Bis zu 582 Prozent zu viel

Smarte Stromzähler messen oft viel zu hohen Verbrauch

Nach und nach werden in Österreichs Haushalten die Stromzähler gegen sogenannte Smart Meter getauscht. Doch die Geräte haben ein Problem.

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Intelligente Stromzähler ersetzen nach und nach die alten Modelle
Intelligente Stromzähler ersetzen nach und nach die alten Modelle © Energie Steiermark
 

Viele der neuen digitalen Stromzähler, die auch in Österreich sukzessive die alten Geräte ersetzen, messen laut einem "Spiegel"-Bericht viel zu hohe Verbrauchswerte. Diesen Verdacht lege eine Studie der Universität Twente in den Niederlanden nahe. Österreichs Netzbetreiber kennen das Problem.

Die niederländischen Wissenschafter überprüften neun handelsübliche "Smart Meter", die zwischen 2004 und 2014 hergestellt wurden. Mehr als die Hälfte der Zähler wiesen Werte aus, die weit über dem tatsächlichen Verbrauch lagen, teilweise um bis zu 582 Prozent, berichtete das Magazin am Freitag laut Vorabmeldung.

Grund für die hohen Abweichungen sei die zunehmende Anzahl von Stromspargeräten in den Haushalten, so die Studie. Sie folgten bei der Stromaufnahme nicht mehr der bisher üblichen Wellenbewegung, sondern einem "abrupterem Muster". Darauf seien die beanstandeten Zähler jedoch nur unzureichend vorbereitet und lieferten somit fehlerhafte Werte, so das Ergebnis der Versuchsreihen.

Lichtdimmer und LED werden zur Kostenfalle

Die größten Abweichungen habe es gegeben, wenn die Haushalte Lichtdimmer hatten und gleichzeitig Energiespar- oder LED-Birnen verwendeten.

In den Niederlanden haben Verbraucherschützer und Netzbetreiber bereits reagiert. Sie fordern, dass die Geräte flächendeckend überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden.

In Österreich ist das Problem den Netzbetreibern und Herstellerfirmen bekannt, wie Ernst Brandstetter vom Branchenverband Oesterreichs Energie auf APA-Anfrage sagte. Sollten Störungen auftauchen, könnte man jedenfalls rasch reagieren. Bisher habe es in Österreich noch keine falschen Messungen gegeben.

Verbrauch kontrollieren

Das erste Mal wurde das Problem im Zusammenhang mit einer technologisch minderwertigen Weihnachtsbeleuchtung bemerkt, so Brandstetter. Dies war aber nicht in Österreich.

Der niederländische Professor Frank Leferink rät Konsumenten jedenfalls, ihren Verbrauch zu kontrollieren und sich bei Verdacht an den Stromversorger zu wenden.

Die EU schreibt vor, dass bis 2020 80 Prozent aller Stromzähler durch "Smart Meter" ersetzt werden. Österreich hat einen ambitionierteren Fahrplan, der aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht eingehalten werden kann. Laut derzeitigem Plan sollen bis 2019 95 Prozent der insgesamt 5,5 Millionen Zähler getauscht sein, derzeit sind es aber erst zehn Prozent. Der E-Wirtschaft geht das zu schnell. Momentan laufen Gespräche zwischen Versorgern, Regulator E-Control und Wirtschaftsministerium. "Das EU-Ziel von 80 Prozent bis 2020 werden wir aber schaffen", so Brandstetter.

