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Für Bauern

IG Milch fordert 50 Cent pro Liter Milch

Die Interessensgemeinschaft IG Milch fordert einen Erzeuger-Milchpreis von 50 Cent pro Liter - für die ersten 50.000 Liter. Das würde eine Überproduktion weniger attraktiv machen.

Bauern fordern höheren Preis für Milch
© APA/BARBARA GINDL
 

Wien (APA) - Die Vertreter der IG Milch warnen aufgrund des Preisverfalles vor einem Milchbauernsterben in Österreich und fordern einen Erzeuger-Milchpreis von 50 Cent. "Die Krise ist voll da", sagte Ewald Grünzweil, IG Milch Obmann, am Montag vor Journalisten. Die Bauern bekommen derzeit von den Großmolkereien für einen Liter konventionelle Milch nur mehr 30 Cent, vergangenes Jahr waren es bis zu 40 Cent.

Heute, Montag, findet ein Sondertreffen der EU-Landwirtschaftsminister in Brüssel aufgrund des Milchpreisverfalles statt, bei dem Hilfspaket für die Milchbauern präsentiert wird. Seit Mai ist der EU-Milchmarkt liberalisiert, zuvor war die Produktion mit Quoten beschränkt. Die Bauern können nun so viel Milch produzieren wie sie wollen. "Wir müssen raus aus der Wachstums- und Intensivierungssackgasse", betonte Grünzweil. "Wir tragen sicher eine Mitschuld", zeigte er sich selbstkritisch. Das Hilfspaket der EU-Kommission bezeichnete er als unzureichend und "als alten Hut". Maßnahmen wie Exportförderung oder Einlagerung würden nicht den Milchmarkt stabilisieren.

Die IG Milch fordert einen Milchpreis von 50 Cent pro Liter für konventionelle Milch und 60 Cent für Biomilch. Der Preis soll den Milchbauern für die ersten 50.000 Liter gezahlt werden, dann soll es Preisabschläge von mehreren Cent geben. Der Bauernbund hatte kürzlich einen Milchpreis von mindestens 40 Cent und eine "Agrarmarkt-Control" zur Preisüberwachung gefordert.

Die Interessensvertreter der IG Milch drängen auch auf eine "Umstellungsförderung NEU" für Biomilchbauern. Die Umstellung eines Betriebes auf "Bio" dauert derzeit zwei Jahre. Derzeit sei die Nachfrage nach Biomilch viel höher als das Angebot, so die IG Milch. Die Bauern erhalten zurzeit rund 40 Cent für einen Liter Biomilch.

Auch die Grünen in Österreich forderten am Montag eine Milchdrosselung und eine Qualitätsoffensive statt einer Exportförderung. "Wenn zu viel Milch auf dem Markt ist, müssen wir das Angebot verknappen - wir benötigen dringend eine Milchdrosselung" fordert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen. "Minister (Andrä) Rupprechter und der Bauernbund haben sich verkalkuliert, als sie versprochen haben, das Ende der Milchquote durch Exporte zu kompensieren. Die Nachfrage auf dem Weltmarkt ist begrenzt und die Konkurrenz groß."

In Österreich gab es 2014 rund 31.500 Milchbauern mit 534.000 Kühen. Sie produzierten 3,06 Mio. Tonnen Milch. Die IG Milch hat nach eigenen Angaben rund 2.000 Mitglieder. Sie wurde 2004 aus einer Protestbewegung gegen Milchdumping-Preise bei großen Handelsketten gegründet. Im Jahr 2006 folgte die eigene Marke "A faire Milch", die sich bisher mäßig erfolgreich verkaufte.

(Grafik 0983-15, Format 88 x 105 mm)

Kommentare (2)

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joulrich
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Umstieg zu Bio-Heumlich fördern

Wir haben in Österreich genauso wie in Deutschland schon immer eine massive Überproduktion bei Milchprodukten, im Moment gehen 50% in den Export.
Warum sollte das vom Steuerzahler gefördert werden? Für regionale Bio-Heumilch zahle ich gerne im Einzelhandel die paar Cent mehr, dafür bekommen die Bauern im Moment auch noch 42-52 Cent.
Durch die aktuell niedrigen Preise schrecken einige Bauern vor den Investitionen zurück um auf Bio umzusteigen, das könnte man fördern.
Im Gegensatz zu konventioneller Milch ist Bio-Milch nicht nur gesünder sondern man hat auch kaum Konkurrenz aus dem Ausland.

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Hohenwanger
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Man kann noch so viel tun

Das Netzwerk arbeitet nicht für das, wozu es gebraucht wird.
Der Bauer hat die Garantie dass seine Produkte abgenommen werden.
Er verkauft die Ware die erzeugt der Genossenschaft die ihm gehört.
In der Genossenschaft sitzen die Vertreter in der Organisation die vom Bauer gewählt werden, die wiederum das Produkt zum Endverbraucher bringen.
Warum bringt die Organisation nicht das dem Bauer, das Geld welches ihm gehört.

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