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Viertes QuartalWirtschaft bricht um 7,8 Prozent ein

Der Lockdown Ende des Jahres hat die kurzen wirtschaftlichen Erholung im Sommer wieder zunichte gemacht.

Geschlossener Handel und Dienstleistungen drücken die Konjunktur ins Minus
Geschlossener Handel und Dienstleistungen drücken die Konjunktur ins Minus © APA/ROBERT JAEGER
 

Nach einer Erholung im dritten Quartal ist die Wirtschaftsleistung in Österreich zu Jahresende wieder stark eingebrochen, aber nicht so massiv wie im Frühjahr 2020. Im vierten Quartal lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,3 Prozent unter dem Vorquartal, in dem es zwischen den Lockdowns 12,0 Prozent Plus gegeben hatte. Im Jahresabstand sackte das BIP um 7,8 Prozent ab, nach 4,2 Prozent Minus im dritten und 14,2 Prozent Minus im zweiten Quartal, erklärte das Wifo am Freitag.

Negativ betroffen waren laut Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) durch die Einschränkungen im zweiten Lockdown vor allem die Konsumausgaben der privaten Haushalte sowie die Wertschöpfung in den Dienstleistungsbereichen. Tourismus, Handel, Verkehr sowie die Bereiche Unterhaltung und Erholung hätten im vierten Quartal deutliche Einbußen verzeichnet, so das Wifo. Die Bau- und Industriekonjunktur verlief dagegen stabiler.

Weniger Konsum

In Handel, Beherbergung, Gastronomie und Verkehr sank die Wertschöpfung in den letzten drei Monaten 2020 im Vergleich zum Quartal davor um 19,7 Prozent. Bei den sonstigen Dienstleistungen, die persönliche Dienstleistungen wie Friseure, Kunst, Unterhaltung und Erholung umfassen, betrug der Rückgang 25,2 Prozent, ermittelte das Wifo zu seiner Schnellschätzung für das vierte Quartal. Im dritten Quartal hatten diese beiden Bereiche noch um 32,9 bzw. 39,2 Prozent zugelegt, waren von April bis Juni aber um 21,2 bzw. 26,9 Prozent im Quartalsabstand geschrumpft.

Im Gleichklang ging im vierten Quartal laut Wifo die Konsumnachfrage der privaten Haushalte (samt privaten Organisationen ohne Erwerbszweck) ebenfalls wieder kräftig zurück - und zwar um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im vorhergehenden Vierteljahr waren die privaten Konsumausgaben im Quartalsabstand um 12,9 Prozent gestiegen, im zweiten Quartal mit minus 11,2 Prozent dagegen noch stärker abgesackt als jetzt zuletzt.

Sicherheitsanker Industrie

Stabiler verlief laut Wifo gegen Jahresende die Industrie- und Baukonjunktur. Im vierten Quartal legte in der Industrie die Wertschöpfung um 1,0 Prozent zu, in der Bauwirtschaft lag sie 1,6 Prozent unter dem Vorquartal.

Die Außenwirtschaft war weiter vom weltweiten Abschwung geprägt. Die Exporte sanken im Quartalsabstand um 1,1 Prozent (nach 16,1 Prozent Anstieg im dritten und 18,4 Prozent Rückgang im zweiten Vierteljahr, jeweils gegenüber dem Vorquartal). Die Importe gingen um 0,7 Prozent zurück (nach +12,1 Prozent und -17,4 Prozent davor).

Die Investitionsnachfrage entwickelte sich laut Wifo stabil, die Bruttoanlageinvestitionen veränderten sich kaum.

Detailliert will am 1. März die Statistik Austria über die BIP-Entwicklung im vierten Quartal und im gesamten Vorjahr berichten. Die nächste vierteljährliche Konjunkturprognose vom Wifo und dem Institut für Höhere Studien (IHS) ist für 26. März geplant.

Kommentare (8)
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waggef
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Kein Lockdown mehr!

Die Kranken und leider auch Toten müssen wir aushalten. Jede weitere Schließung ist für ganz Österreich der wirtschaftliche Tod!

ingvier1977
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Lockdown?

Natürlich wird unsere Wirtschaft zugrunde gehen, weil schlicht und einfach bei den ausländischen Konzeren (Amazon, Zalando und Co) bestellt wird.
Die haben zur Zeit Umsätze die ins unermessliche steigen, und bei uns hier kämpft jeder ums überleben.
Es müssen/sollten Mieten bezahlt werden, auch die Mitarbeiter.
Es ist einfach nur traurig 😞

Hapi67
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Keine Sorge

unsere Wirtschaft hat es zwar in vielen Bereichen schwer, wird aber definitiv nicht zugrunde gehen.
Kenne sogar viele(Handel, Bau, Industrie), die im letzten Jahr Rekorde erzielten.
Trend zu Online war schon da, Sie haben recht dass er nochmals massiv verstärkt wurde.
Hier wird es darum gehen, dass diese in Zukunft als Nutznießer Ihren gerechten Steueranteil abliefern müssen.
Insgesamt wird die Erholung durch den Aufholbedarf schneller kommen als viele befürchten, war auch im 3. Quartal des Vorjahres erkennbar.

scionescio
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Schon wieder wurde ein Kommentar gelöscht, wo ich die Frage gestellt habe, warum man bei Bolsonaro bei einem Minus von 4,4% schreibt, dass er nichts im Griff hat ...

.... und den Herrn Kurz mit Glacehandschuhen angreift, obwohl seine Kennzahlen noch viel schlechter sind (auch bei den Infizierten und Toten pro einer MIllion Einwohner).

Zur Sicherheit: ich halte rein gar nichts von Bolsonaro und lehne seine Ideologie und sein Handeln komplett ab.
Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, gegen welche Forenregel ich mit diesem Kommentar verstosse!

KleineZeitung
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Antwort

Da wir keine Beleidigungen dulden, wurde der Kommentar entfernt.

scionescio
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Es wundert mich sehr, dass ich Herrn Bolonaro nicht als Vollk...er bezeichnen darf ...

... ich trete da gerne den Wahrheitsbeweis an (er ist zB ein selbsterklärter Klima- und Coronaleugner), österreichische Politiker richten sich das gegenseitig aus und ich habe schon weit Schlimmeres in der KLZ gelesen ohne das es gelöscht wurde.

Hapi67
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Ergänzend

muss schon auch gesagt werden, dass Österreichs Anteil durch Tourismus am BIP 3 bis 4x so hoch wie der von Brasilien ist.
Darum ist ein konkreter Vergleich immer schwierig, Vergleich wurde ja mit Schweden auch oft bemüht.
Bei dem Anteil der Inifizierten und Toten wiederum, sind die Zahlen von Österreich meiner Meinung doch realistischer, die Datenerfassung und offizielle Angabe in Brasilien und vielen anderen nichtwestlichen Ländern sind doch öfter
sagen wir es so geschätzt/geschönt.

Ändert aber nichts daran, dass auch in Österreich vieles nicht rund läuft.

Balrog206
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Herrlich

Welche Daten schon als Vergleich hergenommen werden vor allem wer diese Daten liefert 😂😂 so durchschaubar !