Gewerkschaft kritisiert40 Euro brutto je Flugstunde: Stundenweise Bezahlung von Lauda-Piloten regt auf

Piloten erhalten 40 Euro brutto für jede tatsächlich geleistete Flugstunde. Sanktionen gegen Sozialdumping in Luftfahrtsbranche und Branchen-Kollektivvertrag gefordert.

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Die irische Billig-Airline Ryanair hatte die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion 2018 zur Gänze von Niki Lauda übernommen
Die irische Billig-Airline Ryanair hatte die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion 2018 zur Gänze von Niki Lauda übernommen © AFP
 

Die Gewerkschaft vida kritisiert die neuen Piloten-Arbeitsverträge bei der Ryanair-Tochter Lauda Europe (vormals Laudamotion). Piloten hätten sich "aufgrund ihrer nochmals verschärften prekären Arbeitsbedingungen" an die Gewerkschaft gewandt. In den Verträgen sei kein Grundgehalt mehr vorgesehen, sondern nur noch eine Bezahlung von 40 Euro brutto für jede tatsächlich geleistete Flugstunde, hieß es in einer Gewerkschaftsaussendung.

"Vorher hätten die Piloten zumindest noch 40 Flugstunden als monatliches Grundgehalt ausbezahlt bekommen - wenn auch ohne vertraglichen Rechtsanspruch - und so zumindest auf ein Basiseinkommen von 1600 Euro brutto im Monat hoffen können", so die Gewerkschaft. Eine APA-Anfrage bei Ryanair blieb vorerst unbeantwortet.

"Harscher Ton" von Ryanair gegenüber Lauda

Die irische Billig-Airline Ryanair hatte die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion 2018 zur Gänze von Niki Lauda übernommen, das Geschäft ging im Herbst 2020 aber auf die in Malta neu gegründete Lauda Europe über. Im Juli hatte die Gewerkschaft Angstmache gegenüber Mitarbeitern bei Lauda verurteilt. Medien berichteten damals über einen "harschen Ton" seitens der Ryanair-Führung gegenüber der Wiener Tochter Lauda wegen schwacher Bordverkäufe.

"Dumpingwettbewerb in der Branche"

Der Vorsitzender des vida-Fachbereichs Luftfahrt, Daniel Liebhart, forderte Maßnahmen der türkis-grünen Regierung gegen Sozialdumping in der Luftfahrtbranche. Durch die Beschäftigungspolitik von Lauda werde "ein Dumpingwettbewerb in der Branche erzeugt, wodurch mittelfristig jedes Unternehmen zu derartig fragwürdigen Praktiken greifen wird, um im harten Preiskampf bestehen zu können". Der Gewerkschafter appellierte an die Wirtschaftskammer mit einem Branchen-Kollektivvertrag gegen Sozialdumping vorzugehen. "Sonst wird es auch in Zukunft Pilotinnen und Piloten mit Dienstort Flughafen Wien und befristeten, prekären maltesischen oder ähnlichen Dienstverträgen in Österreich geben und es kann weiter auf Kosten der Beschäftigten billig geflogen werden", sagte Liebhart.

Kommentare (17)
yzwl
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Es

werden halt scheibchenweise die Taglöhner wieder eigeführt, weil die meisten Menschen glauben immer noch, das der Dienstgeber freiwillig 14 Gehälter, bezahlten Krankenstand und Überstundenzuschläge zahlt. Weil sie nicht wissen das diese Leistungen von der Gewerkschaft erkämpft wurden. Man hört ja immer öfter den Satz, ich mache mir das Gehalt mit meinem Chef aus, ohne zu wissen das sie alle diese zusätzlichen Leistungen sehr schnell wieder verlieren können. Braucht nur eine neoliberale Mehrheit in der Regierung beschließen, das war es dann!

yzwl
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Und

ich bin kein Gewerkschafter, um es klarzustellen!

SoundofThunder
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🤔

Traumjob Pilot? Weit entfernt.

TrailandError
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Ganz einfach- Fliegt nie mehr

Mit Rainair bez. dessen Tochter Lauda! Es stellt sich sowieso die Frage ob fliegen überhaupt noch zeitgemäß ist. Die Klimakatastrophe wird uns in die Knie zwingen - versprochen….!

Amadeus005
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Wenn das der Konsument nicht akzeptieren würde

Würde es so was nicht geben.
Aber zu viele Konsumenten unterstützen das leider.

heku49
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40 Euro Brutto....bei Verantwortung für meist mehr als 100 Passagieren...

....nicht zu glauben, dass es dies wirklich gibt....

AlbertP
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Wie manns sieht,

Bei einer 40 Stunden Woche summieren sich 40Euro Brutto pro Stunde auf 6880,- Euro. Das verdient man in der Wirtschaft auch nicht gar so schnell. Und die Leute die es verdienen tragen auch Verantwortung. Der nicht hinnehmbare Teil des Vertrages ist die geflogene Stunde. Wennst einmal Krank bist hast halt nix und die Sonderzahlungen hängen vermutlich dann von einer Durchschnittsflugzeit ab.

Heike N.
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In Europa darf man maximal

900 Stunden pro Jahr einen Passagierflieger pilotieren. 900x 40= ?

Bisschen wenig find ich

AlbertP
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Danke für die Infos,

Wenn man tatsächlich nur die Stunden in der Luft bezahlt bekommt, dann ist es natürlich blöd. So habe ich es auch nicht aufgefasst obwohl es zugegebener Weise so im Text steht. Da müsste man wirklich genaueres über die Details wissen. Bei vollem Ausnutzen der 900 Flugstunden sind das 36.000 Euro plus Sonderzahlungen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Luftlinie glaubt zu diesen Bedingungen Piloten zu finden. Ich geh mal davon aus, dass dieses hoch qualifizierte Personal nicht auf der Straße herumsteht. Man kann sich aber Gott sei Dank seinen Arbeitgeber aussuchen.

SoundofThunder
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🤔

40€ pro geleisteter Flugstunde. Die Zeit die der Flieger am Boden ist ist unbezahlt. Pausen,Wartezeiten,…. Alles unbezahlt.

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Bei einem Flug von Graz nach Düsseldorf zb beträgt die reine Flugzeit knapp 2,5h

Jedoch ist der Pilot vor Abflug schon mal mind. 1h im Flugzeug, geht die Checklisten durch, überwacht die Betankung, Verladung usw. Nach der Landung in Düsseldorf braucht es dann nochmals ca 1h, bis das Flugzeug wieder in der Luft ist. Fliegt der Pilot diese Strecke 2x täglich, ist er ingesamt 9h unterwegs, wovon er aber nur 5h bezahlt bekommt. Ist das für Sie fair? Daher kann man nicht mit 167h rechnen, sondern müsste mit ca. 85h (reine Flugzeit) monatlich rechnen.

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Also mit 2x täglich ist gemeint hin und retour

Weil sonst müsste der Pilot ja 18h arbeiten

cesnik
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Flugstunden

Kein Pilot hat 170 reine Flugstunden - hast wohl keine Ahnung!

AlbertP
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Nein, habe ich zugegebener Weise nicht,

das stört mich aber auch nicht. Sie können mir es aber erklären.

Toyota11000
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auf max

so 1000h kommt man vielleicht, jährlich

Toyota11000
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wer

fliegt mit denen eigentlich noch ?

Patriot
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@Toyota11000: Die super Geizkragen!

Und derer gibt es unglaublich viele!