensfeste“ geboren, der viele kurzweilige, amüsante und auch ein bisschen sentimentale Konzertabende folgen sollten.
Auf den Spuren des Kunstpfeifens
Sie pfeifen auf die hohe Kunst? Dann ist der „Abpfiff 2023“ des Kunstpfeifers Nikolaus Habjan das Richtige für Sie.
Die Bühne ist sein Leben: Nikolaus Habjan ist ein Naturtalent, wenn er die „Bretter, die die Welt bedeuten“, betritt. Ob als Puppenspieler, Kunstpfeifer oder auch Conférencier: Der 1987 geborene Grazer, der auch als Regisseur von sich reden machte, übernimmt auf der Bühne zur Freude des Publikums mit Elan das Ruder. Kurz bevor sich das Jahr seinem Ende zuneigt, schwingt sich Habjan mit seinen Pfeifkünsten in luftige Höhen empor: Zum „Abpfiff 2023“ gibt er schwindelerregende Koloraturen aus Arien von u. a. Händel, Mozart und Verdi zum Besten. Doch nicht nur seine Pfeifkünste, die nahtlos an die Tradition des Kunstpfeifens von Baron Jean im 19. Jahrhundert anschließen, sorgen für Hochstimmung im Publikum: Habjan ist auch ein begnadeter Conférencier.
Mehr Infos: konzerthaus.at/silvester