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1. HalbjahrBank Austria schreibt 55 Millionen Euro Verlust

Die Coronakrise schlägt sich auch auf die Banken durch. Wegen Einzeleffekten schreibt die Bank Austria im ersten Halbjahr sogar Verlust.

 

Die Auswirkungen der Coronakrise haben die Geschäfte der UniCredit sowie ihrer Österreich-Tochter Bank Austria im Halbjahr weiter belastet. Unterm Strich wies die italienische Mutter für das Österreich-Geschäft einen Verlust von 55 Millionen Euro aus, nach einem Gewinn von 224 Millionen Euro in der Vorjahresperiode.

Das zweite Quartal fiel etwas besser aus als das erste Jahresviertel. Unterm Strich stand ein positives Ergebnis von plus 3 Millionen Euro zu Buche, nach einem Verlust von 58 Millionen Euro im ersten Quartal 2020. Gegenüber dem Vorjahresquartal entsprach das jedoch einem Einbruch um 98,4 Prozent.

Abschreibung

Der Gewinn sei von einer einmaligen Abschreibung in Höhe von 63 Millionen Euro im Zusammenhang mit der 3-Banken-Gruppe beeinflusst gewesen, hieß es im Halbjahresbericht der Bank. Im Jahresvergleich seien die Dividendeneinnahmen aufgrund eines geringeren Beitrags der 3-Banken-Gruppe deutlich gesunken. Wegen der Coronakrise empfehlen die Europäische Zentralbank (EZB) und die Finanzmarktaufsicht (FMA) den Banken derzeit, bis Ende des Jahres keine Dividenden auszuzahlen.

Zum Halbjahr standen die Risikovorsorgen bei 84 Millionen Euro. Die Einnahmen fielen im Halbjahr um 12,9 Prozent auf 645 Millionen Euro und im zweiten Quartal um mehr als ein Fünftel (minus 21,6 Prozent) auf 303 Millionen Euro. Die operativen Kosten stiegen im zweiten Jahresviertel um 8,2 Prozent, das operative Ergebnis lag bei 61 Millionen Euro und damit um 62,8 Prozent unter dem Ergebnis der Vorjahresperiode.

Die Kostenquote - das Verhältnis der Kosten zu den Einnahmen (Cost-Income-Ratio) - verschlechterte sich im zweiten Quartal im Jahresvergleich auf 80 Prozent (Q2 2019: 58 Prozent). Für das erste Halbjahr belief sich die Cost-Income Ratio auf 76,7 Prozent (H1 2019: 64,7 Prozent).

In der UniCredit-Österreich-Division sind mit dem Privat- und Firmenkundengeschäft auch die Geschäfte mit gehobenen Privatkunden enthalten, aber nicht das hierzulande getätigte Corporate/Investmentbanking.

Mutterkonzern: 2. Quartal in schwarzen Zahlen

Die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit hat im zweiten Quartal wegen der Folgen der Coronapandemie deutlich weniger verdient als vor einem Jahr. Anders als im ersten Quartal gab es aber keinen Verlust. Zudem fiel der Überschuss höher aus, als Experten erwartet hatten. In den drei Monaten bis Ende Juni verdiente die Bank 420 Millionen Euro und damit 77 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Von Bloomberg befragte Experten hatten allerdings im Schnitt mit einem Gewinn von lediglich 235 Millionen Euro gerechnet. Neben stark gesunkenen Erträgen sorgte die deutlich erhöhte Risikovorsorge für den Ergebniseinbruch, wie die Bank am Donnerstag in Mailand mitteilte. Im ersten Quartal hatte die Bank wegen Corona-Sonderbelastungen, eines verlustreichen Verkaufs einer Beteiligung in der Türkei und Kosten für den Stellenabbau noch einen Verlust von 2,7 Milliarden Euro verbuchen müssen.

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