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Stadt oder Land? Ab in die goldene Mitte!

Von Frohnleiten bis Zwaring wachsen und gedeihen die Gemeinden rund um die steirische Landeshauptstadt. Sechs Immobilienexperten im Gespräch über das Wohnen in Graz-Umgebung.

Frohnleiten
Hier lässt es sich gut leben: Frohnleiten gehört zwar zu den Randgemeinden des Bezirks, ist aber durch S-Bahn und Schnellstraße gut an die Landeshauptstadt angebunden © Reinhart Nunner
 

Wo wohnt es sich am schönsten im steirischen Bezirk mit der höchsten Einwohnerzahl nach Graz? Die sechs steirischen Immobilienprofis finden beim Themenabend keine einhellige Antwort, denn Graz-Umgebung glänzt durch bunte Vielfalt. Doch persönliche Vorlieben gibt es freilich.

Michaela Rettenbacher, s REAL: „Es gibt in jeder Gemeinde schöne Grundstücke. Mir gefällt im Norden Gratwein-Straßengel besonders gut und im Süden Gedersberg.“ Alois Marchel, RE/MAX, zieht es in eine ähnliche Richtung: „Mir liegt der Westen wie Steinberg und Haselsdorf. Besonders St. Oswald bei Plankenwarth hat Potenzial, hier gibt es sehr schöne Lagen, nicht weit von Graz entfernt.“ Auch Richard Böhm, s REAL, sucht die Nähe zur Landeshauptstadt: „Raaba-Grambach wäre meine Wahl und auch die vieler Kunden, der Speckgürtel südlich von Graz ist sehr gefragt.“

Die Pfarrkirche Tobelbad liegt in einer der bei Immobiliensuchenden gefragtesten Gegenden Foto © KK

Manfred Kainz, immo.st, bevorzugt ebenfalls die südlicheren Lagen: „Premstätten und Seiersberg sind meiner Meinung nach perfekte Wohngemeinden, mit dem Norden des Bezirks habe ich mich nie so stark auseinandergesetzt.“ Tatsächlich scheint es eine deutliche Grenze zwischen den nördlichen und den südlichen Gemeinden des Bezirks zu geben. Margot Clement, RE/MAX: „Das ist durchaus auch emotional besetzt. Jemand, der im Süden von Graz sucht, würde nicht in den Norden gehen und umgekehrt, da sind die Meinungen oft sehr stark ausgeprägt.“

Aber auch praktische Überlegungen spielen natürlich eine Rolle, bestätigt Alois Marchel, RE/MAX: „Ganz wichtig ist die Lage des Arbeitsplatzes und die damit verbundene Fahrzeit. Es kann einen großen Unterschied machen, ob man in Graz-Nord oder Graz-Süd arbeitet.“ Manfred Kainz bestätigt: „In Österreich ist das Pendlerverhalten relativ eingeschränkt. Alles was über 45 Minuten hinausgeht, ist schon eher die Ausnahme.“ Im Großen und Ganzen boomt jedoch eher der Süden. Christian Krainer, ÖWG Wohnbau: „Den Großraum Graz kann man sich von der Besiedlung her wie einen Wassertropfen vorstellen. Im Süden breitet sich die Bevölkerung aus, und das immer weiter. Schlussendlich wird die Bebauung wohl bis Leibnitz relativ nahtlos sein.“ Dem kann Margot Clement nur zustimmen: „Das sieht man auch am Grundstücksmarkt, da kommt nach Graz-Umgebung gleich der Bezirk Leibnitz, was das Wachstum angeht.“

Preisspiegel Region Graz-Umgebung Süd

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Wohnen aus zweiter Hand

Grundstücke und das damit verbundene eigene Häuschen im Grünen sind nach wie vor das Hauptthema in Graz-Umgebung. Michaela Rettenbacher: „Viele denken sich: Warum soll ich mir eine Wohnung nehmen, wenn ich fast um den gleichen Preis ein Haus bekomme? Durch die hohen Baukosten liegen die Neubauwohnungen im Bezirk bei mindestens 2400 Euro pro Quadratmeter.“ Eine echte Alternative stellt allerdings für Preisbewusste die Gebrauchtwohnung dar, stellt Richard Böhm fest: „Das Preisgefälle zwischen gebrauchten Wohnungen und Neubau ist im Grazer Umland stark. In Wundschuh habe ich kürzlich eine 90-Quadratmeter-Wohnung um 150.000 Euro verkauft, und die war tipptopp für ihr Alter.“

