Im Norden von Schweden ist das bisher größte in Europa bekannte Vorkommen an Seltenen Erden entdeckt worden, die nötig sind für die Produktion von Elektroautos und Windkraftturbinen. Den Fund gab die staatliche schwedische Firma LKAB bekannt.

Das Vorkommen "Per Geijer" hat einen Umfang von über einer Million Tonnen. Es könne ein wichtiger Baustein für die Produktion wichtiger Rohstoffe sein, die "absolut entscheidend für die Umsetzung der grünen Transformation" seien, erklärte LKAB-Chef Jan Moström. "Ohne Bergbau gibt es keine elektrischen Autos." Den Firmenangaben zufolge könnte das Vorkommen einen großen Teil des Bedarfs an Seltenen Erden in Europa decken.

Moström erklärte, es könne aber "mehrere Jahre" dauern, um das Vorkommen und die Bedingungen zu erkunden, es "profitabel und nachhaltig" abzubauen.  Erfahrungsgemäß dauere es "10 bis 15 Jahre", bis tatsächlich der Markt beliefert werden könne. LKAB strebt eine Abbaulizenz noch für 2023 an.

LKAB-Chef Jan Moström: "Ohne Bergbau gibt es keine elektrischen Autos"
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Das Unternehmen hat bereits mit den Vorbereitungen begonnen, eine mehrere Kilometer lange und 700 Meter tiefe Trift in das Bergwerk von Kiruna zu treiben, um das Vorkommen "in den Einzelheiten" zu untersuchen.  Anwesend bei der Präsentation war auch die schwedische Energieministerin Ebba Busch. Die EU will bis 2035 Neuwagen mit Verbrennermotor verbieten. Ministerin Busch sagte, "die Elektrifizierung, die Autarkie der EU und die Unabhängigkeit von Russland und China beginnt im Bergwerk".

Seltene Erden umfassen eine ganze Reihe von Elementen, die unter anderem für die Produktion von Smartphones und Elektroautos benötigt werden, etwa für Batterien, Katalysatoren und Magnete, aber auch für Leuchtmittel. Derzeit ist das größte Vorkommen dieser Metalle in China zu finden. Der Bedarf an den Metallen werde sich bis 2030 verfünffachen. Europa sei aktuell abhängig von Importen. China dominiere den Markt "vollkommen".

LKAB steht für Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag. Das Unternehmen produziert nach eigenen Angaben 80 Prozent des in Europa benötigten Eisenerzes. Zu den Produkten gehört auch Phospor, nötig zur Herstellung von Dünger.