AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Indianermuseum: Neue Heimat in Köflach

Der einstige Gradener Pfarrer Karl Lukesch und sein Bruder Anton Lukesch waren in Südamerika als Missionare tätig. Deren Sammlung wird zukünftig ins Stadtmuseum Köflach integriert.

 

Du kannst den Regenbogen nicht haben, wenn es nicht irgendwo regnet." So lautet eine alte indianische Weisheit, die derzeit auf Köflach zutrifft. Geregnet hat es sinngemäß in der weststeirischen Gemeinde Preding, wo das Kürbismuseum vor zwei Wochen geschlossen wurde. Dort war in den letzten zehn Jahren auch die Indianersammlung von Karl und Anton Lukesch aus Graden untergebracht. Pfeil und Bogen, Federschmuck und Waffen kommen nun quasi als Regenbogen nach Köflach, wo man sich über die Leihgabe, die im Besitz des Landes ist, freut.

"Es war für uns überraschend, dass das Land an uns herangetreten ist. Ich bin sehr glücklich darüber", sagt Köflachs Bürgermeister Wilhelm Zagler. Eine Vorgabe des Landes ist es, die Ausstellungsstücke richtig zu lagern, bis sie im Rahmen der Neukonzeption des Stadtmuseums der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Kritik kommt von Insidern, die behaupten, die Sammlung, darunter wertvoller Federschmuck sowie dreidimensionale Darstellungen von Indianern aus Styropor, würde achtlos im Depot herumstehen und Gefahr laufen, von Mäusen angeknabbert zu werden. Aber Zagler versichert, dass das Inventar vorschriftsmäßig verpackt sei.

Museum auf Reisen

Schon seit Jahren hatte sich Alt-Dechant Engelbert Buc darum bemüht, dass die Sammlung in die Pfarre nach Graden kommt. Schließlich hatten sie Karl Lukesch, einst Pfarrer von Graden, und sein Bruder Anton Lukesch, der als Missionar tätig war, zusammengetragen. Unter Josef Krainer kaufte das Land die Sammlung, mit dem Erlös wurde unter anderem eine Krankenstation für die Asurini-Indianer, die die Lukesch-Brüder entdeckten, erbaut. In Nebenräumlichkeiten von Schloss Stainz wurde die Sammlung ausgestellt. 2003 fand das Indianermuseum im Kürbismuseum in Preding eine neue Heimat. Die damalige Begründung: Der Kürbis kommt auch aus Südamerika, die Kultur der Indianer und die Ölfrucht seien eng miteinander verbunden.

"Es wäre eine gute Möglichkeit, die Sammlung der Brüder Lukesch im neuen Stadtmuseum unterzubringen. Das würde ich sofort bejahen", so Buc. Die Versuche der Pfarrgemeinde Graden, das Indianermuseum im Pfarrhof auszustellen, seien unter anderem an den rechtlichen Rahmenbedingungen gescheitert. Denn ein Museum muss betreut und bewacht werden. "Die Frage war: Was passiert, wenn jemand einen Pfitschi-Pfeil mit nach Hause nimmt?", sagt Buc.

Für Historiker Ernst Lasnik wäre es die beste Lösung, wenn die Indianersammlung in ein Völkerkundemuseum eingegliedert würde. Eine solche Abteilung gebe es im Landesmuseum Joanneum aber leider nicht. Lasnik befürchtet, dass die Schaustücke nicht in die Konzeption des Köflacher Stadtmuseums passen würden. "Wenn, dann müsste man die Indianersammlung an den Personen Karl und Anton Lukesch aufziehen."

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren