Der Wiener Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom hat im Geschäftsjahr 2024/25 deutliche Ergebnisrückgänge verzeichnet. Das operative Ergebnis (EBIT) sank von 70,3 Millionen auf 12,6 Millionen Euro, wie das börsennotierte Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Der Umsatz reduzierte sich leicht von 538,8 auf 530,3 Millionen Euro. Unter dem Strich steht ein Verlust von 6,9 Millionen Euro nach einem Gewinn von 23,2 Millionen Euro im Jahr davor.
Maßgeblich verantwortlich für den Rückgang waren laut Kapsch Entkonsolidierungen einzelner Auslandsgesellschaften, insbesondere der südafrikanischen TMT, deren Verkauf das EBIT mit 7 Millionen Euro belastete. Auch die Abgabe der Kontrolle an der weißrussischen Mautgesellschaft zu Jahresbeginn 2025 schlug sich in den Zahlen nieder. Im Vorjahr hatte noch ein positiver Einmaleffekt aus der Beilegung eines Schiedsverfahrens in Deutschland das Ergebnis deutlich angehoben.
Bereinigt um die entfallenen Gesellschaften hätte sich der Umsatz im Jahresvergleich rechnerisch um rund 3 Prozent erhöht, so das Unternehmen. Die EBIT-Marge schrumpfte von 13,0 auf 2,4 Prozent.
Um 3,9 Prozent mehr Umsatz im Mautsegment
Das Mautsegment, das 74 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, legte beim Umsatz leicht auf 393 Mio. Euro zu (plus 3,9 Prozent), das EBIT sank von 54,3 auf 12,0 Mio. Euro. Im Segment Verkehrsmanagement führten die Entkonsolidierungen zu einem Umsatzrückgang um 14,5 Prozent auf 137 Mio. Euro und zu einem EBIT von nur noch 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 15,9 Mio. Euro).
Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 19 auf 20 Prozent, die Nettoverschuldung ging von 106 auf 101 Mio. Euro zurück. Der Verschuldungsgrad sank auf 111 Prozent. Der Free Cashflow betrug 21 Mio. Euro (Vorjahr: 106 Mio.).
Fokus auf Effizienzsteigerung und Schuldenabbau
Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet Kapsch TrafficCom mit einem Umsatzrückgang auf rund 510 Mio. Euro, das EBIT soll gegenüber dem Vorjahr steigen. Weitere positive Einmaleffekte seien möglich. Der Fokus liege weiterhin auf Effizienzsteigerung und Schuldenabbau.