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MooskirchenSo helfen Enten Kindern beim Lernen

Das „Entenland“ fördert Stärken, um Defiziten vorzubeugen. Der Kindergarten Mooskirchen arbeitet seit zehn Jahren erfolgreich damit.

Die „Ente Oberschlau“ macht ständig Fehler. Die Kinder helfen ihr beim Lernen – und umgekehrt © Katharina Pillmayr
 

Selbstbewusst steht Nina in der Mitte des Sesselkreises und hebt einen Arm. Den rechten. Unter dem linken ist ihr Stoffhund eingeklemmt. Dann beginnt das Mädchen die Buben ihrer Gruppe im Kindergarten Mooskirchen abzuzählen. Flott und zügig kommt sie bis zur Zahl Neun. Das Lob von Leiterin Maria Gößler zaubert der kleinen Dame ein Grinsen ins Gesicht. Nach Nina ist Clara an der Reihe, um das Ganze zu wiederholen. Schüchtern steht sie in der Nähe ihres Stuhles. Sie ist vorsichtig und konzentriert, will keinen Fehler machen. Ganz leise sagt sie „1, 2, 3, ...“. Die anderen Kinder beginnen mitzuzählen, als würden sie Clara helfen wollen, ihre Unsicherheit abzulegen.

Spielerisch lernen

An diesem Tag befinden sich die 16 Mädchen und Buben im „Entenland“. Im Rahmen dieses Projektes werden strukturelles Denken, räumliche Wahrnehmung, erste mathematische Kenntnisse und sprachliche Fähigkeiten von Kindern ab zweieinhalb Jahren gefördert. Über einen spielerischen Zugang wird in zehn Einheiten präventiv mit Kindern an diesen Themen gearbeitet.

Das Programm wird über den Verein Schultüte ermöglicht, der sich um die Vorbeugung von Problemen beim Erlernen des Lesens, Rechnens und Schreibens bemüht. „Zu mir kommen immer wieder Zwölf- oder Dreizehnjährige, die den Unterschied zwischen einem Rechteck und einem Quadrat nicht kennen“, berichtet Roswitha Hafen, die den Verein 2013 mit fünf Pädagoginnen gegründet hat. Die Mooskirchnerin arbeitet seit 17 Jahren mit Kindern und weiß: „Wenn Kinder nicht sinnerfassend denken können, haben sie später grundlegende Schwierigkeiten.“

300 Kinder nahmen schon teil

Neun Kindergärten im Bezirk Voitsberg haben das „Entenland“ oder „Zahlenland“, welches die mathematische Bildung fördert, in den Alltag integriert. Dafür erhalten die Pädagoginnen eine spezielle Fortbildung, die sich an den Forschungsergebnissen des deutschen Mathematikdidaktikers Gerhard Preiß, der sich unter anderem mit den neurobiologischen Grundlagen des Lernens beschäftigt hat, orientieren. Jene 75, die diese absolviert haben, konnten bisher mit 300 Kindern trainieren.

Roswitha Hafen (links) gibt Seminare für Pädagogen im Bezirk, eine der Ersten war Maria Gößler vom Kindergarten Mooskirchen Foto © Katharina Pillmayr

Der Kindergarten Mooskirchen war unter den ersten und bietet die Programme mittlerweile seit zehn Jahren an. Besonders beliebt ist die „Ente Oberschlau“. Wenn die Pädagogin in ihre quietschgelbe Entenschürze schlüpft und „ich weiß schon alles ganz genau“ singt, beginnen die Kinder zu lachen. Heute lernen sie mehr über „außen und innen“. Auf der einen Seite des Pappendeckels ist eine Ente vor, auf der anderen Seite eine in einem Haus abgebildet. Je nachdem, welche Seite nach dem Drehen nach oben zeigt, ist die Gummiente beim Holzhäuschen zu platzieren. Dass es die Ente Oberschlau partout falsch macht, entgeht den Kindern freilich nicht. Schnell korrigieren sie den Fauxpas der kostümierten Pädagogin. „Die Ente Oberschlau macht ständig Fehler, die aber positiv dargestellt werden“, erklärt Gößler. „Das ist wichtig, denn ohne Fehler lernt man nicht“, ergänzt Hafen.

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