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Bezirk Weiz

Wie sich die Situation rund um die Flüchtlinge änderte

Seit dem heurigen Sommer ist die Anzahl der Asylwerber im ganzen Land sinkend. Es gibt mehr Quartiere, als gebraucht werden.

Andreas Raith-Pretterhofer, Chef von Weiz Sozial, Gudrun Eggenreich, seine Mitarbeiterin © Ulla Patz
 

Im heurigen Juli lebten 563 Asylweberinnen und -werber im Bezirk Weiz. Das war der Höchststand, inzwischen gibt es um fast 50 Asylwerber weniger im Bezirk. Etliche Unterkünfte stehen leer oder sind nicht mehr so dicht belegt.

Manche Einrichtungen wie etwa die in St. Kathrein am Offenegg gibt es gar nicht mehr. Dort lebten ursprünglich 60 Flüchtlinge, die Unterkunft aber wurde geschlossen. Der Vertrag der Betreuungsorganisation mit den Besitzern wurde nicht verlängert, die Bewohner wurden auf die bestehenden Quartiere aufgeteilt.

Vergleich

Im Vergleich zum November des Vorjahres aber leben noch immer mehr Asylwerber hier. Am 2. November 2015 gab es exakt 360 an der Zahl im Bezirk. In der gesamten Steiermark warten 10.901 Asylwerberinnen und -werber auf einen Bescheid.

Wo leben die meisten?

517 Asylwerber leben derzeit im Bezirk Weiz. Am meisten in absoluten Zahlen gibt es in Weiz (96) und Gleisdorf (86), in Bezug auf die Einwohner aber leben am meisten Flüchtlinge in Ratten (2,9 Prozent), gefolgt von den Gemeinden Markt Hartmannsdorf (1,6 Prozent) und Passail (1,3 Prozent).

Haben sie einmal einen positiven Bescheid, das heißt, wurde ihnen Asyl gewährt, fallen sie nach spätestens vier Monaten aus der Grundversorgung (und scheinen daher auch nicht mehr in dieser Statistik auf). Sie dürfen sich frei bewegen und haben Zugang zum Arbeitsmarkt. Bei Weitem nicht so viele Asylwerber wie im Vorjahr treffen jetzt noch in Österreich ein.

Diese Abarbeitung der Asylanträge dürfte auch der Grund für den Rückgang unter den Asylwerbern sein: Viele von ihnen ziehen, wenn sie einen positiven Bescheid bekommen, in die Bundeshauptstadt, weil dort schon Verwandte oder Freunde leben.

Flüchtlinge nach Gemeinden im Bezirk

14 von 31 Gemeinden im Bezirk beherbergen Flüchtlinge: Anger (23), Birkfeld (60), Gleisdorf (86), Ilztal (10), Markt Hartmannsdorf (47), Passail (55), Pischelsdorf (17), Ratten (34), St. Ruprecht (38), St. Margarethen (7), Sinabelkirchen (10), Strallegg (20), Thannhausen (14) und Weiz (96).

Auch in der Flüchtlingsabteilung des Landes Steiermark spricht man von Entspannung. Das Angebot an Quartieren übersteige derzeit den Bedarf. „Wir müssen jetzt die Wohnungen nicht mehr so dicht belegen“, heißt es aus der Presseabteilung von Landesrätin Doris Kampus.

Gerüstet sei das Land jedenfalls, wenn die Anzahl der Asylwerber in den Gemeinden wieder steigt, meint der Weizer Bezirkshauptmann Rüdiger Taus: „Wir wissen jetzt, wo wir Quartiere haben, auf die wir zurückgreifen können, wenn wir sie brauchen“, sagt er.

Flüchtlinge nach Bezirken

Insgesamt sind in der Steiermark 10.901 Asylwerber in der Grundversorgung gemeldet. Am meisten pro Kopf gibt es in den Bezirken Graz und Graz-Umgebung, Leibnitz und Murtal (rund ein Prozent).

Rund 0,9 Prozent der Bevölkerung machen die Flüchtlinge in den Bezirken Hartberg-Fürstenfeld und Voitsberg aus.

Etwa 0,8 Prozent der Bevölkerung sind in den Bezirken Liezen, Leoben und Deutschlandsberg Flüchtlinge.

Rund 0,7 Prozent der Bevölkerung machen die Flüchtlinge in den Bezirken Bruck-Mürzzuschlag und Murau aus.

Etwa 0,6 Prozent der Bevölkerung beträgt die Anzahl der Flüchtlinge in den Bezirken Weiz und Südoststeiermark.

Welche neuen Aufgaben hat „Flüchtlinge im Bezirk Weiz“?

Ende 2015 wurde die Plattform Asyl im Bezirk Weiz gegründet, um die Lösung der Flüchtlingsproblematik selber in die Hand zu nehmen. Unter anderem war geplant, eine eigene Flüchtlingsbetreuung aufzubauen, um die Integration der Geflüchteten inklusive Deutschkurse und Werteschulung sicherzustellen. Die Finanzierung (40.000 Euro für 2016) übernahm der Sozialhilfeverband.

Im heurigen März wurde der Verein „Weiz Sozial“ mit der Umsetzung beauftragt. In der Zwischenzeit aber änderte sich die Situation, der Druck der nachrückenden Flüchtlinge ließ nach. Zudem wies das Land der Organisation von Weiz Sozial nicht so viele Flüchtlinge zu, wie sie benötigt hätte, um selbst Flüchtlingsbetreuer anzustellen.

Also änderte Weiz Sozial seine Aufgabenstellung. Andreas Raith-Pretterhofer und Gudrun Eggenreich koordinieren nun die Arbeitsgruppen-Sitzungen der Plattform Asyl, sind aber auch Ansprechpartner für Gemeinden und Helferorganisationen. Sie organisieren für Ehrenamtliche am 14. 11. eine Info-Veranstaltung (18 Uhr, Garten der Generationen Krottendorf) mit einem Referat über Ehrenamtlichkeit.

Wer, was, wo?

Die Organisation „Flüchtlinge im Bezirk Weiz“ ist im Weizer Innovationszentrum III (Bfi-Haus) untergebracht.

Kontakt: Andreas Raith-Pretterhofer,
Tel. 0664-306 75 75.
Gudrun Eggenreich, Tel. 0664-121 82 34.
www.weiz-sozial.net