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Zahl der Urlauber 2020 halbiertCoronakrise wirft Österreichs Tourismus um Jahrzehnte zurück

Statistik Austria: Zahl der Übernachtungen sank vorläufigen Zahlen zufolge um mehr als ein Drittel auf 97,9 Millionen, Gästeankünfte gingen um 45,8 Prozent auf 21,2 Millionen zurück.

© (c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)
 

2020 hat die Coronakrise dem heimischen Tourismus ab März einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht. Im gesamten Kalenderjahr sank die Zahl der Nächtigungen gegenüber dem Jahr davor erstmals seit etwa 50 Jahren unter die 100-Millionen-Grenze. Die Beherbergungsbetriebe verbuchten einen Rückgang von 35,9 Prozent von 152,7 Millionen auf nur noch 97,9 Millionen Nächtigungen, wie die vorläufigen Daten der Statistik Austria zeigen. Die Zahl der Urlauber halbierte sich fast.

"Coronabedingte Betriebsschließungen, internationale Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen setzen dem Tourismus in Österreich stark zu", erklärte Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas am Mittwoch. Nach einem Höchstwert bei den Nächtigungen von mehr als 150 Millionen im Jahr 2019 sei die Zahl der Übernachtungen im Coronajahr 2020 "auf das Niveau der frühen 1970er-Jahre" zurückgefallen.

Gegenüber dem Jahr davor fehlten rund 55 Millionen Nächtigungen. Die Zahl der Urlauber in den Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen brach um 45,8 Prozent auf 25 Millionen ein - infolge von Lockdowns und internationalen Reisewarnungen wurden um 21,2 Millionen weniger Gäste begrüßt als 2019.

Verteilung nach Bundesländern

"Die aktuellen Zahlen sind leider keine Überraschung, sie spiegeln die Realität der letzten Monate und die dramatische Situation der Branche wider", sagte die Obfrau des Fachverbands Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler und verwies dabei auf die Reisebeschränkungen und Grenzsperren, sieben Monate Lockdown und zwischendurch drastische Maßnahmen, wie das teils komplette Verbot von Veranstaltungen.

"Damit fehlen der Hotellerie die ausländischen Gäste, die im Sommer wie im Winter einen Hauptanteil der Nächtigungen generieren. Zudem fehlt - vor allem in der Stadthotellerie - der komplette Kongress- und Veranstaltungstourismus, ein traditionell ebenso starker Nächtigungsbringer", verdeutlichte die Branchensprecherin, die selbst ein Hotel führt.

Den mit Abstand drastischsten Nächtigungseinbruch erlitt Wien mit einem Minus von 74 Prozent auf nur noch 4,6 Millionen Buchungen. Dahinter folgten Niederösterreich (minus 41 Prozent auf 4,6 Millionen) und Oberösterreich (minus 36 Prozent auf 5,4 Millionen). Um rund ein Drittel weniger Übernachtungen verzeichneten auch Tirol (minus 33 Prozent auf 33,2 Millionen), Salzburg (minus 32 Prozent auf 20,3 Millionen) und Vorarlberg (minus 31 Prozent auf 6,4 Millionen). Mit rund einem Viertel weniger Buchungen schlossen das Burgenland (minus 27 Prozent auf 2,3 Millionen) und die Steiermark ab (minus 25 Prozent auf 10 Millionen). Am glimpflichsten kam Kärnten mit einem Buchungsrückgang von 17 Prozent auf 11,1 Millionen Nächtigungen davon - in das südliche Bundesland kamen während der Coronakrise um 5,4 Prozent mehr inländische Gäste als im Jahr davor.

Um knapp ein Drittel weniger deutsche Urlauber

Im abgelaufenen Jahr kamen laut Statistik zwar noch immer mehr ausländische Touristen (15,1 Millionen) als inländische (9,94 Millionen). Allerdings hat sich die Zahl der Besucher aus dem Ausland mehr als halbiert (minus 52,7 Prozent); die Urlauberzahl aus Österreich verringerte sich mit einem Minus von fast einem Drittel (minus 30,5 Prozent) weniger stark.

