Technologieaktien unter DruckZinsängste und Inflationssorgen drücken US-Börsen tief ins Minus

Anstieg der Anleiherenditen lastet auf Markstimmung. Konjunkturdaten bringen keine positiven Impulse. Sorgen vor möglichem US-Zahlungsausfall.

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© (c) AP (Richard Drew)
 

Die US-Börsen haben am Dienstag mit deutlichen Kursverlusten geschlossen. Die zuletzt wieder klar gestiegenen Anleiherenditen sorgten für miese Stimmung an der Wall Street und setzten insbesondere Technologiewerte stark unter Druck. Konjunkturdaten vom Dienstag brachten keine positiven Impulse und konnten die schlechte Marktstimmung dementsprechend nicht heben. Hinzu kamen noch Sorgen rund um einen möglichen Zahlungsausfall der USA.

Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Minus von 1,63 Prozent bei 34.299,99 Punkten. Auch der marktbreite S&P-500 gab um 2,04 Prozent auf 4.352,63 Einheiten nach. Am deutlichsten nach unten ging es für den technologielastigen Nasdaq Composite, der satte 2,83 Prozent auf 14.546,68 Punkte verlor.

Am Dienstag kletterten die Renditen auf US-Staatsanleihen zuletzt bis auf ein neues Dreimonatshoch. Die zuletzt wieder gestiegenen Renditen erhöhen den Druck auf Aktien, da diese im Vergleich zu anderen Anlageklassen an Attraktivität einbüßen. Außerdem führen die höheren Zinsen auch zu steigenden Finanzierungskosten für Unternehmen. Das belastet vor allem wachstumsstarke Werte wie etwa Technologieaktien, die ihr Wachstum oftmals vorwiegend mit Fremdkapital finanzieren.

Preise legen kräftig zu

Vor allem die höheren Inflationserwartungen am Markt und die geplante geldpolitische Straffung der US-Notenbank beflügeln die Anleiherenditen derzeit. Erstere wurden durch heutige Konjunkturdaten weiter bestärkt. So stiegen die Häuserpreise in den USA im Juli weiter stark an. In den 20 großen Metropolregionen der Vereinigten Staaten stiegen die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um fast 20 Prozent, wie aus dem S&P/Case-Shiller-Index hervorging.

Auch die Verbraucherstimmung in den USA hat sich im September weiter eingetrübt. Das Barometer zum Verbrauchervertrauen des Marktforschungsinstitut Conference Board fiel gegenüber dem Vormonat um 5,9 Punkte auf 109,3 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Februar. Es war der bereits dritte Rückgang in Folge. Analysten hatten im Vorfeld einen geringeren Rücksetzer auf 115,0 Punkte erwartet.

Zur ohnehin schon schwachen Börsenstimmung gesellten sich im Handelsverlauf auch noch Sorgen vor einem möglichen Zahlungsausfall der USA. Der US-Notenbankchef Jerome Powell und die Finanzministerin Janet Yellen warnten bei einer Anhörung im Senat, dass ein solches Szenario aufgrund einer nicht erfolgten Anhebung der Schuldenobergrenze katastrophale Folgen hätte. Yellen hatte zuvor gewarnt, dass dem Finanzministerium rund um den 18. Oktober effektiv das Geld ausgehe, sollten sich Demokraten und Republikaner nicht auf eine Anhebung oder eine Aussetzung der Obergrenze verständigen können.

Technologiebranche unter Druck

Im Dow Jones führten die Titel der Technologiebranche die Verliererliste an. Die Aktien von Apple verloren 2,4 Prozent, Microsoft gaben um rund 3,6 Prozent nach und Salesforce verloren 2,7 Prozent. Abseits des Dow rutschten Facebook um 3,6 Prozent ab. Andere Tech-Werte wie etwa die Chipkonzerne AMD (minus 6,1 Prozent) und Nvidia (minus 4,4 Prozent) gaben ebenso deutlich nach.

Für Aktien der Ölbranche ging es hingegen etwas nach oben. Diese profitieren weiter von den zuletzt gestiegenen Preisen am Ölmarkt, auch wenn die Ölpreise am Dienstag im Verlauf wieder leicht zurückkamen. Grund für die gute Stimmung am Ölmarkt sind sowohl die starke Nachfrage nach dem "schwarzen Gold" als auch das derzeit knappe Angebot. Im Dow Jones gewannen die Papiere von Chevron 0,4 Prozent. Die Aktien von ExxonMobile schlossen um über ein Prozent höher.

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