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WOHNPORTRÄTRaum für Muße und Muse

Im Hinterhaus des Grazer Schauspielhauses bietet ein ausgebauter Dachboden Raum für zehn Gästewohnungen.

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Von außen verrät das Haus am Grazer Freiheitsplatz natürlich nicht, was es beheimatet. Der einzige potenzielle Hinweis – die Gegensprechanlage – ist nämlich nicht einsehbar. Schade, dass Spaziergänger nicht in den Genuss des Lesens kommen, denn glaubt man der Türklingel, lebt hier die Crème de la Crème der österreichischen Theaterliteratur. Ingeborg Bachmann neben Ferdinand Raimund, Franz Grillparzer eine Etage unter Thomas Bernhard.

Die Realität ist, dass hier im Hinterhaus des Schauspielhauses nach einer Dachbodensanierung zehn Kleinwohnungen, drei Büros und ein neuer Proberaum entstanden sind. Die Wohnungen stehen den Theatergästen für ihren Arbeitsaufenthalt zur Verfügung. Schauspieler, Regisseure oder Musiker, die für den Zeitraum einer Produktion, etwa sechs bis acht Wochen, hier leben.

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Von Nestroy bis Jonke: Gästewohnungen am Theater

Im Hinterhaus des Grazer Schauspielhauses sind nach einer Dachbodensanierung zehn Kleinwohnungen, drei Büros und ein neuer Proberaum entstanden. Die Wohnungen stehen den Theatergästen für ihren Arbeitsaufenthalt zur Verfügung.

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Die Einrichtung ist neutral, sodass jeder damit leben kann. Ikea- Möbel ergänzen Theaterrequisiten, wer es persönlicher mag, kauft Blumen.

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Alle neue entstandenen Theaterwohnungen im Hinterhaus verfügen über eine eigene Küchenzeile vom Tischler.

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Kunstvolle Titel für künstlerisches Personal: Die Wohnungen des Grazer Schauspielhauses hören auf Namen berühmter Autoren.

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Christiane Roßbach, hier im „Talisman“ von Nestroy, lebt zurzeit in der Wohnung "Jonke" und spielt ab Februar in „Bernarda Albas Haus“.

Lupi Spuma

Die Wohnung ist zwar nur 25 Quadratmeter groß, aber durch den überragenden Blick auf den Schloßberg überaus beliebt.

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Glaubt man der Türklingel, lebt hier die Crème de la Crème der österreichischen Theaterliteratur. Ingeborg Bachmann neben Ferdinand Raimund, Franz Grillparzer eine Etage unter Thomas Bernhard.

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Familienfreundlich zu sein, ist auf jeden Fall ein Anspruch. Das bedeutet auch, zusätzliche Schlafstätten für Babys und Kleinkinder zu bieten.

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Gänge, die an ein Labyrinth erinnern, findet man häufig an Theatern. Die Flure der Gästewohnungen im Hinterhaus sind klar strukturiert.

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Wie die Schauspielerin Christiane Roßbach, die bereits zum wiederholten Mal in Graz gastiert. Diesmal hat sie die Wohnung „Jonke – benannt nach dem Kärntner Schriftsteller Gert Jonke – bezogen. Zwar nur 25 Quadratmeter groß, aber durch den überragenden Blick auf den Schloßberg überaus beliebt. „Der kurze Weg zur Arbeit ist ein Vorteil, da bleibt mehr Zeit fürs Wesentliche“, meint sie. Textlernen zum Beispiel, man ist schließlich zum Arbeiten hier. Trotzdem kommt auch ein gewisses WG-Gefühl auf, schließlich teilen sich die Bewohner der Kleinwohnungen nicht nur viele Wände – „dick genug, dass man nicht gestört wird, und dünn genug, um sich nicht einsam zu fühlen“ –, sondern auch eine Waschmaschine am Gang.

Das Projekt

Insgesamt drei Jahre hat der Umbau des Hinterhauses des Grazer Schauspielhauses von der Planung bis zur Fertigstellung gedauert.
Entstanden sind drei Büros, zehn Gästewohnungen und ein Proberaum. Der Umbau wurde realisiert von der Kamper ZT KG, als Architekt steht Klaus Sorré hinter dem Projekt.

„Es lebt sich recht autark“, so Roßbach, Besuch ist gern gesehen, vor allem, wenn es sich um Familienangehörige handelt. Um das zu unterstreichen, haben die Verantwortlichen auch Gitterbetten angeschafft, ein recht moderner Schritt im sonst eher familienunfreundlichen Theaterleben.

Die übrige Einrichtung der Wohnungen ist neutral. Ikea-Betten treffen auf Restbestände alter Produktionen, wie die Sitzbank in der Wohnung „Bachmann“, die nach unzähligen Malen auf der Bühne hier neu gepolstert ihr Für-immer-Zuhause gefunden hat. „Außer einem Toaster fehlt hier nichts“, lässt Christiane Roßbach einen Wunsch anklingen. „Und das Gefühl von studentischem Zusammenleben hält jung!“

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