Kommentare (32)
JSH2GT87KY7D28T0
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Smartmeter

Und wenn der Zähler falsch misst,muss es der Kunde beweisen,
nicht der Stromverkäufer.

blueenzian
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Black Out

Buchempfehlung: Black out

microfib
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Stromzähler

Und wenn es dann in einem Jahr einen Unterschied von 10 Kw gibt? Können Sie sicher sein, das Ihr alter Stromzähler richtig zählt, wurde er in letzter Zeit überprüft? Das Problem ist, das die alten Stromzähler nur 0,1 Kw als kleinsten Wert anzeigen. Denn um einen Verbrauch überhaupt messen zu können, müßten Sie 200 Leds a` 5 Watt eine Stunde lang einschalten. Da das Problem bei den dimmbaren Leds aufrat. Um den Verbrauch einer einzigen Led anzuzeigen braucht man nähmich eine digitales Messgerät mit drei Kommstellen, um einen Verbrauch auslesen zu können. Übrigens, in vielen Firmen gibt es schon lange smarte Stromzähler. die von ihnen selbst angeschafft wurden.

Chora
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Ausrede

Sie tun ja gerado so, als ob ein zu geringer Verbrauch auf einmal ein Problem darstellt. Kleinstströme konnte man schon immer messen - oder glauben Sie, dass die ganzen Geräte, welche im Stanby nur 1 - 3 Watt verbrauchen bisher gratis waren? Das mit den LEDs und den Dimmer ist nur vorgeschoben um ein Problem darzustellen, welches es mit den alten Ferrarie Zählern nie gab.

microfib
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Das

gleiche Problem gibt es auch bei den alten Stromzählern. So kann man ein 60Watt Glühbirne zwar auf die Helligkeit einer 40Watt Birne drimmen, aber der Stromverbrauch ist nich der einer 40Watt Birne. Bei Verringerung der Helligkeit um 50% sinkt der Stromverbrauch aber nur um 25 %. Dazu verbraucht ein Dimmer selbst auch Strom. Bei Leds ist das noch komlizierter, da braucht man einen Phasenabschnittsdimmer. Sie brauchen nur einen Schaltaktor mit Leistungsmessung dazwischen hängen, der wird Ihnen das Beweisen, das Dimmen und Verbrauch nicht das Gleiche ist.

microfib
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Kennen

Sie sich in der Regel und Messtechnik aus, kennen sie die Tolerangrenzen eines Messgerätes? Kennen Sie Messnormen mit ISO-Zertifikat, bei Baumarktprodukten, bei Prudukten, die geeicht sind? So hat der alte Zähler eine erlaubte Toleranz von plus-minus 2%. Nur medizinische Geräte haben Null-Tolleranz. Sowohl die alten als neue Zähler messen die 1-3 Watt. Die Probleme bei den Dimmern bei Energiesparlampen besteht darin, das Energiesparlampen durchschnittlich 7 Watt haben, die auch gemessen werden, es werden auch nicht 10 oder 20 Watt gemessen. Nur wenn Sie eine 7 Watt-Lampe auf dimmen, gibt es den Messunterschied, (keine geeichten). Das hängt aber meistens mit billigen Energiesparlampen und vor allem den Dimmern aus dem Bauhaus mit minderwärtiger Qualität der Stromspulen im Dimmer selbst zusammen.

Chora
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Parallel Installation

Sollte ich irgendwann einmal in Verlegenheit kommen, dieses Gerät bei mir zwangsweise installiert zu bekommen, so werde ich darauf bestehen, dass der alte Ferrari Zähler mindestens 2 bis 3 Jahre parallel zum neuen Smartmeter installiert bleibt. Dann würde man zumindest die nächsten 3 Jahre die beiden Geräte vergleichen können. Von der Größe her sind die neuen Smartmeter meist kleiner, daher werden sie auch zusätzlich in den Stromkasten passen.

Nachdem man den Smartmeter auch fernkonfigurieren kann, wird dann halt nach 3 Jahren ein "Softwareupdate" eingespielt, welche die Erfassung zu Gunsten dem Lieferanten "korrigiert"....

Sofern diese Smartmeter ein GPRS / 3G oder LTE Modul eingebaut haben, wird es noch viel interessanter... Die Firmware in diesem Modul schreibt nämlich nicht der Hersteller der Smartmeter sondern der Hersteller des GPRS/3G/4G Moduls.. und das kommt aus China, oder Korea, ...so eine kleine "Schwachstelle" in dieser Firmware kann schon mal einiges dabei anrichten..

paulrandig
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Darf ich...

