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Corona-JoboffensiveRudolf Anschober zu Pflege: "Brauchen 100.000 neue Mitarbeiter bis 2030"

Themen Gesundheit, Pflege und Arbeitsmarkt: Österreich braucht viele neue Fachkräfte, die "Corona-Joboffensive" soll mit Schulungsmaßnahmen dazu beitragen. Massentest: Gesundheitsminister sieht eine "sehr beachtliche Zahl für den ersten Durchlauf".

Gesundheitsminister Rudolf Anschober
Gesundheitsminister Rudolf Anschober © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Arbeitsministerin Christine Aschbacher haben am Montag Eckpunkte für geplante neue Schwerpunkte am Arbeitsmarkt erläutert. Inhaltlich geht es dabei vor allem um neue Pläne rund um die Themen "Pflege" und "Corona-Joboffensive".

Letztere war als "Corona-Arbeitsstiftung" gestartet, wurde dann aber umbenannt, da Stiftungen nur einen Teil des gesamten, 700 Millionen Euro schweren, Arbeitsmarkt-Pakets ausmachen.

Anschober begann zunächst mit einem "Update" und erklärte, dass "die Zahl der aktiv Erkrankten in Österreich weiterhin sinkt". 2588 Neuinfektionen sind in den vergangenen 24 Stunden bei 17.562 eingemeldeten PCR-Tests in Österreich registriert worden. Die Zahl der Neuinfektionen lag am Montag daher unter dem Sieben-Tage-Schnitt von 2765 Neuinfektionen im 24 Stunden. Allerdings wurden in den vergangenen 24 Stunden auch deutlich weniger Ergebnisse eingemeldet als die 23.283 Testergebnisse, die im Schnitt der vergangenen sieben Tage pro Tag hinzukamen.

Die knapp zwei Millionen Menschen, die zu den Massentests gingen, würden laut Anschober eine "durchaus sehr beachtliche Zahl für den ersten Durchlauf" darstellen. Vor allem, da alles verhältnismäßig "kurzfristig realisiert" wurde.

Pflegereform: Pläne sollen bis Ende Jänner fertig sein

Danach ging Anschober auf die anstehende Pflegereform ein, die er "wirklich ernsthaft umsetzen" wolle. Bis Ende Jänner soll das "inhaltliche Paket" fertig sein.

Der zentralste Teil der Reform sei der Bereich "Personal". 127.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien zurzeit "zu mehr als 30 Prozent über 50 Jahre alt". Hier würden Pensionierungen anstehen, die es dann dringend nachzubesetzen gelte. Anschober: "Wir werden bis 2030 nicht weniger als 100.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen."

Um dieses Ziel zu erreichen, habe man zahlreiche Bereiche in Vorbereitung. Ein Bereich sei jener der "Umschulunsgmaßnahmen". Wichtig seien aber auch ein möglichst "barrierefreier Berufseinstieg" und der Fokus auf  "jene 7 Prozent, die eine Pflegausbildung haben, aber nicht in der Pflege arbeiten". 

"Pflege" als Säule im Jobpaket

Arbeitsministerin Christine Aschbacher sprach anschließend über die 700 Millionen Euro teure Corona-Joboffensive. "Pflege und Gesundheit" sei eine der tragenden Säulen des neuen Pakets. 10.000 Personen seien in diesem Bereich zurzeit arbeitslos.

Zusätzliche 7000 Plätze würden nun für "Pflegeausbildung" geschaffen. Für diese Ausbildungen könne ergänzend zum Arbeitslosengeld auch der Bildungsbonus beantragt werden.

Kommentare (22)
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schulzebaue
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na das

sind dann gemessen an der Geburten eh nur 14% die er insgesamt im Pflegebereich unterbringen will.

Das wird sich wohl nicht ausgehen.

SANDOKAN13
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Für 1800 netto

wirds nicht viele Freiwillige gebn.

