„In einer Welt, in der Talente die Wahl haben, reicht es für Unternehmen nicht mehr, bloß einen Job anzubieten“, sagt Marina Kuzmits. Die gebürtige Burgenlandkroatin und studierte Kommunikationswissenschafterin ist bei Uniqa Österreich für die Arbeitgeber-Markenbildung - neudeutsch: Employer Branding - zuständig und sieht ihre Aufgabe darin, „unsere Werte konsistent zu kommunizieren, und zwar nach außen und innen“. Diese Werte können nach frischen Buchteln schmecken, die Kuzmits für den Uniqa-Generationendialog vom Wiener Lokal „Vollpension“ servieren ließ. Sie können sich in kostenloser psychologischer Beratung für die Mitarbeiter widerspiegeln. Oder im mobilen Uniqa-Café, das vor Universitäten positioniert wird und dort potenziellen Nachwuchskräften Koffein einschenkt - ohne Bewerbungsdruck.
Identität, authentische Einblicke und Feedback sind die Säulen, auf denen Kuzmits Uniqa als Arbeitgeberin „aufbaut“. Regelmäßig organisiert sie Mitarbeiterbefragungen zu den Bedürfnissen im Job.
„Beständigkeit und Sicherheit sind stark gefragt. Generell Jobs mit Sinn, die persönliches Wachstum ermöglichen“, weiß Kuzmits. Auch Spaß im Job ist populär. Für 90 Prozent ist Spaß bei bzw. Freude an der Arbeit ein Karriereziel, ergab eine aktuelle Umfrage des Portals karriere.at. Somit schlägt der Spaß sogar die Gehaltserhöhung. „Spaß an der Arbeit ist entscheidend für langfristige Motivation. Formate wie unsere Arabella-Kiesbauer-Show sind Beispiele dafür, wie wir mit Humor, Leichtigkeit und Nähe in den Dialog mit Talenten treten“, heißt es vom Bauunternehmen Porr, das Employer Branding ebenfalls strategisch verankert hat und permanent anpasst - an Bedürfnisse, Lebenswelten und Kommunikationsverhalten der Ziel- bzw. Berufsgruppen. Motto der Porr-Kiesbauer-Show: „In unseren Videos geht es zwar nicht um Millionen, aber um Jobs fürs Leben.“
Auch soziale Initiativen, Nachhaltigkeit und gelebte Diversität im Unternehmen sind Job-Bewerbern von heute wichtig. Employer Branding wird zum Werte-Branding.
„Die größte Herausforderung besteht darin, die Versprechen, die man bei der Einstellung eines Bewerbers macht, im Arbeitsalltag einzulösen“, sagt Karin Probst, die sich für McDonald’s Österreich mit Employer Branding beschäftigt. Es geht um nicht weniger als 9600 Menschen aus 92 Nationen, die in den 200 Restaurants der 47 Franchisenehmer arbeiten. „In der aktuellen Kampagne Mäcci‘t happen stellen wir bewusst Diversität und Inklusion in den Mittelpunkt“, sagt die gebürtige Kärntnerin, die in Graz Jus studiert hat. Mehr als 200 Mitarbeitende mit Behinderung arbeiten aktuell bereits bei McDonald‘s – vom Gästeservice bis zur Teilschichtführung. Mit kostenlosen Deutschkursen für die Mitarbeiter will Probst „Unterstützung geben bei der Integration in den Arbeitsalltag“. Dem Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten kommt McDonald’s mit einer digitalen Dienstplan-App nach. Und auch Stefanie Kölbl, Personalmanagerin beim Baustoffkonzern Wienerberger, der in Österreich 800 Mitarbeiter beschäftigt, setzt auf flexible Arbeitszeiten, „die Raum schaffen für individuelle Lebensentwürfe“.