...darauf bestehen von der Stelle, die bei mir einen Smartzähler einbauen will, eine schriftliche Garantie zu bekommen, dass dieser Zähler meinen tatsächlichen Stromverbrauch misst, andernfalls sowohl eine Rück- als auch eine Strafzahlung seitens dieser Stelle an mich fällig wird?
Hier wäre ein Musterprozess interessant.

JSH2GT87KY7D28T0
6
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Smartmeter

Kelag.

korrekt ist, dass der kontinuierlichen Datenübertragung widerrufen werden kann.
Im Falle eines Widerrufs wird ein SmartMeter (=elektronischer Zähler) ohne permanenter Datenübertragung installiert. Alle Funktionen, die ein SmartMeter hat, werden deaktiviert.
Die jährliche Fernablesung wird jedoch wie geplant durchgeführt.

Optisch werden die elektronischen Zähler jedoch gleich sein.

Ich möchte bei dieser Gelegenheit betonen, dass für den Kunden keine Nachteile, beispielsweise, keine höheren Messpreise entstehen.

Mit freundlichen Grüßen

Ute Tischler
Kundenservice

Giuseppe08
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Smartmeter

Das Problem liegt nicht darin ob Smartmeter mit oder ohne kontinuierlicher Datenübertragung eingesetzt werden. Somit sind die genannten "Argumente" hinfällig. Das Problem sind generell die elektronischen Zähler, da der Verbrauch errechnet und nicht wie bisher über ein direktes Messwerk gezählt wird.

stadtkater
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Wenn dann mit dem Smartzähler

der Stromverbrauch durch Fernablesung ermittelt, erspart sich der Kunde doch die Kosten für für den jährlichen persönlichen Ablesebesuch durch den Netzbetreiber, oder etwa nicht?

WernStein
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Toll!

Die alten Zähler haben den realen Stromverbrauch gemessen. Die neuen Stromzähler messen einen Stromverbrauch, den die Stromkonzerne gerne haben möchten.
Das ist also der Grund für den Austausch der Zähler!
Denkbares Szenario: Irgendwo sitzt jemand in der Konzernzentrale und drückt auf irgendeine Taste am PC und plötzlich hat man 500 KW mehr verbraucht. Kann man es nachvollziehen und beweisen? Natürlich nicht!
Dass weniger gezählt wird als der reale Verbrauch - das ist jedenfalls zu 100% ausgeschlossen! Merkwürdig? Ja, schon!

NHF89F4VEUTBWY27
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Viele messen ungenau ...

Na dann hoffe ich das ich ein Kastl bekomm das nicht unter " viele " fällt ..🙊

Irgendeiner
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Und wie bitte soll ich nachweisen,daß das Problem

am Zähler liegt und der angegebene Verbrauch niedriger war,ich meine,bis 582 Prozent,rechne sich das jeder für den eigenen Verbrauch aus.Und daß der zu wenig zählt ist nicht möglich,also immer zu Gunsten von Energielieferanten und Netzbetreiber.Was würdets denn machen wenn euer Gastwirt Euch fürs Bier statt etwa drei etwa achzehn Euro abknöpft und lächelnd erklärt,manchmal spinne die Zapfanlage eben?Abgesehen davon,daß ich meine Bude digitalisiere wenn ich es so haben möchte und ich will aus vielerlei Gründen nicht,behaltet Euch den Schmarrn,es reicht mir,daß die Miete für einen Wasserzähler höher ist als ein geeichtes Neugerät,ich wills nicht,ihr spart Euch das ablesen und ich leg noch ein Körberlgeld drauf,wo ist der VKI.

wosinetwas
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Wenn schon alles geeicht wird ...

... warum nicht auch die Stromzähler? Ich vertraue den EVU nicht mehr ... die steigen immer gut aus während wir uns zwar den Stromlieferanten aussuchen dürfen, aber dafür die Leitung mieten müssen. Nir eine Frage der Zeit, wann die Sonnensteuer kommt ...

