Mit Spitzenkandidat Karl Raith erzielte die FPÖ im oststeirischen St. Kathrein am Offenegg bei den Gemeinderatswahlen 2025 drei Mandate. Erst Ende 2025 formierte sich auch eine Ortsgruppe. Hier und auch bei den Sitzen im Gemeinderat steht nun ein Wechsel an: Aus privaten Gründen zieht sich Raith zurück. Er legt sein Mandat und den Vorsitz zurück.

Ergebnis der Gemeinderatswahl 2025

Wie Vizebürgermeisterin Silvia Gölles bestätigt, übernimmt letztere Funktion Thomas Schinnerl. Er sitzt auch im Gemeinderat. Das Mandat von Raith übernimmt Edith Schwaiger. Sie kam mit Listenplatz sechs zum Zug und wird bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch im Medienraum der örtlichen Volksschule angelobt.

Viel zu tun

Neben dem internen Funktionswechsel nimmt sich die junge Ortsgruppe einiges vor. Gölles schickt voraus, man will sich etwa dem Glasfaser-Ausbau annehmen: „Ist ein Ausbau in unserer weitläufigen Gemeinde wirklich sinnvoll?“, fragt sie sich. Und: „Wir haben sehr viele Vereine und wollen, dass die Vereinsförderung fair und gut aufgeteilt wird. Da gab es in der Vergangenheit unerklärliche Abweichungen“, sagt die Vizebürgermeisterin.

Auch für den Generationenspielplatz möchte sie sich einsetzen sowie für die Wiederbelebung von Leerständen: „Potenzial sehen wir da im Hotelkomplex Steinhauser.“ Ein Generationenhaus wäre vorstellbar.

Halbzeit-Lösung

Die Arbeit im recht „bunten Gemeinderat“ beschreibt Gölles als gut und nennt den Umweltausschuss als Beispiel, der in ihre Zuständigkeit fällt: „Wir haben ein grünes Mandat. Im Umweltausschuss gehört Robert Santner zu den wertvollsten Mitarbeitenden“, so die Vizebürgermeisterin, die sich mit der ÖVP auf eine „Halbzeit-Lösung“ geeinigt hatte.

Bürgermeister Manfred Straßegger (ÖVP, Mitte) mit Vizebürgermeisterin Silvia Gölles (FPÖ) und Johann Baumegger (ÖVP)
Bürgermeister Manfred Straßegger (ÖVP, Mitte) mit Vizebürgermeisterin Silvia Gölles (FPÖ) und Johann Baumegger (ÖVP) © Gemeinde St. Kathrein am Offenegg

Die ÖVP hatte ja die Zwei-Drittel-Mehrheit verloren, statt zehn hatte man nach der Wahl nur noch sieben Mandate. Sie benötigten also einen Partner. Manfred Straßegger blieb Bürgermeister. In den ersten zweieinhalb Jahren ist Gölles Vizebürgermeisterin. Danach wird sie von Johann Baumegger (ÖVP) abgelöst.