Rund 50 ukrainische Flüchtlinge hat Gerda Schaar vom Schilcherlandhof Stainz Anfang März nach Kriegsausbruch bei sich aufgenommen. "Mittlerweile sind es noch um die 40", erzählt die Wirtin. "Drei sind nach Wien abgereist, ein Paar lebt mittlerweile in einem Quartier der Caritas und einige sind zurück in die Heimat."

Zwei Drittel sind derzeit Kinder, der Rest deren Mütter. Sie leben in den Gästehäusern der Familie Schaar, welche für die komplette Verpflegung aufkommt. "Wir brauchen vier bis fünf Kilo Brot pro Tag; sie haben eine andere Esskultur – bei ihnen ist es normal, zu jeder Suppe ein Brot zu essen", sagt Schaar und zählt weiter auf: "Allein beim Frühstück gehen zwei bis drei Liter Milch auf." Teuer sind jedoch nicht nur die Lebensmittel. "Wir waschen für 40 Leute Wäsche, alle zehn Tage überziehen wir die Betten neu. Sie können sich vorstellen, was da aufgeht an Wasser, Strom und Waschpulver."

Bisher noch kein Cent eingelangt

Vom Land Steiermark habe sie bislang noch keinen Cent gesehen. "Anfangs hat es geheißen, wir bekommen 25 Euro pro Tag und pro Person. Dann waren es auf einmal nur mehr 21 Euro." Die Sozialabteilung des Landes Steiermark bestätigt den Tagessatz von 21 Euro, der österreichweit einheitlich gilt. Wie es zu der höheren Annahme kommt, ist unklar. Bei der sogenannten "Vollversorgung" sind drei Mahlzeiten sowie die Unterbringung inkludiert; die Asylwerbenden erhalten 40 Euro Taschengeld pro Monat.

Schaar fragt sich, wie man davon leben können soll. "Bei der Mindestsicherung bekommt man 30 Euro pro Tag." Sie habe mehrmals mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landes Steiermark telefoniert und unter anderem "menschenunwürdige Antworten erhalten". So habe ein Mitarbeiter gesagt: "Wenn Sie mit 21 Euro pro Tag nicht auskommen, dann werden wir die Leute abtransportieren", zeigt sich Schaar fassungslos. "Aber wir sprechen doch von Menschen und nicht von Paketen."

Trotz ihres Willens zu helfen, kommt sie langsam an ihre Grenzen. "Ich kann nicht für 40 Leute jeden Tag zehn Euro dazuzahlen." Zudem leide das eigene Privatleben darunter. "Wir kochen jeden Tag für sie, auch wenn ich freihabe. Sie brauchen etwas zu essen."

Immerhin soll diese Woche das Geld vom Land Steiermark eintreffen. "Prinzipiell ist vertraglich vereinbart, dass Quartiergeber im ersten Monat in Vorleistung gehen", heißt es seitens der Sozialabteilung. Danach könne eine Rechnung gestellt werden. Leider komme es gerade zu Beginn immer wieder zu inkorrekten Rechnungen, wie es auch bei Familie Schaar der Fall war. "Bei der ersten Abrechnung ist es oft schwierig, weil der Quartiergeber etwas nicht angegeben oder vergessen hat", so ein Sprecher der Sozialabteilung. In einem solchen Fall ist eine Rechnungskorrektur nötig. Sobald diese einlangt, werde alles überprüft und schließlich innerhalb eines Zahlungsziels von 30 Tagen ausbezahlt. Familie Schaar sollte das Geld spätestens diese Woche erhalten.

Enorme finanzielle Belastung

Bei den steigenden Preisen ist dies jedoch ein Tropfen auf den heißen Stein. "Das Land schickt Milliarden in die Ukraine, aber den Leuten, die hier helfen, wird nicht geholfen", kritisiert Schaar, die den Aufwand nicht mehr lange stemmen wird können, obwohl es ihr sehr leidtut. "Die Leute sind sehr dankbar, sie fragen immer wieder, ob sie wohl noch bleiben dürfen." Finanziell wird es auf Dauer jedoch unmöglich werden. "Ich hab anfangs damit gerechnet, dass sie zwei bis drei Wochen da sind, aber dass das jetzt Monate oder gar Jahre dauert ..."