Redsepp
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Pflegekräfte rekrutieren

Bei den momentanen Zuständen und der undefinierbaren Disziplin der Österreicher und der Leute, die sich hier aufhalten, werden bis dahin ohnehin nur noch wenige da sein, die gepflegt werden müssen. Um Pflege auszuführen, sollten die Mitarbeiter nicht nur ihren täglichen "Job" runter-reißen, Pflege ist ein Beruf mit Berufung, Einfühlungsvermögen, Weitsicht und Empathie. Erneut diverse „Pflegekräfte“ aus dem Ausland zu rekrutieren ist wohl an Dummheit nicht zu überbieten und die Einheimischen werden schlicht, ihres Glaubens, zu schlecht bezahlt. Schon schlimm genug betrachten zu müssen, in welcher elendigen Abhängigkeit alte Menschen von völlig ungelernten Leuten aus dem Ausland, die keinerlei Ausbildung oder Erfahrung mit alten Menschen aufweisen können, keinerlei Sicherheits- und Hygieneauflagen kennen, bei Einreiseverbot der Betreffenden, dahinsiechen.
Ist wie mit der Familienpolitik, der unsäglichen Zuwanderung, der Pensionspolitik: Volles Versagen auf allen Linien und das haben Schwarz Rot in vielen ungenutzten, selbstherrlichen Jahren der Regierung verbockt, und zwar gewaltig. Jetzt irgendwelche Alibi(un)taten hervor zu zaubern, ist nicht ausgereift, nur ein Deckel zu drei Deckel auf Spiel.

Mein Graz
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@Redsepp

Gerade in der Pflege sind es die wenigsten, die "ihren Job runter-reißen", denn es ist schlichtweg unmöglich, sich den psychischen Anforderungen zu verschließen, wenn man nicht für diese Arbeit geeignet ist.

Ich bin glücklich, für meine Mutter ausgebildete Damen mit guten Deutschkenntnissen aus Bulgarien gefunden zu haben, die sie kompetent und liebevoll, bei Bedarf aber auch durchaus streng und konsequent, durch den 24-stündigen Alltag begleiten. Und das um einen Betrag, bei dem eine österreichische Betreuungskraft schon nach ein paar Stunden wieder weg wäre. Auch wenn die gesamte Familie zusammenlegen würde wäre es unmöglich, auf Dauer (es sind bisher schon 4 Jahre!) österreichische Betreuerinnen zu finanzieren, denn kein Österreicher würde um 55 € pro Tag arbeiten!

Ich weiß nicht, welche Erfahrungen andere Familien gemacht haben, wir sind hochzufrieden!

Redsepp
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@Mein Graz

Es ist erfrischend wie sich einzelne für die Bedürfnisse der Mehrheit einsetzten um doch nur das eigene Anbelangen in den Vordergrund stellen zu wollen. Ich glaube Ihnen, dass die Situation so ist, wie beschrieben, aber meinen Sie allen Ernstes, dass dies eine echte Lösung sei? Wenn die Dramatik an pflegebedürftigen Menschen so zunähme, wie Unkenrufe prophezeien, dann würde Österreich aus mindestens zur Hälfte von allen möglichen billigen aber definitiv ungeeigneten Kräften bestehen, die nach Kräften versuchen, was nur laienhaft von Ungelernten zu erreichen ist.
Die mannigfache Überfremdung ist ohnehin bereits im weit fortgeschrittenem Zustand, die durch weiteres Zutun nur noch größere Abhängigkeit schafft und bald gehen die paar verbliebenen Erwerbstätigen Österreicher, für die Haushaltshilfen aus zahllosen Ländern arbeiten und um die ausgeuferten Staatsschulden zu bedienen. Wer bleibt für die dann zur Pflege?

Mein Graz
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@Redsepp

Derzeit ist es die EINZIGE Lösung für alte Menschen, die zu Hause der Betreuung bedürfen, Personenbetreuer mit der entsprechenden Ausbildung aus dem östlichen Ausland kommen zu lassen.
Welche Möglichkeit böte sich sonst an?

Seriöse Agenturen vermitteln ausschließlich Personenbetreuer und Pflegekräfte mit entsprechender Ausbildung und keineswegs "definitiv ungeeigneten Kräfte", denn ich spreche hier nicht von Haushaltshilfen.

Was verstehst du unter "Überfremdung"? Wenn Menschen, vor allem Frauen, aus dem Ausland nach Österreich kommen, hier mehrere Wochen arbeiten und dann in ihrer mehrwöchigen Pause wieder in ihre Heimat zurück kehren?

Und ja, Dramatik für betreuungsbedürftige und pflegebedürftige ist noch viel schlimmer als so mancher annimmt und wird in Zukunft ohne Menschen aus dem Ausland nicht mehr zu bewältigen sein.

