Sie schreiben kulinarische Geschichte. Das Familienunternehmen Kollar-Göbl feiert sein 230. Jubiläum im Herzen von Deutschlandsberg. Seit 1796 wird Fleisch veredelt, im Restaurant aufgetischt und im Hotel Gäste willkommen geheißen. Derzeit führt mit Franz Josef und Georg Kollar die elfte Generation das Unternehmen.

Letzterer leitet mit seiner Frau Andrea Kollar das Restaurant und Hotel. Dass er einmal ins Familiengeschäft einsteigen werde, sei nicht immer so klar gewesen. In jungen Jahren habe sich seine Kochkunst auf Toast bis Eierspeis beschränkt. Feuer fing Kollar während seiner Lehre in Salzburg. Zurück im Betrieb tischte er einige Neuerungen auf und brachte sich mit einer großen Portion Leidenschaft ein. Die Freude am Beruf ist nach wie vor ungebrochen. „Bei uns stehen die Türen für alle offen, vom Arbeiter bis zum Manager. Es ist uns auch sehr wichtig, die Vereine und die Region zu unterstützen“, sagt der Wirt.

Fleischmanufaktur und Weingut

Franz Josef und Sabine Kollar kümmern sich indes um die Fleischmanufaktur in Deutschlandsberg und die Filiale in Graz sowie um das Weingut. Nach seiner Ausbildung in Hollabrunn, dem Meister in Bayern und einem Zwischenstopp als Berufsschullehrer widmete sich Franz Josef Kollar der Veredlung des Fleisches. Sukzessive bot er neue Produkte an. Seit rund einem Jahr wurde auch der Wein wieder verstärkt in den Fokus gerückt. „230 Jahre sind nicht selbstverständlich, vielleicht auch Motivation für andere Betriebe. Wenn es zwickt, muss man manchmal einfach reinbeißen und durchhalten“, zeigt Franz Josef Kollar auf.

Dass sich so ein Familienunternehmen von Krisen nicht in die Knie zwingen lässt, hat sie während Corona bewiesen. Es wurde investiert und die Zeit genützt, um alles auf den aktuellen Stand zu bringen. Mit Stolz können Matthias und Marianne Kollar, die vor einigen Jahren übergeben haben, auf die Geschichte und Zukunft blicken. „Ich habe nie zu meinen Kindern gesagt ‚Ihr müsst‘, sondern ihnen einfach die Arbeit gezeigt und wie viel Freude man damit haben kann und das ist aufgegangen“, erinnert sich der Familienvater.

Er war es auch, der vorausblickend Gasthaus und Fleischerei getrennt hat. Ein Visionär für seinen Betrieb und die Region, wie Bürgermeister Josef Wallner sagt und zum Jubiläum gratuliert. Manfred Kainz, Michael Fischer und Johann Reisenhofer von der WKO sowie Norbert Hess vom Weingut Jauk-Wieser gratulierten ebenfalls.