Beim AMS in Voitsberg werden demnächst Handwerker, die in einem Dienstverhältnis stehen, erwartet. Sie sehen sich nicht um einen neuen Job um, sondern werden im Gebäude, wo ein Umbau ansteht, aktiv: Denn der Empfangsbereich wird komplett neu gestaltet. Somit wird der aktuelle Stand der Technik abgebildet und die Sicherheitsstandards werden erhöht.
Situation seit Corona verändert
Leicht positive Signale vermeldet Franz Hansbauer, Geschäftsstellenleiter des AMS Voitsberg, auch vom Arbeitsmarkt. „Die Lage hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Im Februar ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk Voitsberg um 1,5 Prozent gesunken. Damit gab es hinter Judenburg und Leoben steiermarkweit den drittstärksten Rückgang. Es gibt ganz zarte Anzeichen dafür, dass sich der Arbeitsmarkt positiv entwickelt.“ Eines davon ist, dass Betriebe wieder mehr Leiharbeiter aufnehmen würden. Insgesamt habe sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt aber seit Corona geändert. „Was viele Stimmen sagen: Die Wirtschaftslage war inzwischen eigentlich so, dass die Arbeitslosigkeit eigentlich höher sein müsste. Aber die Unternehmen haben aus der Corona-Pandemie gelernt, dass es besser ist, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten das Fachpersonal zu behalten, sonst hat man es auch nicht zur Verfügung, wenn sich die Auftragslage wieder bessert.“
Und wenn sich die Industrie auch in der Region momentan noch schwer tut, gibt es auch im Bezirk Voitsberg Lichtblicke. So kann das Röhren- und Pumpenwerk Bauer unter Managing Director Otto Roiss eine gute Auftragslage vermelden. Gehofft wird auch, dass sich die Baubranche nach der witterungsbedingten „Winterruhe“ heuer besser als in den vergangenen Jahren entwickelt. Die Zahl der offenen Stellen in der Industrie ist aber weiterhin überschaubar. Aktuell sind zwölf Jobs in der Industrie beim AMS gemeldet, davon aber nur sechs als Produktionsmitarbeiter. Branchenübergreifend gibt es 346 offenen Stellen, auch das sind fast 100 weniger als vor einem Jahr.
Mehr Bedarf als Lehrstellen
Schwierig ist die Situation auch am Lehrstellenmarkt. „Voriges Jahr waren deutlich mehr Jugendliche auf Lehrstellensuche, als es gemeldete Lehrstellen gab“, erläutert Hansbauer. Im Monatsschnitt waren es 40 Lehrstellensuchende bei nur 27 offenen Stellen. „Wenn der Trend dazu geht, dass weniger ausgebildet wird, wird der Fachkräftemangel dauerhaft verschärft.“
Doch warum sind demnächst die Schränke beim AMS Voitsberg leer? Das liegt an der Einführung der digitalen Akten und des digitalen Kundenkontos, das inzwischen meinAMS heißt. Da die Akten nur sieben Jahre aufbewahrt werden dürfen und danach vernichtet werden, werden in Voitsberg heuer die letzten Akten geschreddert.