Sag mir eine einzige finanzierbare Alternative, wie man Menschen zu Hause betreuen oder pflegen lassen kann. Ich weiß keine.
Und die "Alten" in ein Pflegeheim zu stecken kommt zumindest für mich so lange nicht in Frage, so lange ein Zu-Hause-Bleiben noch irgendwie möglich ist. Obwohl das natürlich für die Angehörigen die billigste Möglichkeit wäre, denn das zahlt der Staat, wobei er für die Betreuung zu Hause nur einen kleinen Beitrag in Höhe von 275€ monatlich pro Betreuer zuschießt.

Redsepp
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Dilemma

Genau das ist das Dilemma, welches ich ansprechen wollte. EIN Deckel zu und DREI Deckel auf. Es ist nicht des Staatsbürgers Aufgabe, die mannigfaltigen Versäumnisse der Staatenlenker mit schwer erwirtschafteten privaten Mitteln zu kompensieren. Die Frauen aus den fernen Ländern sind leider nicht DIE Alternative, denn das meiste das da so real passiert, ist eine Art Sklavenhaltung wie im Personalverleih, rein subjektiv, ebenso. Einige machen dicke Geschäfte, die auf parasitieren Grundlagen aufgebaut sind. Die arbeiten, werden schändlich ausgenutzt und verheizt. Was aber, wenn die Preise der großartigen Agenturen ganz plötzlich in ungeahnte Höhen steigen, wenn die Abhängigkeit voll eintrifft? Was dann? Dann holen wir die nächsten Hiwis aus St. Irgendwoher?
Eine typische österreichische Lösung, ein provisorisches Provisorium, das provisorisch anteilsmäßig fast funktioniert. Umgelegt auf die Menschen ist Mahatma Gandhis Aussage zu bedenken: “ Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre ALTEN behandeln. “

Mein Graz
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@Redsepp

Sklavenhaltung.
Unsere Damen wurden uns über eine österreichische Agentur, die mit einer bulgarischen Partner-Agentur zusammenarbeitet, vermittelt. Die Kosten der ö. Agentur halten sich in Grenzen, es sind einmalige Kosten für die Betreuer und laufende Zahlungen in niedrigem Ausmaß durch die betreute Person (hat sich in 4 Jahren nicht verändert). Die Damen haben alle das Betreuungs-Gewerbe angemeldet, sie werden direkt bezahlt und die Bezahlung erhöht sich auch jedes Jahr oder jedes 2. Jahr.

Ob es Sklavenhaltung ist liegt hier wohl eher an der Familie, in der die Betreuer arbeiten. Es gibt Leute die verlangen von den Betreuern Tätigkeiten, die sie NICHT durchführen dürfen (z.B. Spritzen verabreichen) oder nicht durchführen müssen (z.B. Schnee schaufeln). Dies ist vertraglich geregelt.

Redsepp
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@Mein Graz

Leider haben Sie nicht lesen können oder wollen, was der Tenor ist. Sinn erfassend lesen ist nicht jedermanns Sache und schon gar nicht jeder Frau Sache. Am Problem wissentlich mir viel Pathos vorbeireden, (schreiben) das ist genau der Stil der Regierenden und auch Verantwortlichen Diener das Staates, wie es auch Ihrer sein könnte. Viel, viel reden ohne auch nur wirklich etwas zu sagen, außer es ist gut so wie es ist und bis wir so weit sind, wenn wir uns nicht vorher kaputtgearbeitet haben um das alles selber zu finanzieren, findet vielleicht die wundersame Wandlung statt, und wir nehmen das Problem, das ja keines für Sie zu sein scheint, ernst und suchen und finden seriöse Lösungen, ohne die halbe Weltbevölkerung als Hiwis bei uns einsetzen zu müssen, denn die Leute haben ihre eigenen Probleme in ihrer eigenen Heimat. Vielleicht machen Sie noch ein paar Überstunden mehr, damit Sie sich den günstigen Preis der so ehrenwerten und seriösen Agenturen leisten können, anstatt fünf Minuten über Lösungen nach zu denken. Wie auch immer.

Mein Graz
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@Redsepp

Was soll dieser Angriff?

Ich habe DICH nach einer Alternative gefragt, gekommen sind nur Allgemeinplätze.

Und jetzt greifst du MICH an?

Danke, das wars dann wohl.

bam313
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Woran liegt denn das?

Zitat:
10.000 Personen seien in diesem Bereich zurzeit arbeitslos.

Sehr verwirrend ...

Mein Graz
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@bam313

Gründe für 10.000 Menschen die in diesem Bereich derzeit arbeitslos gibt es vielfältige:
- die Anforderungen gerade in dieser Sparte sind psychisch wie physisch extrem hoch. Da kommt es häufig schon einige Jahre vor Erreichen des Pensionsalters dazu, dass man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.
- die Familienfeindlichkeit der Arbeitszeiten. Familien mit kleinen Kindern können diese nicht schon um 6 Uhr (und da beginnt häufig die 1. Schicht) in Krabbelstube oder KiGa bringen, oder um 22 Uhr abholen.
- die wirklich nicht überragende Bezahlung. Das führt m.E. ebenfalls dazu, dass eine junge Mutter lieber bei den Kindern bleibt, als diesem gesundheitsaufreibendem Beruf nachzugehen.
-..............

Von dieser Warte aus gesehen sind 10.000 Arbeitslose in ganz Österreich doch nicht viel, oder?

bam313
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Danke für die Aufklärung!

D.h. dass das Gesundheitswesen nicht nur bei den verfügbaren Betten kaputt gespart wurde.
Na toll ...

Mein Graz
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@bam313

Um "Betten" ging es nie - es ging IMMER um die Personen, die den Patienten, der in diesem Bett liegt, betreuen!
Krankenbetten kann man kaufen, man stellt sie einfach auf, stellt die Geräte dazu.
Aber das Personal dazu fehlt! Und das kriegt man nicht von heute auf morgen, es wurde schon Jahrzehnte lang verabsäumt, hier etwas zu bewegen. Denn so lange ist es den Experten schon bekannt, dass es zu einem Engpass beim Pflegepersonal kommen wird.

Nixalsverdruss
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Na dann endlich rekrutieren ...!

Es kann doch nicht sein, dass es nicht 100.000 Arbeitslose in Österreich gibt, die es wollen und auch noch dazu geeignet sind ...!

Mein Graz
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@Nixalsverdruss

Wie stellst du dir das vor?
Gerade in dieser Sparte sind Menschen beschäftigt, die einerseits extrem belastbar sein müssen, andererseits besonders viel Einfühlungsvermögen mitbringen.
Das kann nicht jeder, nicht einmal ein Bruchteil der als arbeitslos gemeldeten Personen!

Was hilft es, jemanden zum Pfleger auszubilden, der sich beim Anblick von Exkrementen übergeben muss, jemanden zur Krankenschwester auszubilden, der sich auf Grund von Wirbelsäulenproblemen nicht bücken kann, geschweige etwas Schweres heben?

Ichweissetwas
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die 100.000 Arbeitslosen

gehen doch nie in die Pflege, wo sie , ohne zu arbeiten, fast gleich viel Lohn erhalten....!

Mein Graz
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@Ichweissetwas

Du stellst das so dar, also ob 100.000 Menschen ohne Arbeit tatsächlich auch arbeitsunwillig sind.

Die meisten Menschen verlieren ihre Arbeit nicht freiwillig und sind auch nicht freiwillig arbeitslos.

UHBP
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der Fokus auf "jene 7 Prozent, die eine Pflegausbildung haben, aber nicht in der Pflege arbeiten".

Und schon einmal darüber nachgedacht, warum das so ist?
An der "überdurchschnittlichen" Bezahlung wird es wohl nicht liegen.

lombok
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"durchaus sehr beachtliche Zahl für den ersten Durchlauf"

Anschober tut mit schon leid - ganz ehrlich! Er muss die Anzahl der Testungen nun natürlich positiv darstellen. Dass zu wenige Österreicher die Tests und in weiterer Folge die Impfung nutzen werden, ist definitiv nicht seine Schuld. Für Dummheit kann unsere Regierung wirklich nix!

adidasler
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@lombok

ca. 70% der Bevölkerung als "dumm" zu bezeichnen sagt auch etwas über sich selbst aus

wischi_waschi
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adidasler

Ja , das hat die Regierung wirklich zustande gebracht. Das die Leute die diesen ganzen "Schmarren"
nicht mehr mitmachen , als Idioten bezeichnet wird.
Ist so.........