Die Post, die in den nächsten Jahren 1.000 ihrer 1.300 Postämter schließen bzw. abgeben möchte, greift ab 2009 für ihre Postpartner auf dem flachen Land tiefer in die Tasche. Das gaben Post-Generaldirektor Anton Wais und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl am Donnerstag bekannt.

Reaktion auf Klagen. Die Post reagiert damit auf Klagen aus den Reihen ihrer Partner - oft Lebensmittelhändler in Landgemeinden -, dass die bisherigen Vergütungen kaum kostendeckend seien. Seit der letzten Schließungswelle vor drei Jahren hat die Post etwa 200 solche private Partner engagiert. Laut einem Anfang November durchgesickerten Strategiepapier will das halbstaatliche Unternehmen deren Zahl bis 2015 auf 940 fast verfünfachen. Gewerkschaft, Länder- und Gemeindevertreter laufen wie bekannt Sturm gegen die Auslagerungspläne.

Forderungen. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag erklärte Leitl seine Unterstützung für die rasche Schaffung eines modernen Postgesetzes für die Zeit nach der Voll-Liberalisierung ab 2011. Er unterstützt damit eine Forderung, die Wais schon seit längerem an die Politik richtet. Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), forderte steuerliche Erleichterungen und Förderungen für die Nahversorgungsinfrastruktur im ländlichen Raum.