Um etwas Neues beginnen zu können, muss man erst einmal loslassen können, sich von liebgewonnenen Dingen und Gewohnheiten trennen. Susanne Strauß-Stastny weiß das. "Und es ist nicht leicht", gibt sie zu bedenken. Die letzten Siedelkartons sind erst dieser Tage aus ihrem neuen Haus in Tattendorf bei Wien verschwunden, obwohl sie schon seit mehr als einem Jahr darin lebt. "Aber bis zum Hausbau haben mein Mann und ich in zwei getrennten Haushalten gelebt. Da hatte jeder an die 100 Quadratmeter Wohnfläche nur für sich, wenn auch nur in Miete. Und wir sind beide doch schon über 50." Jetzt teilen sie sich 95 Quadratmeter.

Architekt gewünscht. Dass sich die beiden dabei nicht gegenseitig auf die Zehen steigen, sogar jeder seinen privaten Rückzugsbereich hat und die 5000 Langspielplatten des Hausherrn ebenso gut Platz haben wie die zahlreichen Kunstbücher und Reisesouvenirs der Hausherrin, ist die Leistung eines Architekten. "Ein Haus von der Stange wollten wir nicht, gleichzeitig hatten wir aber auch nur ein sehr knappes Budget", erklärt Strauß-Stastny die Grundsatzentscheidung, mit einem Architekten zu bauen. Mit Harald Saiko fiel die Wahl dabei auf einen Freund der Familie, der von Anfang an das volle Vertrauen der Auftraggeber hatte.