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Bezirk Weiz

Gemeinde klagt den "Rambo vom Kulm"

Da ein Teil des Kulm unter Denkmalschutz gestellt wurde, sperrte der Grundeigentümer den Zugang zum Gipfel. Nun wurde er deswegen auf Besitzstörung geklagt.

 

Siegessicher betritt Georg Schlatzer, Eigentümer des Gipfels des oststeirischen Kulm, den Verhandlungssaal 1 des Weizer Bezirksgerichts. Der Grund für sein Erscheinen: Er ist von der Gemeinde Puch bei Weiz sowie der dortigen Pfarre auf Besitzstörung geklagt worden. Denn nachdem das Bundesdenkmalamt eine prähistorische Wehranlage am Gipfel des Kulm gegen seinen Willen unter Schutz gestellt hatte, sperrte Schlatzer den Gipfel - sein Grundstück - gänzlich ab. Weder Wanderer noch Wallfahrer dürfen seitdem den Berggipfel, wo sich eine Kalvarienberggruppe befindet, betreten.

Besitzstörungsklage

"Eine Besitzstörungsklage ist schwierig zu verstehen", belehrt Richter Andreas Hofer den Beklagten, der auf anwaltliche Vertretung verzichtet hat. "Es ist zu erörtern: Konnte man vorher dort gehen und kann man dort jetzt nicht mehr gehen. Dann ist das Ganze eine aufgelegte Partie", dämpft der Richter die Zuversicht des Beklagten. Deswegen lege er den Streitparteien nahe, das Verfahren als Anstoß zu nutzen, um miteinander zu sprechen und so eine Lösung für das Problem zu finden.

Das sei auch ganz in Sinne der klagenden Parteien, versichert deren Rechtsanwalt Johann Schlatzer. Der Beklagte - kurioserweise verwandt mit dem Anwalt der Kläger - rückt von seiner Meinung aber keinen Deut ab: "Ich sperre den Kulm so lange zu, bis der Bescheid des Denkmalamtes aufgehoben wird." Was den Richter zur Aussage hinreißen lässt: "Schon wie Sie hereingekommen sind, habe ich geglaubt, Sie sind der Rambo vom Kulm - mit Hut und dem Kreuz."

Georg Schlatzer bleiben nun zwei Wochen Zeit, um Beweise einzubringen sowie Zeugen zu benennen. Danach geht das Verfahren weiter. Und falls er dieses verliert? "Der Kulm ist ja nach wie vor landwirtschaftlich genutzte Fläche. Ich könnte dann halt böse Tiere raufbringen", sagt Schlatzer.

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