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In ländlichen GebietenWie Händler und Wirte fehlende Bankomaten ersetzen sollen

Strategischer Vertrag von Gemeindebund und Mastercard: Einzelhändler und Wirte in kleinen Gemeinden sollen dafür gewonnen werden, fehlende Bankomaten auf dem Land zu ersetzen.

© (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
 

Bargeldabhebungen an Supermarktkassen sind bei den Handelsketten auch in Österreich schon länger möglich. Jetzt sollen Einzelhändler und Wirte in kleinen Gemeinden dafür gewonnen werden, fehlende Bankomaten auf dem Land zu ersetzen. Der Gemeindebund schreibt dazu ab heute Bürgermeister von gut 2.000 Gemeinden an, Gastronomie- und Händler-Fachverbände der Wirtschaftskammer Österreich tun das Ihrige.

Der Plan: Wer im Ort einkauft oder im Gasthaus isst oder trinkt, soll dort - sofern der Händler oder Wirt Plastikgeld akzeptiert -, mit seiner "Bankomatkarte" (Maestro Card oder Debit Mastercard) auch gleich Bargeld abheben können. Wenn nötig reicht sogar der Kauf eines Kaugummis, um bis zu 200 Euro zu beheben. Mit Kreditkarten geht das nicht.

"Die Menschen kommen ohne weit zu fahren an Bares"

Die Vorteile, wie sie die Projektpartner Gemeindebund und Mastercard heute beschrieben: Die Menschen kommen ohne weit zu fahren an Bares von ihrem Konto, Frequenz und Geld blieben im Ort, Händler und Wirte müssten selber abends nicht mehr all ihre Tageseinnahmen zu den Banken fahren - und dem örtlichen Handel wandert nicht noch mehr Geschäft ins Internet ab.

Mastercard hofft, mit dieser Initiative die Zahl der derzeitigen Cash-Back-Standorte bis zum Jahresende um rund tausend auf bis zu 4.000 zu erhöhen. Konsumationszwang herrscht beim Einkauf oder beim Gasthausbesuch auf jeden Fall. Demnach geht ein Bürger einer kleinen Gemeinde vielleicht am Sonntag ins Gasthaus, isst ein Schnitzel, trinkt dazu, zahlt 15 Euro und ordert noch 50 Euro in bar. Mit seiner Karte zahlt er dann 65 Euro, die vom Konto abgebucht werden, am "Kassenbon" erhält er die Konsumation getrennt vom Bargeldbezug ausgewiesen.

Gemeinden beugten sich dem Druck

Ein Pilotprojekt lief in zwei Tiroler Gemeinden nahe Landeck, mit zwei Dorfwirten, die sich als neuer "Bankomat" im Ort sahen. Initiiert wurde dies von der Raiffeisenbank Oberland. Sie hat 2015 mehrere Standorte in der Region geschlossen, es gab zum Teil auch keinen Bankomat mehr. Da gingen die Wogen hoch, schilderte Vorstand Roger Klimek. Das Modell war erfolgreich. Es eigne sich auch für Gemeinden, in denen es bisher noch nie eine Bank oder einen Geldausgabeautomaten gegeben hat.

Mit 7500 Euro veranschlagen Banken die Kosten für den Betrieb eines Bankomaten im Jahr. Das zahlt sich erst ab 25.000 oder 35.000 Behebungen aus, heißt es bei Banken. Das Bankomatennetz wurde in der Vergangenheit ausgedünnt. Wo sich ein solches Geldausgabegerät für Banken nicht mehr rechnete, haben bisher manche Gemeinden in die Tasche gegriffen, um eine Demontage eines Geräts zu verhindern: Anfangs gab es 45 Cent "Zuzahlung" pro Transaktion, wenn es monatlich weniger als 2.000 Behebungen gab, später hoben die Banken diese Grenze für solches öffentliches Sponsoring auf 3.000 Abhebungen an. Etliche Gemeinden beugten sich solchem Druck.

Bargeld-Service

Zuzahlungen aus Steuergeld, nur damit ein Bankomat nicht abgebaut werde, sollten aber nicht Aufgabe von Gemeinden sein, sagte Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl am Mittwoch. Solche Zuschüsse zu den "Unterhaltskosten" für aufgestellte Bankomaten sollen sich Gemeinden durch den neuen Bargeld-Service einsparen. Riedl hat am Mittwoch mit Mastercard ein Memorandum dafür unterschrieben.

