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Schlechte AussichtenÖsterreichs Hotels verlieren von Mai bis Oktober 2,2 Milliarden Euro Umsatz

Bisherige Entwicklung entspricht dank starkem August dem besten Szenario vom April. Nun aber "alarmierende Umsatzrückgänge" zu erwarten.

THEMENBILD: WINTERTOURISMUS / WINTERSPORT
© APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die Österreichische Hotellerie wird von Mai bis Oktober 2020 rund 2,2 Milliarden Euro an Umsatz verlieren, schätzt die Prodinger Tourismusberatung. Die Entwicklung bis August habe dem positivsten Szenario vom April entsprochen mit einem Nächtigungsminus von einem Drittel und einem Umsatzminus bis Juli von 44 Prozent. Für die kommenden Monate sei aber angesichts anhaltender Reisewarnungen ein schlechteres Szenario realistisch.

Keine Erholung zu erwarten

Prodinger hat im Auftrag der WKÖ Szenarien berechnet. Die Studienautoren Thomas Reisenzahn und Marco Riederer von der Prodinger Beratungsgesellschaft gehen davon aus, dass im Winter 2020/21 keine Erholung zu erwarten ist. So dürfte das Geschäft mit den Auslandsgästen im schlimmsten Fall um 45 Prozent unter dem Nächtigungsniveau der Saison 2018/19 liegen. Sollten im Jänner 2021 Lockerungsschritte kommen, dann werde der Nächtigungsrückgang zwar nicht ganz so drastisch ausfallen, dennoch sei mit einer massiv verschärften Rezession zu rechnen.

Vorkrisenniveau erst 2023 bis 2025

Im optimistischsten Fall "verflüchtigt sich der aktuelle Anstieg an Coronafällen und es kehrt, den Umständen entsprechend, wieder 'Normalität' ein", so die Autoren in einer Aussendung. Aber selbst wenn die Grenzen weitgehend offen bleiben und Reisewarnungen ausbleiben würde das Auslandsgeschäft 2022 nur 70 Prozent des Wertes von 2019 erreichen. Der Binnentourismus würde sich bis 2022 stabilisieren. Selbst unter so optimistischen Annahmen wäre die Rückkehr zum Vorkrisenniveau erst zwischen 2023 und 2025 zu erwarten.

Selbst unter positiven Annahmen geht Prodinger davon aus, dass im Winter 2020/21 nur 66 Millionen Nächtigungen verbucht werden, nach 73 Millionen im Winter 2018/19. Im mittleren Szenario wären es heuer 60,5 Millionen Nächtigungen, im schlechtesten Fall nur 44,7 Millionen. Das allerdings würde einen weiteren Einkommensverlust von einem Drittel bedeuten und wäre betriebswirtschaftlich nicht zu verkraften.

Für die Analyse hat Prodinger Tourismusberater das Beherbergungswesen mit 16.000 Unternehmen und 120.670 Beschäftigten herangezogen.

 

Kommentare (3)

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dude
1
8
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Was um Himmels willen macht die Wirtschaftskammer?

Eine Unternehmesvertretung sollte zumindest Zweckoptimismus verbreiten! Was hier mit dieser Studie ausgelöst wird ist Panikmache in Reinkultur! Und wieviele dieser sogenannten Tourismusexperten und -berater haben die Sommersaison 2020 tot gesagt? Natürlich gibt es den sehr bedeutenden Städtetourismus, der zur Zeit massiv leidet und der dieses miese Gesamtergebnis bewirkt hat. Aber es gibt nicht wenige ländliche Tourismusregionen, die heuer die Saison aller Saisonen hatten, bzw. noch immer haben.
Ich tippe darauf, dass auch die Wintersaison gut wird. Sie wird definitiv "anders" werden, aber die Menschen haben Lust auf Urlaub und Erholung. Sie werden froh sein, aus den überfüllten Städten herauszukommen und "Winterfrische" am Land zu erleben. Ich tippe auch auf eine Renaissance der kleinen Wintersportorte!
Im März sehen wir weiter...

Peterkarl Moscher
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2
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Wahrheit tut weh !

Früher hatten wir die Handelskammer und die hätte "gehandelt"; heute haben wir eine Wirtschaftskammer die
schon jahrelang "verwirtschaftet" . Ein reiner Versorgungs-
betrieb für schwarze Unternehmer .

Nixalsverdruss
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4
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Das ist bei einer ...

... Eigenkapitalquote von unter 10 % im Durchschnitt wirklich sehr bitter - vor allem für die Banken, die um Ihre Darlehen bangen müssen...