Bezirk WeizSo viele Nächtigungen gab es zuletzt 1994

Im Tourismus geht es im Bezirk Weiz seit 2013 steil bergauf, im Vorjahr gab es das beste Ergebnis seit 23 Jahren. Betriebe und Marketing investieren, damit es noch besser wird.

Die Region rund um den Teichalmsee lockt im Sommer und Winter Touristen an © Jürgen Fuchs
 

Seit dem Jahr 2013 wachsen die Nächtigungszahlen im Bezirk Weiz stetig an. 2017 gab es im Vergleich zum Jahr davor nur einen kleinen Anstieg von rund 4700 Nächtigungen. Im Vergleich zu 2013 sind das aber rund 62.000 Nächtigungen mehr, was mehr als 20 Prozent Steigerung bedeutet. 2017 gab es damit im Bezirk das beste Ergebnis seit 23 Jahren (1994).

Ein Trend, der auch im gesamten Tourismusverband Oststeiermark bemerkbar ist. Hier war 2017 das stärkste Jahr aller Zeiten. „Das hat auch mit der Sicherheit zu tun, der Urlaub im eigenen Land in niveauvollen, qualitätsbewussten Betrieben ist den Leuten etwas wert“, sagt Eva Luckerbauer, Geschäftsführerin des Oststeiermark-Tourismus.
Die Übersicht der Landesstatistik Steiermark reicht bis in das Jahr 1980 zurück. Hier ergeben sich spannende Details. Im November 1980 etwa gab es im ganzen Bezirk nur 5900 Nächtigungen, im Vorjahr waren es 22.000. In den Sommermonaten Juli und August gab es dagegen 1980 noch die Sommerfrischler, die für 137.00 bzw. 153.000 Nächtigungen sorgten. Jetzt sind es nur noch 55.000 (Juli) und 61.000 (August).

Zahlen & Fakten

Nächtigungen im Bezirk Weiz:
1980: 649.495
1990: 500.318
2000: 397.605
2010: 386.830
2017: 430.970

Die Top 5 2017:

1. Fladnitz 106.847 Nächtigungen
2. Anger 66.533
3. St. Kathrein/O. 36.220
4. Fischbach 35.922
5. Weiz 31.576

 

„Unsere Hauptzielgruppe sind Städter aus Wien, Graz oder Linz, die sich ein paar Tage Auszeit nehmen vom Alltag und zum Beispiel Zeit ohne die Kinder verbringen. Mittlerweile ist der Herbst unsere wichtigste Jahreszeit, denn im Sommer fahren die Leute weiter weg“, erzählte Stefan Eder bei der Neueröffnung des „Wilden Eder“ in St. Kathrein/Offenegg. Diesen Kunden gehe es gar nicht so sehr um Ausflüge oder Freizeitprogramm, sondern um ein paar gemütliche Tage mit gutem Essen und viel Wellness.

Die großen Investitionen der Betriebe in Fladnitz, auf der Brandlucken, in Fischbach oder Miesenbach und St. Kathrein/O. zeigen, dass es sich nach wie vor lohnt, auf Tourismus zu setzen. Da die Ankünfte und Nächtigungen von Österreichern wohl den Plafond erreicht haben, geht es immer mehr darum, Gäste aus dem Ausland anzulocken. Von dem Plus seit 2013 entfällt mehr als die Hälfte (plus 35.000) auf ausländische Gäste.

Geschäftstourismus boomt

Auch der Geschäftstourismus rund um Gleisdorf, Weiz und St. Ruprecht ist ein wichtiger Zweig geworden. In Weiz haben sich die Nächtigungen seit 2010 fast verdoppelt, das schon Platz fünf der Gemeinden im Bezirk.
Auch in St. Ruprecht gab es wieder ein Plus von 2,5 Prozent auf 29.081 Nächtigungen. Dort hat man sich für 2020 die 30.000er-Grenze zum Ziel gesetzt. Dafür setzt man neben den Geschäftstouristen (Anteil ausländischer Gästen liegt bei 69 Prozent) auf die Radfahrer. Wie berichtet, wurden gemeinsam mit Weltrekordler Thomas Mauerhofer sieben Touren und Trainingscamps ausgearbeitet.

Damit es auch in Zukunft weiter aufwärts geht, investiert der Oststeiermark-Tourismus stark in das Marketing. „Wir haben jetzt mehr Geld zur Verfügung, in Deutschland, der Schweiz, Italien, aber auch in Ungarn wird kräftig geworben. Das Online-Marketing wurde verstärkt. Der Effekt daraus wird erst in ein paar Jahren spürbar sein“, erzählt Luckerbauer.

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