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Gegen US-GigantSo kämpft der österreichische Handel gegen Amazon

Branchenvertretung fordert gesetzliche Regulierung für Amazon. BWB will bis Mitte Februar entscheiden, ob sie Ermittlungen wegen des Verdachts auf Machtmissbrauch aufnimmt.

Proteste gegen Amazon in den USA
Proteste gegen Amazon in den USA © APA/AFP/Kerem Yucel
 

Der Onlineriese Amazon ist dem österreichischen Handel ein Dorn im Auge - insbesondere der Marktplatz, über den Drittanbieter bei Amazon ihre Waren anbieten. Dieser soll künftig von einer eigenen Regulierungsbehörde kontrolliert und reguliert werden, fordert der Handelsverband am Montag. Die Interessensvertretung will eine gesetzliche Regelung vergleichbar mit dem Telekommunikationsgesetz.

Gleichbehandlung

Die Regulierungsbehörde soll demnach Gleichbehandlung, diskriminierungsfreien Zugang zum Marktplatz und fairen Zugang zu Daten sicherstellen, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes, Rainer Will, laut einer Aussendung vom Montag.

Amazon behalte sich das Recht vor, Verträge mit seinen Marktplatz-Händlern jederzeit ohne Grund und mit sofortiger Wirkung zu kündigen oder auszusetzen, kritisierte Will. "Kleine Webshop-Betreiber haben in Österreich mittelfristig kaum mehr eine Marktchance und sind von einer Listung bei Amazon regelrecht abhängig. Viele Verbraucher starten ihre Produktsuche direkt bei Amazon. Aus der Sicht des Konsumenten existiert ein Produkt somit nicht, wenn dieses nicht auf Amazon gelistet ist", so Will.

In Österreich ist der Onlinehandel fest in der Hand von Amazon. 2017 setzte das Unternehmen hierzulande rund 690 Millionen Euro um, dazu kommt ein Umsatz von etwa 700 Millionen Euro, den Amazon über seinen Marktplatz lukriert.

Beschwerde

Erst im Dezember hatte die Interessensvertretung bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eine Beschwerde gegen Amazon eingebracht. Im Visier stehen der Datenaustausch innerhalb Amazons und seine Geschäftsbedingungen für Händler. Laut "Standard" (Wochenendausgabe) will die Behörde bis Mitte Februar entscheiden, ob sie gegen den Konzern Ermittlungen wegen des Verdachts auf Machtmissbrauch aufnimmt.

Rauer Wind

Rauer Wind weht dem Internetgiganten auch in Deutschland entgegen. Vergangene Woche hat ein deutsches Gericht Amazons WLAN-Bestellknöpfe verboten. Die über WLAN mit dem Internet verbundenen Bestellknöpfe ("Dash Buttons") benachteiligten Verbraucher und seien deswegen unzulässig, entschied das Oberlandesgericht München. Klare Informationen zu Inhalt, Preis und der klare Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung fehlten, urteilten die Richter. Amazon kündigte Rechtsmittel gegen das Urteil an. Seit 2016 bietet Amazon solche Bestellknöpfe an, mit denen Waschmittel, Katzenfutter, Kaffee und andere Produkte des täglichen Bedarfs per Knopfdruck bestellt werden können.

"Da sich das deutsche Urteil auf eine EU-Richtlinie bezieht, ist auch ein Verbot in Österreich sehr wahrscheinlich", erwartet der Handelsverband. Der Branchenverband hat nun auch Käufe über die Sprachassistentin Amazon Alexa genauer unter die Lupe genommen. "Testbestellungen haben gezeigt, dass die Konsumentenschutzbestimmungen bei Bestellungen via Alexa in Österreich nicht eingehalten werden", so der Handelsverband. Der von Alexa zunächst genannte Preis enthält die deutsche Mehrwertsteuer (19 Prozent), erst nach zahlungspflichtiger Bestellung werde der tatsächliche Kaufpreis inklusive österreichischer Mehrwertsteuer (20 Prozent) genannt. Dieses Vorgehen widerspricht der Branchenvertretung zufolge klar der geltenden Rechtslage.

Der Handelsverband ist eine freiwillige Interessenvertretung österreichischer Handelsunternehmen. Aktuell hat er 150 Mitglieder, darunter Branchengrößen wie Rewe (Billa, Merkur, Penny, Bipa, Adeg), Hofer, Thalia, Deichmann, C&A, Peek & Cloppenburg, Palmers, Hartlauer oder Ikea.

Kommentare (10)

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fwf
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Internet versus Einzelhandel

Sobald man einen Artikel im Einzelhandel sucht, der nicht Massenware ist, stößt man schnell an die Grenzen - nicht lagernd, kann bestellt werden. Bestellen kann ich im Internet aber auch selbst und muß nicht zweimal zum Geschäft fahren. Dazu kommt meist der Preisvorteil im Internet und die Gratis-Zustellung. Der Einzelhandel kalkuliert teils mit enormen Spannen und glaubt mit Rabattaktionen die Kunden zu binden.
Der einzige Weg, die Versandhäuser etwas zu bremsen kann nur über eine etwa gleichwertige Besteuerung gehen. Der Einzelhandel, geplagt durch viele gesetzliche Auflagen und Abgaben muss daher naturgemäß auch höhere Spannen kalkulieren. Entweder müssen die Abgaben für den Einzelhandel deutlich gesenkt, oder die internationalen Versandhäuser entsprechend höher besteuert werden, um hier eine Chancengleichheit herzustellen.