Giuseppe08
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Eichung

Stromzähler sind geeicht. Die Eichung sagt aber nichts über die einwandfreie Funktion aus sondern vielmehr nur über die Genauigkeit der Messung. Zähler müssen eine Genauigkeitsklasse von mind. 0,5% haben.
Somit gilt: "Wenn schon falsch gemessen wird, dann wenigstens genau falsch"

stadtkater
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Mir fehlt im Bericht

die Information, dass Kunden nicht verpflichtet sind dem Einbau eines Smartzählers zuzustimmen (Opt-Out-Klausel). Und außerdem möchte ich wissen, wer den Austausch bezahlt: der Mieter, der Eigentümer oder der Stromlieferant?

stadtkater
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Ich habe gerade erfahren, dass man auch bei

Verzicht auf einen Smartzähler einen neuen eingebaut bekommt, nur halt mit deaktivierter Funktion. D.h., dass auf jeden Fall Zusatzkosten anfallen werden, die dann wahrscheinlich der Kunde zu bezahlen hat. Aus meiner Sicht ein Riesenskandal! Wer überprüft denn überhaupt die Kosten für diese untauglichen Kastln?

JSH2GT87KY7D28T0
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In

Österreich weiss man das auch,warum wird dann munter weiter
getauscht? Und warum werden die Smartzähler für Österreich
in Slowenien gebaut? Sind wir zu dumm dazu?

matschek
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und

wie soll ich das kontrollieren? Ich kann es ja nicht abwiegen o.ä.! Was ist bei 3% oder 5% oder 8% Abweichung? Eine versteckte Preiserhöhung? Jeder Kunde sollte zumindest für ein halbes Jahr einen zweiten Kontrollzähler installiert bekommen - nachdem die Geräte (hoffentlich) geeicht sind müssen dann bei beiden Geräten die selben Verbrauchswerte aufscheinen.

WernStein
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@matschek...

..sie haben genau den Punkt getroffen!
Es bleibt nur eines übrig: Den Stromverbrauch vor und nach dem Einbau penibel zu dokumentieren - am besten täglich zur gleichen Zeit ablesen und auflisten. Mein Stromverbrauch variiert nicht wesentlich über 0,3 KW/Tag. Da hat man eine gewisse Kontrolle. Aber Beweis für den Konzern ist es halt auch keiner!
Noch etwas: Ich verstehe die 25% "Daumen hinunter" für ihren lesenswerten Beitrag nicht! Ist denen alles egal?
Abgesehen davon kann ich einen Beitrag lesenswert finden, obwohl ich anderer Meinung bin!

paulrandig
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Hat das was...

...mit PulsWeitenModulation zu tun? Ich kann es ja fast nicht glauben, dass die "smarten" Stromzähler nicht darauf ausgelegt sind!

caldara
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Ganz einfach die neuen Zähler verweigern


das ist gesetzlich vorgesehen. Jeder Hacker kann diese Zähler auslesen und sogar boshafterweise den Strom abdrehen.

Diese Zähler haben im Unterschiede zu den alten Zählern auch einen Eigenverbrauch.

Sie sind das Werk von EU-Lobbyisten um die Herstellerfirmen mit Milliarden von Euro zu versorgen.

microfib
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Eigenverbrauch

Dann sitz bei Ihrem altem Zähler ein kleines Männchen und treibt das Zählrad an? Der alte Wechselstromzähler kommt im Jahr auf etwa 10 kWh, die er verbraucht. Smart Meter brauchen um fünf bis acht Prozent weniger Strom.

stadtkater
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Auch bei Verweigerung

bekommen Sie ein neues Messgerät, aber halt mit Deaktivierung! Ja, das ist Österreich - es bleibt einem im wahrsten Sinne nichts erspart!

microfib
30
13
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Sie

haben wohl zu viel Märchen gelesen.

 
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