Neue Routen, gekappte Einstiegsstellen, geänderte Fahrtzeiten: Im Bezirk Deutschlandsberg häufen sich die Stimmen über Chaos im Busverkehr. Hauptbetroffen: Schülerinnen und Schüler. Grund für die Änderungen: Der Verbund hat im Bezirk Deutschlandsberg den Regiobusbereich neu konzipiert, um das Angebot zu verbessern und zu erweitern und so das Busfahren für mehr Menschen attraktiver zu machen. Zuvor war die GKB für die Fahrpläne zuständig.

Aufgrund der neuen Busfahrpläne sah sich etwa Hans-Peter Schelch aus St. Martin im Sulmtal veranlasst, seine zehnjährige Tochter vom BG/BORG Deutschlandsberg abzumelden. "Wir mussten sie seit Schulbeginn meistens selbst in die Schule bringen, weil das mit den Busfahrten nicht funktioniert hat", erzählt er. Die Heimfahrt war oft mit Wartezeiten von rund einer Stunde eine Herausforderung. Die Alternative, einen halben Kilometer entlang einer Bundesstraße ohne Fußweg zu gehen, sei zu gefährlich. Nachfragen beim zuständigen Verkehrsverbund Steiermark scheiterte, da die Telefonleitung dauernd besetzt gewesen sei. Nun blieb ihnen aus ihrer Sicht nichts anderes übrig, als die Schule zu wechseln.

Elternvertreter drängt auf Änderung

Schelch ist mit dem Problem der Änderungen nicht allein. Von einem reinen Chaos, das zum Himmel schreie, spricht Elternvertreter Franz Hopfgartner aus Stainz. "Wir haben die Schülerfreifahrt gekauft und uns darauf verlassen, dass es funktioniert. Die GKB war ein perfekter Bustransport, der Verbund hat einfach alles über den Haufen geworfen", echauffiert er sich. Es seien zudem auch Schüler anderer Schultypen betroffen. Aktuell organisiere man selbst, wie die Kinder in die Schule kommen. "Es muss sich rasch etwas ändern. Wenn nicht, bleibt uns nichts anderes übrig, als initiativ zu werden. So kann es jedenfalls nicht bleiben", betont der Familienvater.

Ferner klingeln die Alarmglocken auch im Bundesschulzentrum (kurz BSZ) von Deutschlandsberg. Durch die Fahrplanänderung ist es laut Gerda Lichtberger, Direktorin des BG/BORG und Hausverwalterin des BSZ, zu massiven Verschlechterungen in der Erreichbarkeit des Schulzentrums gekommen. Haltestellen werden laut Lichtberger nicht mehr angefahren, es gibt skurrile Routen, Verspätungen, geänderte Fahrtzeiten mit längeren Wartezeiten, die Liste an Beschwerden ist lang. Ferner berichtet sie, dass etwa ein Einsteigen in Rassach in den Bus von Stainz kommend wegen Überfüllung nicht möglich sei. "Seit Schulbeginn gab es zahlreiche Beschwerden von Eltern und Schülern, eine Schülerin wurde aufgrund dessen abgemeldet. Ich kann und werde solche Zustände nicht tolerieren", sagt Lichtberger entschlossen.

Es sei Aufgabe der Verkehrsbetriebe, die Schülerinnen und Schüler sicher und pünktlich an den Schulort zu bringen, nimmt die Direktorin den Verbund in die Pflicht.

Verbund räumt mögliche Fehler ein

Was sagt der Verbund dazu? Die Flut an Beschwerden, die seit dem ersten Schultag übermittelt wurde, ist laut Stephan Thaler bereits in Bearbeitung. Bemerkenswert: Das neue Konzept wurde laut ihm bereits im Juli umgesetzt, alle Haushalte und Schule wurden dahingehend informiert. Die Beschwerden werden allerdings ernst genommen. "Jetzt müssen wir uns anschauen, wo was möglicherweise schiefgegangen ist oder wir Lücken übersehen haben", räumt Thaler ein. Erste Änderungen im Fahrplan gibt es bereits mit Donnerstag, 22. September. Er bittet um Geduld und Verständnis. Beschwerden können telefonisch unter +43 50 678910 oder per Mail an feedback@verbundlinie.at übermittelt werden.