Landwirtschaft, Bildung und Wertschöpfung – all das wird am Gmoarieglhof in Markt Hartmannsdorf vereint. Dafür sorgen Lisa-Marie und Martin Gollowitsch. Sie reaktivierten den ruhenden Bauernhof ihrer Familie und starten mit Projekten wie „Patenhuhn“ oder „Krimi im Heu“ gerade richtig durch.

„Menschen, die selbst keinen Platz oder keine Zeit haben, Hühner selbst zu halten“ übernehmen über den Gmoarieglhof eine Patenschaft für ein konkretes Huhn – samt Namensgebung, Urkunde, monatlicher Eierlieferung und jederzeitigen Einblick in den tierischen Alltag über eine Kamera. Oder live über eine Aussichtsterrasse am Hof in Markt Hartmannsdorf.

Rund 40 Patenschaften sind bereits vergeben. Es gibt um die 70 Hühner. „Wir sind gerade dabei, aufzustocken“, verrät Gollowitsch und lacht. Einige neue Anfragen seien eingetrudelt.

Die Eier werden mittlerweile österreichweit verschickt
Die Eier werden mittlerweile österreichweit verschickt © Privat

Mehr als die Hälfte der Patenschaften wird österreichweit per Versand abgewickelt, insbesondere in städtische Regionen. Kinder lernen, woher Eier kommen, und entwickeln Verantwortung für „ihr“ Tier. „Uns war es wichtig, dass die Menschen dadurch einen Bezug zu den Tieren und der Landwirtschaft herstellen“, sagt Gollowitsch.

Hofladen und Events

Doch das war noch nicht alles: Zweimal die Woche backen die gelernte Floristin und der gelernte Maurer vier Sorten Brot im selbstgebauten Lehmofen und liefern bis in den Gleisdorfer Raum. Säfte, Seifen und Handwerkskunst ergänzen den Hofladen.

Lisa-Marie Gollowitsch organisiert neben Schule am Bauernhof, Kursen und Kinderfeiern auch Veranstaltungen wie „Krimi im Heu“. Am 27. Juni lesen Autorinnen wie etwa Claudia Rossbacher aus ihren Büchern vor. Damit ziehen die Gollowitschs ein völlig neues Publikum auf ihren Hof.

Für Preis nominiert

Aufgefallen sind die Oststeirer mit ihren Projekten auch der Landwirtschaftskammer. Sie zählen nun zu den Finalisten des Agrarinnovationspreises „Vifzack 2026“. Der Preis steht für Mut, Kreativität und Unternehmergeist der Bäuerinnen und Bauern. „Die Kandidaten erschließen neue Aktivitätsfelder, setzen Trends und gestalten aktiv die Zukunft ihrer Höfe. Mut und Ideen sind ihr Antrieb“, sagt Andreas Steinegger, steirischer Landwirtschaftskammerpräsident.

Die 17 eingereichten Projekte hat eine Fachjury bewertet. Zudem gab es ein Publikumsvoting. Am 11. März um 18 Uhr werden die Projekte bei einer Gala im Steiermarkhof in Graz gewürdigt. „Wir sind schon sehr aufgeregt“, sagt Gollowitsch. Für die Oststeirer dürfen also die Daumen gedrückt werden.