DAS TIER DES JAHRES 2018 WIRD LANGSAM MUNTERSo wird der Garten zum Igelparadies

Der Igel wurde vom Naturschutzbund zum Tier des Jahres 2018 gewählt. Dass er der Liebling der meisten Gärtner ist, hat wohl auch damit zu tun, dass Schnecken und verschiedene Insekten von seinem Speiseplan nicht wegzudenken sind. Die Experten von "Natur im Garten" verraten, wie Sie dem Igel ein gutes Quartier verschaffen können.

© M. Wenighofer
 

Ab Ende Oktober/Anfang November verkriecht er sich zum Winterschlaf. Im April wird er langsam wieder munter. "Wer ganz sicher sein will, ob sein Gartengast noch schläft, klebt ein WC-Papiersiegel über den Eingang des Igelnests", verrät Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“, einen simplen Trick, fügt aber gleich hinzu: "Lassen Sie die Tiere bis zum Verlassen ungestört, denn jedes Aufwachen kostet sie viel Kraft!“

Kleine Igel-Kunde

Nachtaktiv. Igel riechen und hören sehr gut, sehen ist nicht ihre Stärke. Daher sind Igel vorwiegend nachts unterwegs.

Pfffff. Geruch- und Gehörsinn helfen dem Tier, weithin hörbar, bei der Orientierung. So hört man einen Igel meist, bevor man ihn sieht.

Paarungszeit. Igel interessieren sich mit etwa zwei Jahren fürs andere Geschlecht, insbesondere zur Paarungszeit von April bis August. Je nach Bedingungen gibt es zweimal pro Jahr vier bis sieben Igelbabys.

Alter. Schon drei Wochen nach der Geburt starten Igel erste Streifzüge und es gibt erstmals feste Nahrung. Mit sechs Wochen sind die Jungen dann auf sich alleine gestellt und entdecken die Gartenwelt für sich. Wenn alles gut geht, wird ein Igel meist vier Jahre alt.

"Ein ,wildes Eck' hilft dem Igel bei der Suche nach Nahrung, Nistmaterial oder einem Schlafplatz. Als Bewohner reichstrukturierter und kleinräumiger Landschaften sind nahrungsreiche Hecken oder Blumenwiesen, Gebüsche mit dichtem Unterwuchs, aber auch offene Flächen in naturnahen Gärten, Bäche und Waldränder für Igel lebensnotwendig", erklärt Batakovic. Hier finden sie, was sie zum Leben brauchen: Schlafplätze und Nahrung. Als Insektenfresser stehen neben Käfern und anderen Insekten Würmer, Raupen und Schnecken auf ihrem Speiseplan. Je nach Angebot fressen Igel aber auch Aas, Eier oder Fallobst, allerdings nicht als Hauptnahrung. „Igel sind standorttreu, was bedeutet, wenn möglich, bleiben sie im Laufe ihres Lebens im selben Gebiet. Reisig-, Laub- oder lockere Steinhaufen, Plätze unter Gartenhütten und Baumwurzeln oder ein hohler Stammabschnitt in einem ungestörten Garteneck bieten im Sommer ein sicheres Tagesversteck," sagt die Expertin.

Bitte viel Natur!

Mit kurzgeschnittenem Zierrasen und naturfernen Nadelgehölzpflanzungen finden sich die stacheligen Gesellen nicht zurecht. Insbesondere die Verwendung von chemisch-synthetischen Pestiziden, wie Schneckengift, wirkt sich negativ auf den Igelbestand aus, weil die Giftstoffe sich in der Nahrungskette anreichern. Auch niedrig gesetzte Maschendrahtzäune können ihm, ebenso wie Pappbecher mit süßen Saftresten - im wahrsten Sinne des Wortes - zum Verhängnis werden. Teiche mit steilen Kanten lassen sich hingegen leicht durch innenliegende Blumenkästen mit Wasser- und Sumpfpflanzen entschärfen. Zu den wenigen Fressfeinden gehören Uhu, Fuchs und Dachs. Im Siedlungsgebiet kaum bedrohlich, lauern hier andere Gefahren, wie Autos, gegen die das Einrollen einfach nicht wirkt.

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