Tiefe Trauer und große Betroffenheit in der Oststeiermark: Dienstagfrüh starb Noah bei einem Verkehrsunfall auf der B 64 bei Weiz. Der 16-Jährige saß am Beifahrersitz neben seiner Mutter. Das Auto war frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug, gelenkt von einer 20-Jährigen, kollidiert.
„Wenn man jemanden verliert, ist es immer zu früh. Wenn man jemanden so früh verliert, ist es definitiv viel zu früh“, suchte etwa St. Ruprechts Bürgermeister Franz Nöhrer nach Worten. „Viele sind nun fix und fertig.“ Große Betroffenheit herrschte auch bei der Firma Weitzer Parkett in Weiz. Der junge Mann hatte dort nämlich im vergangenen September eine Lehre zum Holztechniker begonnen. „Er war ein sehr lieber und engagierter Lehrling. Er hat auch geholfen, als in der Firma die Weihnachtsgeschenke für die Mitarbeiter hergestellt worden sind“, erzählt Michaela Mayr, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit.
Die Firma gestaltete eine eigene Parte: „Trotz der wenigen Monate, die Noah bei uns war, durften viele von uns Noah als bedachten und besonderen Menschen schätzen und kennenlernen. In der Zusammenarbeit erlebten wir einen jungen Menschen, der uns als Team mit seinem ruhigen Wesen und seiner verlässlichen Art bereicherte“, ist darauf unter anderem zu lesen. Das Unternehmen werde nun die Familie des Unfallopfers finanziell unterstützen. „Und es wird auch eine Spendenbox aufgestellt.“
„Es ist eine Ausnahmesituation“
„Wir wissen noch nicht, wie wir damit umgehen sollen. Es ist einfach tragisch, es ist eine Ausnahmesituation“, sagt indes Franz Bloder. Er ist Obmann des Fußballklubs SC St. Ruprecht an der Raab. Auf der Homepage des Vereins wurde eine Abschiedsnachricht verfasst. „Der SC St. Ruprecht/Raab trägt Trauer“, steht da zu lesen. Noah spielte seit mehr als zehn Jahren beim Verein, zuletzt in der zweiten Mannschaft. „Wir sind tief erschüttert und können es kaum in Worte fassen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihn kannten. Er wird immer ein Teil unseres Vereins bleiben. Ruhe in Frieden lieber Noah.“ Das Team hat am Samstag ein Heimspiel in St. Ruprecht. Da wird es eine Gedenkminute geben, die Mannschaft wird im Trauerflor antreten.
Belastender Einsatz
Geleitet wurde dieser so fordernde Einsatz von Leon Christandl, Kommandant der Feuerwehr St. Ruprecht. Die Feuerwehrleute waren schon sieben Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort. „Einige meiner Kameraden kannten das Unfallopfer“, schildert Christandl. Deshalb übernahmen dann zum Teil auch Feuerwehrleute aus dem benachbarten Weiz die unmittelbare Bergung des Verstorbenen. „Für einige Feuerwehrleute war es der erste tödliche Unfall.“ In internen Gesprächen versuchte man am Nachmittag, das Unglück einigermaßen aufzuarbeiten.
Autolenkerin geriet auf die Gegenfahrbahn
Die Tragödie hatte sich Dienstag knapp nach fünf Uhr früh ereignet. Eine junge Oststeirerin war in Richtung St. Ruprecht unterwegs. Auf Höhe des Sägewerks Ludwig Heinzl geriet sie auf die Gegenfahrbahn. Dort kam der Pkw, gelenkt von Noahs Mutter (42), entgegen. Die Autos prallten frontal zusammen und schlitterten in den Graben. Der junge Mann wurde im Fahrzeug eingeklemmt. Er konnte nur noch tot geborgen werden.