Ökonom Christian KeuschniggInflation zieht kräftig an: "Da mache ich mir schon ein wenig Sorgen"

Warum dem Ökonomen Christian Keuschnigg die steigenden Inflationsraten Sorge bereiten, die Zentralbank zurückhaltender sein sollte und er auf ein baldiges Ende der Lieferkettenengpässe hofft.

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Ökonom Christian Keuschnigg lehrt als Professor an der Universität in St. Gallen
Ökonom Christian Keuschnigg lehrt als Professor an der Universität in St. Gallen © (c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)
 

Ist die aktuelle Entwicklung hin zu (im langjährigen Vergleich) hohen Inflationsraten in Österreich, aber auch in Deutschland und den USA, aus Ihrer Sicht eine kurzfristige Erscheinung oder müssen wir uns auch längerfristig auf eine höhere Teuerung einstellen? Sind Sorgen vor einer deutlich steigenden Inflation aus Ihrer Sicht berechtigt?
Christian KEUSCHNIGG: Da mache ich mir schon ein wenig Sorgen. Die expansive Geldpolitik begünstigt zumindest einen Anstieg der Inflation. Der Anstieg der Vermögenspreise für Immobilien oder Aktien ist ja schon etwas inflationär. Eine zentrale Rolle spielen allerdings auch die Erwartungen der Haushalte und Unternehmen. Wenn angesichts der jüngsten Entwicklungen die Inflationserwartungen kippen und die Arbeitenden sich mit höheren Lohnforderungen gegen Inflation schützen wollen, dann ist die Lohn-Preis-Spirale perfekt. Dann haben wir mit der Inflation definitiv ein Problem.

Kommentare (5)
neuernickname
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Bin kein Volkswirt und kein Experte in Geldpolitik

ABer wenn ich hier im Raum Graz-Süd - Graz-Umgebung sehe, wie ein Mietshaus nach dem anderen hochgezogen wird, dann hab ich so das Gefühl, dass ich live dabei bin, wie eine Immobilienblase künstlich erzeugt wird, die uns bald geplatzt um die Ohren fliegen wird.

Und - Arbeiter werden wohl nicht mehr so gut arbeiten, wenn ihr Reallohn ständig sinkt.
Wie will denn der Experte da die Lohn-Preis-Spirale denn verhindern. Indem er den Arbeiter gut zuredet und sagt - kommts halt mit weniger aus. Eine gewisse Frau Hartinger-Klein schaffte es ja mit 150 Euro im Monat. Ist das das Ziel. Malochen für HarzIV, damit die Spekulanten Milliarden scheffeln und ihre Yachten nicht von den Tretbooten der Pauschaltouristen zum Kentern gebracht werden.

Irgendwo scheint Spekulation auf steigende Immobilienpreise schon wieder eine Art Schneeballsystem zu sein und das Wegräumen der Lawine werden wieder die Steuerzahler berappen müssen.

Und ich kann von meinem Fenster aus zuschauen.

Wuffzack3000
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Uje

Hoffentlich ist das nur falsch wiedergegeben. Klingt nämlich so als können wir in Österreich die Inflation gänzlich beeinflussen und kontrollieren.

Österreich kann zwar mithelfen einer hohen Inflation entgegenzuwirken, aber in der Hand haben wir das durch den Euro nicht mehr. Da kann man noch so viel Benya-Formeln anwenden.

Lepus52
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Die Realität ist komplexer,

dennoch sind auch lokale Einflussfaktoren entscheidend. Der überhitzte Immobilienmarkt ist nicht primär vom Weltmarkt betroffen, sondern könnte von der Politik gelenkt werden. Junge Familien, auch wenn beide Eltern gut verdienen, sind nicht mehr in der Lage Eigentum zu schaffen. Die ÖVP schaut nur mehr auf die Superreichen und ermöglicht steuerfreies Erben von Millonen- und Milliarden. Der Mittelstand wird ausgehungert, denn jene, die wenig bis gar nichts verdienen, bekommen endlose Förderungen und Befreiungen und haben oft Dank Schwarzarbeit weit mehr zur Verfügung als jene die täglich einer Arbeit nachgehen.

mtttt
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Auch die Banken

tragen zur Blasenbildung bei ! Kredite sollen vergeben werden, da herrscht Druck. Hypothekarisch besichert gerne, bis eben die Blase platzt. Scheinsicherheiten werden aufgebaut. Firmenkredite dagegen werden immer schwerer erreichbar. So kommt immer mehr in Hände von Giganten, uns die sind nicht mehr steuerbar.

Balrog206
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Teils

Stimme ich dir zur , nur wie der linke Mieten Deckel in Berlin von der linken Seite funktioniert kann man gerade lesen !!