Wenn der Welschlauf am 2. Mai von Wies nach Ehrenhausen durch die Süd- und Weststeiermark führt, geht es heuer nicht nur um Tempo und Ausdauer. Der Traditionslauf stellt sich organisatorisch neu auf und will mit dem neuen Achtelmarathon gezielt auch jene erreichen, die bisher eher am Streckenrand standen.

„Es gibt ihn, den 31. Welschlauf!“, als Claudia Pronegg-Uhl diesen Satz beim Pressegespräch beim Mausoleum in Ehrenhausen sagt, ist das weit mehr als eine Ankündigung. Es ist ein Bekenntnis zur Zukunft dieses Laufs. An jenem Ort, an dem am 2. Mai alle Bewerbe enden werden, wird heuer auch ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Stabwechsel mit Rückhalt

Nach 30 Jahren übergibt Pronegg-Uhl, Organisatorin und prägende Kraft hinter dem Welschlauf, an ihre Tochter Katja Pronegg und ein junges Team – bleibt der Veranstaltung aber weiter eng verbunden. Beim Pressegespräch wurde dieses Team offiziell vorgestellt: mit neuen Aufgaben, neuen Ideen und neuer Energie.

Der Welschlauf ist dabei längst mehr als ein Sportevent. Seit 30 Jahren führt er über zwei Bezirke, durch zwei Weinbaugebiete und elf Welschgemeinden. Ohne diese Gemeinden gehe es nicht, betont Pronegg-Uhl: „Ohne die Welschgemeinden, ohne die Menschen an den über 20 Labestationen, ohne ihre Unterstützung und ihre Bereitschaft, mitzutragen, wäre ein Welschlauf nicht möglich.“

„Staffel-Übergabe“: Claudia Pronegg-Uhl (ganz rechts) übergibt symbolisch an das neue Welschlauf-Organisationsteam (v.l.n.r.): Katja Pronegg, Katharina Knapp, Matthias Prumofsky und Verena Uhl
„Staffel-Übergabe“: Claudia Pronegg-Uhl (ganz rechts) übergibt symbolisch an das neue Welschlauf-Organisationsteam (v.l.n.r.): Katja Pronegg, Katharina Knapp, Matthias Prumofsky und Verena Uhl © Brutmann

Heuer neu: das Achterl

Die auffälligste Neuerung 2026 ist der Achtelmarathon über 5,3 Kilometer mit Start beim Weingut Tement. Der neue Bewerb soll mehr sein als nur eine zusätzliche Strecke: eine Einladung an all jene, die sich bisher die längeren Distanzen nicht zugetraut haben. Katja Pronegg bringt es auf den Punkt: „Der Welschlauf soll ein Lauf für alle sein. Und fünf Kilometer läuft man leichter als zwölf Kilometer.“ Genau darum gehe es: mehr Menschen in Laufschuhen auf die Strecke zu bringen.

Der Achtelmarathon soll noch mehr Läuferinnen und Läufer für die Welschlauf-Teilnahme begeistern
Der Achtelmarathon soll noch mehr Läuferinnen und Läufer für die Welschlauf-Teilnahme begeistern © Welschlauf

Teamgeist statt Bestzeit

Dass der Welschlauf heuer neue Zielgruppen ansprechen will, zeigt auch der WelschWeingut Run. Dabei treten Weingüter der Region in Fünfer-Teams auf einer Strecke von rund 5,3 Kilometern gegeneinander an. Zusatzpunkte gibt es für Gemeinschaft: wenn ein Team weitere Weingüter oder Betriebe motiviert, mitzulaufen oder wenn es eine Geschicklichkeitsstation meistert. Im Mittelpunkt stehen nicht Bestzeiten, sondern „gemeinsamer Spaß an der Freud“, so das Organisationsteam.

Beim WelschWeingut Run treten erstmals Weingüter der Region gegeneinander an
Beim WelschWeingut Run treten erstmals Weingüter der Region gegeneinander an © Symbol/schiffer

Kinder malen für den Welschi

Ein Herzstück bleibt der Welschi-Sparefroh-Lauf. Etwa 800 Kinder waren zuletzt alljährlich dabei, heuer gibt es fünf Welschi-Standorte, an denen gelaufen werden kann. Neu ist ein Kreativwettbewerb: Kinder malen ihr persönliches Welschlauf-Bild, das Siegerbild wird zur Welschi-Startnummer des Jahres. Als Preis winkt ein Ausflug in die Welschregion für die ganze Klasse.

Heuer ebenfalls neu: ein extra langer Welschi über 4,8 Kilometer am Freitag in St. Johann im Saggautal, gedacht für ältere Kinder. Welschi-Organisator Matthias Prumofsky: „Wir wollen noch mehr Kinder dazu bringen, Spaß an der Bewegung zu haben.“

Heuer neu – der Welschi über die 4,8 Kilometer-Distanz
Heuer neu – der Welschi über die 4,8 Kilometer-Distanz © Waltl

Mehrweg statt Wegwerfbecher

Auch in Sachen Nachhaltigkeit setzt der Welschlauf 2026 Akzente: mit 20.000 Mehrwegbechern (möglich gemacht durch die Unterstützung des Abfallwirtschaftsverbands Deutschlandsberg und des Landes Steiermark), der Einladung zur Anreise mit dem Zug und organisiertem Shuttletransport vom Ziel zu den Starts.

Im Vorjahr verzeichnete der Welschlauf rund 1.400 Anmeldungen. Heuer könnte die Mischung aus Tradition, Staffelübergabe und neuen Bewerben noch mehr Laufbegeisterte ansprechen. Vielleicht ist genau das die Botschaft dieses Jahres: Der Welschlauf bleibt sich treu, indem er sich öffnet – für Stammgäste ebenso wie für jene, die heuer vielleicht zum ersten Mal mutig sagen: Jetzt lauf ich mit.