Am Abend des 21. Februar brach im Pferdezuchtbetrieb von Franz und Maria Gutschy in Aibl, Marktgemeinde Eibiswald, Feuer aus. Vierzehn Pferde konnten rechtzeitig vor den Flammen gerettet werden – dabei zog sich Franz Gutschy schwere Verletzungen zu. Zweieinhalb Wochen nach dem Unglück erzählt seine Ehefrau von der verhängnisvollen Nacht.

Kurz nach dem Besuch seiner Tochter begann Franz Gutschy gegen 21.30 Uhr einen abendlichen Rundgang durch die Pferdezucht. Er schaltete alle Lichter ab, sah nach den Pferden im Stall und ging auch kurz in einen angrenzenden Zubau. „Das ist eine kleine Hütte mit einem Tisch. Als er an dem vorbeigegangen ist, hat es plötzlich eine Explosion gegeben“, erzählt Maria Gutschy.

Akku dürfte Brand ausgelöst haben

Entgegen erster Vermutungen sei keine Gasflasche, sondern der Akku eines Baustellenradios explodiert. Die Kleidung des 52-Jährigen fing dadurch augenblicklich Feuer. „Mein Mann hat sich am Boden gewälzt und sich das brennende Gewand heruntergerissen“, erzählt Maria Gutschy mit tränenerstickter Stimme. Danach sei er sofort in den Stall gerannt und habe begonnen, die Pferde herauszulassen.

Währenddessen griffen die Flammen binnen kürzester Zeit um sich und erfassten neben dem Zubau auch das Stallgebäude. Ein Autofahrer wurde darauf aufmerksam und setzte die Rettungskette in Gang. Bald darauf bekämpften acht Feuerwehren mit 111 Einsatzkräften und 21 Fahrzeugen die Flammen.

Haut zu 30 Prozent verbrannt

Noch vor deren Eintreffen gelang es Franz Gutschy, dreizehn Pferde aus dem Stall zu befreien. Eine letzte Stute befand sich jedoch nach wie vor im brennenden Gebäude. „Es ist unvorstellbar, mit wie viel Kraft er das geschafft hat. Seine Haut war zu 30 Prozent verbrannt, aber er wollte nicht mit der Rettung mitfahren, solange die Stute noch dort drinnen ist“, erzählt Maria Gutschy. Dem herbeigeeilten Tierarzt und einem Helfer sei es schließlich doch noch gelungen, das Pferd zu retten.

Aufgrund seiner schweren Verbrennung am Oberkörper und der linken Hand liegt Franz Gutschy seither im Krankenhaus auf der Intensivstation. „Es hat Haut transplantiert bekommen und ist jetzt auf dem Weg der Besserung“, so die Ehefrau. Er lasse sich nicht unterkriegen und mache – sehr zum Erstaunen der Ärzte – bereits erste Gehversuche.

Am Hof in Aibl bemühten sich Freunde und Helfer in den letzten Tagen, die Pferdeboxen notdürftig instandzusetzen. Bis auf zwei Tiere konnten so alle Schützlinge der Familie im Zuchtbetrieb bleiben. „Wir haben Glück gehabt, dass so viel Schnee auf den Dächern gelegen ist. Dadurch hat sich der Brand nicht so schnell ausgebreitet“, sagt die Züchterin. Besonders dankbar sei man den beteiligten Einsatzkräften, die Schlimmeres verhindert hätten.

Da die abgebrannten und beschädigten Gebäude versichert sind, verzichtet das Ehepaar bewusst auf Spendenangebote. „Wir sind überzeugt, dass andere Leute viel dringender Hilfe brauchen als wir“, betont Maria Gutschy. Für sie zähle derzeit vor allem eines: dass ihr Mann wieder gesund wird. „Es ist schlimm, was passiert ist. Aber er ist schon auf der Hälfte des Berges angekommen.“