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Club of Rome

"TTIP und CETA sind Missgeburten"

Ernst Ulrich von Weizsäcker kündigte bei einer Podiumsveranstaltung in Velden einen neuen Alarmruf des Club of Rome an und warnte vor der Hasskommunikation in Sozialen Medien.

Ernst Ulrich von Weizsäcker beim Sommergespräch des Ökosozialen Forum Kärnten mit Präsident Walfried Wutscher © Helmuth Weichselbraun
 

"Wer mehr Wettbewerb will, muss gegen TTIP sein.“ Mit drastischen Worten warnt der Co-Präsident des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker, vor dem transatlantischen Freihandelsabkommen mit den USA. Er sei „für Zollabbau und freien Handel, aber gegen die Schiedsgerichte, die die Amerikaner wollen.

Geheimgerichte erzeugen verbrecherisches Denken“, erklärte er Montagabend bei einer Podiumsveranstaltung in Velden am Wörthersee. Er verwies auf die amerikanische Freihandelszone Nafta, in der mit Millionen entschädigt werden musste, wenn sich Konzerne von Staaten ökonomisch behindert fühlten.

„Wer gegen TTIP und CETA ist, ist nicht gegen fairen Handel. Das hat mit Ablehnung von Gaunerei zu tun. TTIP und CETA sind Missgeburten“, sagte Weizsäcker – unwidersprochen vor hochrangigen ÖVP-Vertretern. Gastgeber war das Ökosoziale Forum Kärnten mit Präsident Walfried Wutscher, unter den Gästen die ÖVP-Bundesparteivizechefin und EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger.

"Fehlgeleitete Landwirtschaft"

„In der Verbrechensliste steht Landraub ganz oben“, schilderte der Biologe und ehemalige SPD-Politiker die Dramatik in der globalen Agrarpolitik. Die Massentierhaltung sei fehlgeleitete Landwirtschaft, Österreich gebe mit der Almwirtschaft die nachhaltige Antwort darauf. Die UNO-Pläne zur Überwindung des Welthungers ließen nun eine Verdreifachung der Fleischproduktion erwarten. Der Anteil an globaler Lebendbiomasse betrage jetzt schon rund 60 Prozent an Nutztieren.

Eine Zustandsanalyse des gefährdeten Globus werde Teil eines neuen Alarmrufes des Club of Rome sein, der 1972 vor dem Ende der Ressourcen warnte. Diese würden nun exponentiell verbraucht. Teil zwei der Streitschrift werde, wie Papst Franziskus´ Enzyklika Laudato Si, die Ursachen der Naturvergeudung anprangern: „Habgier, Selbstsucht und der heutige Kapitalismus“, so Weizsäcker.

Alarmruf nach neuer Aufklärung

Als Drittes werde ein Alarmruf nach einer neuen Aufklärung erfolgen: „Wir müssen eine Selbstverständlichkeit ethischer Kriterien wiedererwecken.“ Die Publikation des Club of Rome soll unter dem Titel „Come on“ erscheinen, im Doppelsinn: „Komm nicht damit, sowie komm, mach mit.“
Alle Hände voll zu tun hätte man akut gegen die Hasskommunikation in den Sozialen Medien, ging Weizsäcker auf Amok und Terror ein. „Wir müssen die Regierungen ermächtigen, gegen Gewalt und Hass vorzugehen, ohne die Demokratie zu schmälern.“

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Gute Veranstaltung

Dem Bericht zufolge organisierte das ÖSF Kärnten eine feine, zukunftsträchtige Veranstaltung. Obmann Wutscher und seinem Team kann dazu nur gratuliert werden. Schade ist nur, dass die Einladung dazu oder Hinweise in den Medien eher sparsam gestreut wurden.

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