KARL PLOBERGER PRÄSENTIERTRosen für die Bienen

Der Trend geht bei der Königin der Blumen zu ungefüllten Blüten - den bedürftigen Insekten zuliebe. Fünf Tipps, wie Sie Rosen richtig pflegen - und welche Sorten den Bienen am besten schmecken.

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Heuer ist im Rosenbeet in jeder Hinsicht alles anders: Trotz des verlängerten Winters startet die Rosenblüte nach den plötzlichen Sommertemperaturen in vielen Gegenden bereits jetzt. Dort, wo in Gärten, Parks oder auf Terrassen Neupflanzungen geplant sind, geben einfache, also ungefüllte Rosen wieder den Ton an. Der Grund dafür: In den prächtigen, prall gefüllten Exemplaren sind die Staubgefäße zu Blütenblättern umgebildet worden, solche Züchtungen sind für Bienen die reinste Hungerwüste.

Ungefüllte Rosen hingegen geben eine perfekte Futterstelle für die Insektenwelt ab. Die einfachen Schönheiten haben noch einen anderen Vorzug: Die historischen Rosen beziehungsweise die Wildrosen tragen im Herbst einen wunderbaren Hagebuttenschmuck.

Fünf Tipps, wie Sie Rosen richtig pflanzen und pflegen:

1. Ein sonniger Platz ist der ideale Standort. Stehende Luft tut Rosen nicht gut und verursacht Krankheiten wie Mehltau und Sternrußtau. Rosen im Topf können auch jetzt - voll blühend - verpflanzt werden. Den Wurzelballen aber nicht aufreißen und die Veredelungsstelle gut eine Hand breit unter die Erde setzen.

2. Lehmiger Boden wird von den Rosen geschätzt. Keinesfalls sollte die Pflanzerde Torf enthalten. Den Boden tiefgründig lockern, mit Kompost und Sand mischen und Hornspäne einarbeiten.

3. Den Platz wechseln, also niemals Rosen dort setzen, wo zuvor Rosen wuchsen, denn sie sind selbstunverträglich. Die sogenannte Bodenmüdigkeit tritt bei Nachpflanzungen meist nach einem Jahr auf. Mindestens fünf, besser sieben Jahre sollte Pause sein, ist das gar nicht möglich, muss die Erde wirklich großzügig ausgetauscht werden.

4. Keine Panik vor Schädlingen und Krankheiten, es gibt wenig Probleme, wenn rechtzeitig vorgebeugt wird. Die Rosenstöcke mehrmals mit Schachtelhalmextrakt kombiniert mit effektiven Mikroorganismen übersprühen, bei Mehltaugefahr noch einen Teelöffel Backpulver dazugeben. Schädlingen rückt man mit Schmierseifenwasser zu Leibe.

5. Der richtige Schnitt ist entscheidend. Viele bienenfreundliche Rosen sind einmal blühend, daher werden sie nicht geschnitten, denn sie tragen im Herbst Hagebutten. Mehrmals blühende Rosen werden auf ein vollständiges Blatt (eines mit fünf Teilblättern) zurückgeschnitten. Dabei darauf achtgeben, dass der künftige Trieb nach außen wächst.

 

Auf diese Sorten fliegen die Insekten

Rosa gallica „Versicolor“ gehört zu den Strauchrosen. Ihre dunkelrosa, weiß gestreiften und extrem gut duftenden Blüten schmücken einige Wochen lang den Strauch, der gut 1,20 Meter hoch wird.

Bienenweiden-Rosen vom Züchter Tantau sind seit einigen Jahren auf dem Markt. Hier finden die Insekten zwar keinen Nektar, dafür aber viele Pollen. Diese Rosen gibt es in Rot, Weiß, Gelb und in Farbnuancen.

Souvenir du DocteurJamain hat samtige, karmesin- bis purpurrote, leicht gefüllte Blüten, die besonders stark duften.

Feuerwerk ist eine „junge“ Rose, die halbgefüllten Blüten sind zuerst orangerot, im Verblühen werden sie karminrot. Ihr Duft ist leicht fruchtig.

Rosa chinensis „Mutabilis“ ist eine Besonderheit und ein Magnet für Bienen. Die einfachen Blüten zeigen sich goldgelb, verfärben sich dann aber rosarot und später karminrot.

Red Meidiland, eine Bodendeckerrose, gilt als extrem robust und pflegeleicht. Mit ihren dunkelroten Blüten, die in der Mitte weiß sind und besonders viele Staubgefäße zeigen, ist sie eine ideale Nektar-Tankstelle.

Paul's Himalayan Musk ist eine stark wachsende und sehr begehrte Ramblerrose, rosarot, duftend und bienenfreundlich.

Phyllis Bide, eine historische Kletterrose, hat lachsrosa- hellgelbe, halbgefüllte Blüten mit einem entzückenden gerüschten Rand. Die rotbraunen Hagebutten sind bei Vögeln begehrt.

 

 

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