Zu gut, um wahr zu sein. So könnte man die Debatte rund um die neu entdeckte Krankheit Bixonimanie zusammenfassen. Zuzuschreiben ist der große Wurf einer Frau namens Almira Osmanovic Thunström, Forscherin an der Uni Göteborg. Diese wollte herausfinden, wie einfach manipulierbar die populärsten KI-Chatbots unserer Zeit sind. Und so entdeckte sie die Bixonimanie nicht nur, sondern erfand die Augenkrankheit – Auslöser: übermäßige Bildschirmnutzung – gleich.
Im Medium Nature schilderte sie die Herangehensweise. Schon „der lächerliche Name“ hätte ausreichen müssen, um die Fälschung zu enttarnen. Denn, so Osmanovic Thunström: „Keine Augenerkrankung würde als ‚Manie‘ bezeichnet werden – das ist ein psychiatrischer Begriff.“ Dennoch etablierte die Schwedin die Krankheit, legte sich dafür einen digitalen Doppelgänger zu und publizierte in dessen Namen Blogposts und zwei Vorabdrucke einer Studie.
Erfundene Unis, erfundene Städte
In den Werken selbst baute Osmanovic Thunström zahlreiche Fehler ein. Sie erfand Namen von Unis, dachte sich Städte aus und dankte einer angeblichen Weltall-Forscherin als Inspiration. Die KI-Chatbots störte all das nicht. Microsofts Copilot sah rasch nach den Blogposts Bixonimanie als „faszinierende und relativ seltene Erkrankung“, Googles Gemini machte „übermäßige Blaulichtbelastung“ als Ursache aus und Perplexity AI sprach davon, dass einer von 90.000 Menschen von Bixonimanie betroffen sei.
Dazu passend eine Auswertung der New York Times. Diese kam zum Ergebnis, dass Gemini – Googles KI, die sukzessive für die Beantwortung verwendet wird – in neun von zehn Fällen richtige Antworten gibt. Was bedeutet, dass „pro Stunde zig Millionen fehlerhafte Antworten generiert werden“, wie das Start-up Oumi vorrechnet.