Die Urlauber aus dem Ausland buchten 66,3 Millionen Übernachtungen - ein Minus von 41,2 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Unter 70 Millionen lagen die Nächtigungen ausländischer Gäste den Statistikern zufolge zuletzt im Jahr 1970 (63,6 Millionen). Die Nächtigungen inländischer Gäste sanken um gut ein Fünftel auf 31,63 Millionen (minus 20,8 Prozent).

Die meisten Nächtigungen stammten auch im Krisenjahr von den Deutschen - obgleich auf massiv gesunkenem Niveau. Hier kam es zu einem Einbruch von 32,1 Prozent auf 38,5 Millionen Übernachtungen. Dahinter rangierten die Urlauber aus Österreich, die ihre Ferien im eigenen Land verbrachten, mit 31,6 Millionen Nächtigungen (minus 20,8 Prozent). Es kamen weiters beispielsweise auch um 28,4 Prozent weniger Holländer und um 36,2 Prozent weniger Touristen aus der Schweiz und Liechtenstein.

Im Dezember, in dem bereits der bis dato laufende Lockdown samt Beherbergungsverbot galt und nur Geschäftsreisen erlaubt waren, wurden 785.000 Nächtigungen verzeichnet. Das entspricht einem Rückgang um 93,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dabei gingen die Nächtigungen ausländischer Gäste laut Statistik Austria nahezu vollständig zurück (minus 97,6 Prozent), die Nächtigungen inländischer Gäste um 78,0 Prozent.

Kommentare (8)
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hermannsteinacher
0
3
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Da der größte Teil der geplanten Impferei,

wie es jetzt ausschaut, ohnedies erst im 4. Quartal stattfinden wird, wird der Tourismus erst in 2022 wieder etwas hochfahren.

Claudia1965
2
7
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Einerseits perfekt

Jetzt können sie die nächsten 10 Jahre wieder mit Zuwächsen rechnen, so wie in den letzten 20 Jahren war ( einmal jammern - 10 Jahre wieder freuen)

dude
3
11
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Die Schlagzeile ist definitiv nicht gut gelungen!

Denn was heißt, "Coronakrise wirft Österreichs Tourismus um Jahrzehnte zurück!"?
Das klingt, als wäre die touristische Infrastruktur auf dem Stand von 1970. Sie ist aber auf dem Stand von 2020. Nach der Krise werden die Häuser aufgesperrt, es wird durchgeputzt und die Gäste können und werden kommen! Mehr als je zuvor!
"Um Jahrzehnte zurückgeworfen!" klingt nach zerstörter Infrastruktur! Und das ist sie Gott sei Dank nicht!

Stratusin
2
5
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Leider nicht!

Mir wäre weniger Rummel und Party in Zukunft lieber. Es ist jetzt ein Traum zu Schifahren auf den fast leeren Pisten. Zudem haben wir aktuell die besten Pistenbedingungen seit 20 Jahren. Selbst Nachmittags sind die Pisten noch nicht kaputt. Also von mir aus kann es uns ruhig um mindestens diesen Zeitraum zurück werfen. Mit geht es nicht ab , das man beim Lift, im Hotel, bei der Einkehr und in der Gondel kein Wort Deutsch gesprochen hat, wie es die letzten Jahre üblich war.

frikazoid
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oje

Solange sich mit unsrem Steuergeld noch ein Golftrip nach Südafrika ausgeht, hält sich mein Mitleid in Grenzen.

reschal
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Was ist denn das für eine Schlagzeile?!

Die KLEINE entwickelt sich immer mehr zum Boulevardblatt. 😝

Lodengrün
2
19
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Nun

das ist schon sehr informativ. Wenn die gute Hotellerie wieder einmal stöhnt das der Fixkostenzuschuss nicht reicht dann sehen wir das entspannter und raten ihnen Urlaub in Bad Waltersdorf zu machen. Erheblich günstiger als Südafrika.

Lodengrün
5
38
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Na

da fahren unsere Tiroler Hoteliers, wenn das Geschäft so lau ist, nach Südafrika Golfspielen. Wenn schon denn schon. Das Virus aber unten lassen sonst gerät Platter zu sehr in die Bredouille.