Christian Rau, Country Manager von Mastercard Austria, führt die Geld-Nahversorgung und Kaufkraftstärkung in ländlichen Regionen für dieses Gemeinschaftsprojekt ins Treffen. In urbanen Regionen sei ein derartiger Service vielleicht ein Luxus. Auch wenn immer mehr Verbraucher ihre Geldgeschäfte über Smartphones abwickelten, gehe es auch um die Wahlfreiheit.

Kommentare (8)

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tenke
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Zum Thema Gastwirte....

Wenn diese dann ohnehin Bankomatkarten akzeptieren (notwendig für die Geldbehebung), wozu braucht man dann noch Bargeld beheben?!

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tenke
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Geldversorgung nicht Aufgabe der Gemeinden?

Aber noch weniger der Banken. Unmengen an Bankomaten stehen in ländlichen Gemeinden, die als reines Kundenservice betrieben werden und sich bei weitem nicht rechnen. Diese werden aber trotzdem als selbverstänglich angesehen, noch mehr als z.B. Lebensmittelgeschäfte.

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bluebellwoods
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Grundsätzlich eine gute Idee

Allerdings gibt's in Regionen, in denen die Frequenz für eine eigene Bankstelle oder einen Bankomaten zu gering ist häufig auch kaum sonstige Infrastruktur. Gibt es dann doch kleine Geschäfte oder Gasthäuser, die sich bereit erklären Auszahlungen vorzunehmen, so müssen diese für das Vorhandensein höherer Bargeldbeträge - besonders zu Monatsanfang - sorgen und haben daher einen zusätzlichen Aufwand.
Außerdem stellt sich für mich die Frage inwieweit es nötig ist, Bargeld zu beheben, wenn jegliche Infrastruktur - Lokale, Geschäfte, Ärzte - wo man bar bezahlen würde, ohnehin nur mit dem Auto erreichbar ist und es dort dann wahrscheinlich sowieso eine Behebungsmöglichkeit gibt.

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Galler1977
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Gasthäuser

Nach dem Inkrafttreten des Nichtrauchergesetzes, welches von unseren "tollen" Politikern beschlossen wurde, wird es sowieso bald keine Gasthäuser am Land geben. Da erübrigt sich der Bargeldbedarf.

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Hazel15
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Gasthäuser

Mir tut kein einziger Wirt leid, der wegen des Rauchverbots "zusperren" muß. Ich als Nichtraucher werde auch in Zukunft sicherlich nicht so ein Gasthaus besuchen, das sich vorwiegend für Raucher einsetzte!! Es gibt nähmlich Wirte, die ihr Lokal schon lange rauchfrei haben, und sehr gut leben. Übrigens, man sieht hier vermehrt auch Raucher.

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bluebellwoods
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@Hazel15

Genau so ist es. Wenn ein Lokal komplett rauchfrei ist, bedeutet dies auch keine zusätzlichen Kosten für den Wirt. Das Problem war eher die "österreichische Lösung" durch Trennung in Raucher- und Nichtraucherbereich anzubieten. Diese Umbauten waren teuer und haben sicher manchen Wirt zum Aufgeben bewogen.

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aToluna
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Sie armer

Wo werden Sich sich dann "volllaufen " lassen. Mich wundert es deshalb nicht, das jeder halbwegs denkende deswegen in die Stadt zieht.

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danielaschiefer
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Stärkung des ländlichen Raumes

In Wahlkampfzeiten wie jetzt eben, können die Damen und Herren von der Politik (vom Gemeinde- bis zum Nationalratskandidaten) nun den Wahrheitsbeweis der inflationär geheuchelten Floskel der"Stärkung des ländlichen Raumes" antreten und die Bank Industrie zwingen, entsprechende Infrastruktur in JEDEM Dorf größer 100 Personen bereitzustellen.
Es gibt nicht wenige Steuerzahler in diesen, lange schon vernachlässigen Regionen, und selbige könnten bei Wahlen ebenso "abhanden" kommen wie die Bobos in den Städten..
Oder braucht's auch "Gelbwesten" in Österreich?

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