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Neuer ErlassNach Stau bei Skiliften schärft Regierung nach

Im Fall von "wiederholter mangelhafter Umsetzung von ausreichenden Schutzmaßnahmen" sollen Betretungsverbote ausgesprochen werden. Kritiker sagen: "Einzelne Fotos werden aufgebauscht."

Reger Betrieb am Dienstag im Skigebiet Hinterstoder © FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR
 

Nach den Bildern von Menschenmassen vor den Einstiegsstellen von Liften und Gondeln hat das Gesundheitsministerium am Dienstag mit einem Erlass reagiert. Darin heißt es unter anderem: "Im Fall der wiederholten mangelhaften Umsetzung von ausreichenden Schutzmaßnahmen sind Betretungsverbote auszusprechen." Die Überprüfung der Einhaltung der Maßnahmen der Corona-Maßnahmen seien zu verstärken.

Weiters wird festgehalten: "Es hat eine verstärkte Überprüfung der Präventionskonzepte für Seil- und Zahnradbahnen dahingehend zu erfolgen, dass vom Betreiber jeder Seil- und Zahnradbahn die Vorlage des Covid-19-Präventionskonzeptes zu verlangen ist und die Präventionskonzepte stichprobenweise dahingehend zu überprüfen sind, ob die Konzepte dem Stand der Wissenschaft entsprechen und zur Minimierung des Infektionsrisikos geeignet sind."

"Menschenansammlungen verhindern"

Der Betreiber habe die Einhaltung der Bestimmungen durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen. "Jedenfalls sind epidemiologisch bedenkliche Situationen, wie Menschenansammlungen, zu verhindern, dies beispielsweise durch Leitsysteme und zahlenmäßige Limitierungen", wird in dem Erlass des Gesundheitsministeriums ausgeführt.

Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) betonte in einer heutigen Stellungnahme dazu: "Um sicherzustellen, dass die aktuellen Regelungen im Wintersport flächendeckend konsequent eingehalten und umgesetzt werden, geht heute Nachmittag ein entsprechender Erlass meines Ressorts an die Landeshauptleute. Wir fordern die zuständigen Behörden darin auf, verstärkt zu kontrollieren, ob die vorgeschriebenen Maßnahmen vor Ort eingehalten werden. Ist dies nicht der Fall, sind im Wiederholungsfall Betretungsverbote auszusprechen."

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) ergänzte. "Wir werden nicht dulden, dass der überwiegende Teil der Skigebiete, die sich an alle Regeln halten, unter diesen Einzelfällen leidet." Die Kapazitätsbeschränkungen bei den Seilbahnen und Liftanlagen werden bleiben.

"Künstliches Aufbauschen einzelner Bilder"

Zuvor hatte sich Lifteobmann und ÖVP-Abgeordneter Franz Hörl in einer Aussendung noch zufrieden mit den Corona-Sicherheitskonzepten bei den Liften gezeigt. Diese hätten "nach dem Sommer auch jetzt wieder funktioniert". Kein Verständnis zeigt er für das "künstliche Aufbauschen einzelner Bilder", die "in keiner Weise als Abbild des tatsächlichen Geschehens in Österreich herangezogen werden können". "Es war zu befürchten, dass manche Kritiker genau diese Bilder ausschlachten werden, auch wenn sie nichts mit der Realität in vielen Gebieten des Landes zu tun haben", so Hörl. Er verbiete sich dabei auch Kritik an stadtnahen Skigebieten, wie etwa Hinterstoder. "Wenn eine Familie am Lift zusammensteht, dann ist das absolut ok, wird aber von manchen als Missachtung der Abstandsregelung dargestellt", kritisiert Hörl.

Kommentare (2)
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lombok
10
10
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Es ist schon erschreckend,

aus welchen Blickwinkeln man Fotos machen kann, um sie katastrophal darstellen zu lassen. Und die Medien unterstützen diesen Wahnsinn auch noch, um uns Menschen verrückt zu machen und noch mehr gegeneinander aufzubringen. Shame on you!

nasowasaberauch
3
3
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So sehr ich diese Farce um‘s Skifahrern verachte, so recht haben sie.

Ob es jemals um die Liftbetreiber und die psychische Gesundheit ging?
Oder doch vielleicht um Teile und herrsche?

Es bracht wirklich einen Basiskurs Medienkompetenz in der Schule.

Lektion eins: was macht ein Teleobjektiv aus einer sehr lockeren Ansammlung -> eine dicht gedrängte Menschenmassen.

Lektion zwei: was macht ein Weitwinkel aus einer dichten Menge? -> einen lockeren Haufen.

Weitere Lektionen ohne Ende.