Seit dem 13. Jahrhundert eine Sehenswürdigkeit im Bezirk Graz-Umgebung: die Burg Plankenwarth Foto © KK

Besonders beliebt ist das gebrauchte Haus, weiß Margot Clement: „Gebrauchte Häuser sind sehr, sehr gefragt. Da könnten wir wohl das Zehnfache an dem verkaufen, was es an tatsächlichem Angebot auf dem Markt gibt.“ Alois Marchel: „Man muss aber bedenken, dass Wohnungen und Häuser aus den 1960er- und 1970er-Jahre schalltechnisch, wärmetechnisch und vom Komfort her überhaupt nicht mehr zeitgemäß sind. Wer Wert darauf legt, modern zu wohnen, gibt auch entsprechend mehr Geld aus.“

Das Geldausgeben für Eigentum beginnt oft erst im mittleren Alter, stellt Christian Krainer fest: „Die reine Mietwohnung ist die klassische Startwohnung für unverheiratete Pärchen, danach geht es bei unseren Kunden in Richtung Mietkauf und interessiert an Eigentumswohnungen ist dann das gutsituierte Klientel um die 45 Jahre.“ Nach wie vor sind Häuslbauer in Graz-Umgebung zu finden, aber es wird anders gebaut, als noch vor 20 Jahren. Manfred Kainz: „Das klassische Bauen am Wochenende und im Urlaub mit Freunden und Verwandten, das gibt es nicht mehr. Die Familien sind ja auch kleiner geworden.“

Und auch die Wohnflächen sind geschrumpft, weiß Michaela Rettenbacher: „Fertighäuser haben nur mehr um die 130 Quadratmeter Wohnfläche, oft auch nur 105, das ist einfach leistbarer. Wer allerdings selber baut, baut eher 150 bis 200 Quadratmeter groß und dann auch massiv. Aber die kleineren Fertighäuser nehmen vergleichsweise zu, auch die Reihenhäuser.“ Manfred Kainz kann aus Erfahrung sprechen: „Wir haben kürzlich in Wundschuh ein Grundstück gekauft und werden kleine Mehrparteienhäuser mit drei Zweiereinheiten bauen. Das Projekt bewerben wir nicht und trotzdem ist so gut wie alles verkauft. Das ist aktuell einfach etwas Stimmiges, das gut funktioniert.“ Margot Clement: „Mit einem Reihenhaus hat man ein bisschen Grünraum, aber nicht so viel, dass die Gartenarbeit ins Gewicht fallen würde, das kommt gut an.“
Kleines Freizeitparadies im Süden von Graz: die Schwarzlseen in Premstätten Foto © Jürgen Fuchs

Der Trend zum Reihenhaus wird sich in Zukunft wohl noch verstärken, denn: „In Graz-Umgebung haben wir jetzt schon ein massives Bauplatzproblem. In Zukunft werden die Preise wohl ansteigen, damit die Grundstücke kleiner und die Baudichte vielleicht etwas höher“, prognostiziert Alois Marchel. Manfred Kainz: „Die Kernzonen der Orte müssen in Zukunft weiter verdichtet werden. Der Grazer Speckgürtel hat jetzt schon gelernt, mit dem Zuzug umzugehen und entsprechend zu verdichten.“ Richard Böhm: „Es wäre auch einfach verantwortungslos, immer weiter in die Fläche zu gehen.“ Kernzonen zu stärken würde den atWünschen der Immobilienkunden entgegenkommen, denn Top-Infrastruktur vom Supermarkt bis zur S-Bahn-Anbindung ist gefragt.

Auf einen Blick

Eine Auswahl der besten Adressen für die Suche nach Häusern, Wohnungen und Grundstücken im Bezirk Graz-Umgebung:
www.immo.st
www.remax.at
www.sreal.at
www.oewg.at

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