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Vorstand übt KritikAndritz wehrt sich gegen millionenschwere Strafe in Österreich

Dem vierköpfigen Vorstand des steirischen Technologiekonzerns Andritz droht eine Verwaltungsstrafe in Höhe von 22 Millionen Euro wegen Arbeitsrechtsvergehen.

ANDRITZ AG 'JAHRESERGEBNIS 2016': LEITNER
© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Dem vierköpfigen Vorstand des steirischen Maschinenbauers Andritz droht eine Verwaltungsstrafe in Höhe von 22 Millionen Euro wegen Arbeitsrechtsvergehen. Andritz-Chef und -Miteigentümer Wolfgang Leitner kritisiert gegenüber dem "Ö1"-Mittagsjournal die Mehrfachbestrafung für ein und dieselbe strittige Causa.

Im März 2014 beschädigte eine Explosion im Zellstoffwerk Pöls einen Laugenkessel. Den Zuschlag für die Erneuerung erhielt Andritz, der Montage-Auftragswert belief sich auf sieben Millionen Euro. Der Konzern vergab den Pauschalauftrag an eine Montagegesellschaft aus Kroatien, die für den Auftrag rund 200 Arbeitskräfte beschäftigte. Ende 2016 erhielten die vier Andritz-Vorstände eine Verwaltungsstrafe wegen Verstoßes gegen das Arbeitsvertragsrechtsanpassungsgesetz und gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz. Für Andritz sei die Montage eine übliche Vergabe gewesen; gewertet worden sei die Beschäftigung hingegen als Überlassung der Arbeitskräfte, so Leitner gegenüber "Ö1".

Pro Monteur beträgt die Strafe 12.000 Euro. Zwei Vergehen verdoppeln das Strafmaß - macht in Summe 22 Millionen Euro. Andritz berief gegen den Bescheid. Die Mehrfachbestrafung wird von Unternehmen seit langem kritisiert. In ihrem überarbeiteten Arbeitsprogramm Ende Jänner 2017 hatte die Bundesregierung die Sozialpartner beauftragt, bis 30. Juni eine Lösung zur Abschaffung der Mehrfachbestrafung (Kumulationsprinzip) im Verwaltungsstrafrecht auszuarbeiten. Die vorgezogenen Neuwahlen Mitte Oktober werden nun wohl eine Einigung verhindern.

"Mehr Kunde für AMS in der Steiermark"

Leitner denkt laut über Konsequenzen nach, es sei ein Beispiel für die Probleme des Standortes, so Leitner. „Wir sind nicht in der Politik tätig, wir stimmen mit unseren Beinen ab, das heißt, unser chinesischer Kunde wird in Zukunft nicht mehr nach Graz kommen müssen, um die Qualität zu kontrollieren, sondern wird das in unserem Werk in China erledigen können, und das AMS wird in Zukunft wahrscheinlich einige Kunden mehr in der Steiermark bekommen“, so Leitner. 

Weltweit beschäftigt Andritz 25.737 Mitarbeiter, davon 3300 in Österreich und 2300 in der Steiermark.

 

Kommentare (3)

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office1
1
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So arbeitet die Wirtschaft

mit billigen ausländischen Arbeitskräften, und das, wo es geht! Bei der Bauwirtschaft gang und gäbe. Sie müssten die gleichen Löhne zahlen wir für Inländer, das gehört gesetzlich festgelegt. Den großen Unternehmen gehört auf die Finger geschaut!

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sapientia
7
13
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Leitner, Drohgebärden sind obsolet,

und halten Sie sich an die österreichischen Gesetze!
Sie haben noch keinen einzigen österreichischen Beschäftigten eingestellt, nur weil Sie hier Gutes tun wollten ...

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AndiK
8
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Funktioniert nicht

Würde die Produktion in China funktionieren, würden sie es auch ohne Strafe schon längst so machen.
Die großen wollen es sich bloß wiedereinmal richten.

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