Rund 30 Prozent der 1104 Kärntner Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung verpflichtet sind, tun das auch. Der Rest kauft sich mit einer Ausgleichstaxe von dieser Pflicht frei. Mit diesem Prozentsatz schneidet Kärnten im Bundesländervergleich zwar nicht schlecht ab. Doch Landeshauptmannstellvertreterin und Sozialreferentin Beate Prettner (SPÖ) betont: "Wir wollen noch mehr Unternehmen dazu motivieren." Immerhin gebe es rund 12.000 begünstigte Behinderte, die einen Arbeitsplatz brauchen. Das bekräftigt auch Wirtschaftsreferent Sebastian Schuschnig (ÖVP) und erklärt: "Gelebte Inklusion ist nicht nur ein rein soziales Engagement, sondern Menschen mit Behinderung sind auch eine sehr wertvolle Personalressource." Konkrete Zahlenvorgaben, die man in den kommenden Jahren erreichen wolle, werde er nicht nennen, aber: "Es ist wichtig, dass es in die richtige Richtung geht und die Zahl stetig steigt."

Um das auch noch stärker ins Bewusstsein von Wirtschaftstreibenden zu rücken, findet am Donnerstag zum fünften Mal der von der Essl Foundation in Kooperation mit der autARK Soziale Dienstleistungsbetriebe GmbH veranstaltet Zero-Projekt-Unternehmensdialog statt. Dabei werden vorbildliche Industrie-Unternehmen, in denen Inklusion gelebt wird, vorgestellt. Dieses Mal sind es BB Feinmechanik, Infineon und die Kelag. "Sie zeigen, dass es möglich ist", sagt Prettner.

Selbstbestimmtes Leben

Martin Essl, Initiator der Zero Project Unternehmensdialoge, hebt hervor: "Es ist unser Ziel, allen Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit zu geben, durch eigene Arbeit, die auf ihre individuellen Fähigkeiten abgestimmt ist, ihr Einkommen zu verdienen." Wichtig sei dabei nicht nur die Beschäftigung, sondern auch die Bildung, um ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Unternehmen, die sich dazu entschließen, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen, werden nicht alleingelassen. autArk-Geschäftsführer Andreas Jesse sagt: "Wir unterstützen Betriebe auch langfristig mit unseren Expertinnen und Experten."