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Tuxina
0
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Es kommt nicht nur auf den Preis an

Sondern auf das schwache Angebot. Wenn der Einzelhandel es nicht vor Ort hat und bestellen will... Ja dann kann ich auch direkt selber bestellen, habe die Ware schneller daheim und zudem dann zusätzlich noch günstiger.

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Staubzucker
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6
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PREIS

Ich brauchte einen kleinen Kofferradio mit Netz und Batterie und was dazu.
Der kostet im Geschäft Euro 55,-- bei A....... Euro 25,20.

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pomone
2
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Wettbewerbsverzerrung

Mr. Amazon sollte der gleichen Steuerbelastung ausgesetzt sein, wie jeder kleine Greisler in Österreich. Wenn man die Mitarbeiter ausbeutet und sich durch Firmenkonstrukte und Standorte einen Steuervorteil verschafft, wird klar warum der Boss dieses Unternehmens der reichste Mensch der Welt ist

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duesentrieb1
0
8
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Es gibt nichts, was es alles gibt

Das Probem fängt schon damit an, dass es sehr wohl eine Nachfrage gibt, nur kein Angebot. Bei etwas spezielleren Dingen gehst du im Einzelhandel, selbst in einer Landeshauptstadt, vergebens auf die Suche. Nein, das haben wir nicht, nein das könnten wir höchstens bestellen. Da spare ich mir die Fahrt, die Parkplatzsuche, die Gefahr, eine Strafe zahlen zu müssen und, und, und. Es wird vom Handel ein Umdenken zur Flexibilität stattfinden müssen, nicht vom Konsumenten. Inklusive Preisgestaltung

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Reipsi
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Ja, auch ich kaufe

viel bei Amazon, es gibt einige Gründe dafür, ich brauche nicht in ganz Graz herumfahren um zu schauen wo es billiger ist , das kostet zusätzliches Geld und die Umwelt wird belastet, was man ja nicht machen sollte. Wenn ich das mit dem öffentlichen Verkehrsmitteln machen würde, braucht dad Tage und ich dann erst mit dem Auto hinfahren. So suche ich aus, der Preis passt, und es wird mir nach Hause zugestellt, passt, alles bestens.

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Mr.T
6
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Wenn ich in einem Geschäft frage:


Warum ist das so teuer?

Bekomme ich als Antwort:

Angebot und Nachfrage machen den Preis!

In Wahrheit hat der österreichische Handel kein Angebot!!! Der Preis ist trotzdem hoch!!!

Ich kaufe jedes Produkt im österreichischen Handel, wenn es verfügbar ist und nur einen ähnlichen Preis hat wie im Internet!

Und bitte nicht vergessen... beim Internetgiganten A..z.n werden über 60% der Produkte vom normalen Handel versendet der mit A..z.n kooperiert! Logerweise ist die Gewinnspanne nicht so groß wie gewonnt... der österreichische Handel schlägt ja bis zu 400% auf!

Und jetzt bestellt die Wirtschaft beim Auftragskanzler Hilfe... mal sehen wie schnell der Basti da hüpft?

Lieber Handel... ihr müsst euch auf dem Lauf der Zeit einstellen... das ist Angebot und Nachfrage... nur jetzt diktiert der Kunde!

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Tuxina
3
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Peinlich

Österreichs lokaler Einzelhandel ist ein Witz, besonders in ländlichen Gebieten, die ja einen Grossteil ausmachen. Preise mehr als doppelt so hoch wie im Internet sind keine Seltenheit, in Verbindung mit einem Angebot welches die Zielgruppe unter Mitte 40 nicht trifft. Sorry, da bestelle ich bei za... Eine Auswahl und habe was ich will. Macht auch keinen Unterschied ob ich in die Landeshauptstadt fahren muss, ewig Parkplatz suchen und dann durchs Einkaufszentrum renne wo nur ausländische Modeketten anwesend sind oder online bestelle.
Und der österreichische Online Handel? Ist nicht vorhanden?

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Rudolph
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Kampf um Umsatz

Es braucht sich keiner Wundern, versuch bei Österreichs Unternehmen im Webshop Information über ein Produkt und den dazugehörigen Preis zu finden. Da kann man nur sagen Pech gehabt es fehlt vieles, auf jeden Fall der Preis. Österreichs Handel ist nicht Reif für das Internet, die haben Angst vor Preisvergleiche. Unsere Händler sind nur laut beim "Jammern", aber so macht man kein Geschäft.

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ko
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Rudolphs Kampf...

...mit der deutschen Sprache: versuch‘ doch einmal dir im österreichischen Buchhandel ein Buch über die deutsche Sprache, deren Anwendung, deren Grammatik und deren Rechtschreibung zu bestellen, du wirst sehen - die Preise sind überall angegeben - und lies‘ dann ein bisserl darin!

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