Nach den zuletzt deutlichen Kurseinbußen hat sich die Wiener Börse am Mittwoch wieder etwas erholt. Für Entspannung sorgte, dass die Öl- und Gaspreise von ihren Spitzen abfielen, was die Sorgen vor den wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs im Iran etwas dämpfte.
Der ATX schloss 1,51 Prozent höher auf 5515,85 Punkten. An den ersten beiden Wochentagen war der heimische Leitindex in der Spitze über sechs Prozent bis auf 5334 Zähler gefallen. Für den ATX Prime ging es am Mittwoch um 1,46 Prozent auf 2741,14 Zähler hinauf. Gewinne im ähnlichen Ausmaß verzeichneten auch andere europäische Börsenbarometer.
Bald grünes Licht für Schiffsverkehr?
Noch etwas besser lief es für den DAX und Euro Stoxx 50 mit einem Plus um 1,79 bzw. 1,74 Prozent. Positive Impulse lieferte am heutigen Berichtstag die Nachricht, dass der für die Energiesicherheit so wichtige Schiffsverkehr in der Straße von Hormuz bald wieder aufgenommen werden könnte, nachdem die USA gemeinsam mit Israel den Iran am Wochenende angegriffen hatten.
Am Mittwoch kamen die Energiepreise merklich von den Spitzenwerten des Vortages zurück, bleiben im Vergleich zur Vorwoche aber noch deutlich erhöht. Zuvor hatte eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump den Anstieg der Ölpreise gebremst. Demnach könnte die US-Marine Tanker bei der Durchfahrt eskortieren. Zudem stellte Trump Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region in Aussicht.
Marktexperte Christian Henke vom Broker IG bleibt kritisch: „Fakt ist, je länger die Blockade andauert, desto fataler sind die Auswirkungen für die Weltkonjunktur. Die Preise für Öl und Gas könnten dann durch die Decke schießen und jeglichen Wirtschaftsaufschwung im Keim ersticken.“ Die Freude an den Aktienmärkten könne ein wenig verfrüht sein.
Gewinner des Tages: AT&S und FACC
Einige Titel, die an den vergangenen Tagen deutlich Federn lassen mussten, zählten heute zu den größeren Gewinnern. So zogen FACC um 10,9 Prozent an. AT&S konnten sich um 7,4 Prozent erholen und Do&Co gewannen um 3,7 Prozent. Die schwer gewichteten Banken Erste Group und Bawag erholten sich um 2,8 respektive 1,1 Prozent.
Porr legten nach Zahlen um 2,4 Prozent zu. Der Baukonzern hat seine Gewinne im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 weiter ausgebaut. Die solide Ertragsdynamik und die robuste Auftragslage deute auf ein Aufwärtspotenzial gegenüber seinen Schätzungen hin, schrieb Analyst Michael Marschallinger von der Erste Group.