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Jetzt darf niemand mehr auf den Kulm

Die prähistorische Höhensiedlung am Gipfel des Kulm wurde unter Denkmalschutz gestellt. Als Reaktion verbietet der Grundeigentümer nun allen Besuchern den Zutritt zum Gipfel

 

Betreten verboten - diese Worte grüßen derzeit jeden, der vom Gipfel des Kulms einen Blick in die oststeirische Landschaft werfen möchte. Angebracht wurden die Verbotstafeln von Grundeigentümer Georg Schlatzer. Warum das der Betreiber des Kulmwirt gemacht hat, ist jedoch für viele unbegreiflich.

Seit Jahren schwelt zwischen Schlatzer und dem Bundesdenkmalamt ein Streit, ob die prähistorische Höhensiedlung sowie die barocke Kalvarienberganlage auf dem Kulm unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Dieser Tage stellte schließlich das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur den Bescheid zu, wodurch die Höhensiedlung unter Denkmalschutz gestellt wurde. Schlatzers Reaktion: Er sperrte den gesamten Gipfel des Kulms für Besucher.

Die historische Siedlung mit Wallanlage stammt aus dem beginnenden ersten Jahrtausend vor Christus. "Es handelte sich dabei um eine Festungsanlage wie etwa am Ringkogel in Hartberg", erklärt Bernhard Hebert vom Bundesdenkmalamt, "damit ist es zweifelsohne ein höherrangiges Denkmal." Weshalb sich das Denkmalamt auch für eine Unterschutzstellung aussprach, was das Ministerium in zweiter Instanz bekräftigte. "Natürlich bedeutet Denkmalschutz eine gewisse Einschränkung für den Grundeigentümer", sagt Hebert. In diesem speziellen Fall sei ihm aber nicht ganz klar, welche Nachteile den Eigentümer treffen könnten. "Der Denkmalschutz kann in bestehende Nutzungen gar nicht eingreifen", so Hebert.

Kaum Einschränkungen

Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung des Grundstücks könnte also weiter vonstatten gehen. "Schlagend würde der Denkmalschutz nur, wenn dort ein neues Haus gebaut werden sollte, was dort wohl nicht zu erwarten ist", so Hebert weiter. Gerlinde Schneider, Bürgermeisterin von Puch, möchte nicht Öl ins Feuer gießen, sagt aber: "Grundsätzlich ist es eine Katastrophe, wenn die Leute nicht mehr auf den Kulm raufgehen können".

Sie möchte mit der Familie Schlatzer eine gütliche Lösung finden. "Schon im Sommer hatten wir einen runden Tisch zu diesem Thema, woran sogar der Bezirkshauptmann teilgenommen hat. Das war ein wirklich friedliches Gespräch", so Schneider. Dass es nun tatsächlich zu einer Sperre des Kulms gekommen sei, war eine Reaktion auf den kürzlich zugestellten Bescheid.

"Das ist unser Grundstück, wir sind ja nicht im Kommunismus", sagte Hedwig Schlatzer auf Nachfrage der Kleinen Zeitung, warum der Gipfel nun gänzlich für Besucher gesperrt ist. Zu einem weiteren Kommentar war die Familie jedoch nicht bereit.

Wie lange die Sperre bestehen wird, ist fraglich. Schon 2001 sperrte Georg Schlatzer den Kulm. Nach einer Klage durch Gemeinde und Pfarre Puch wurde die Sperre jedoch wieder aufgehoben. An eine weitere Klage sei derzeit nicht gedacht, heißt vonseiten der Gemeinde, und auch Pfarrer Johann Leitner möchte sich erst mit Bürgermeisterin Gerlinde Schneider besprechen, wie man weiter vorgehen werde.

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