Am Sonntag (13. März) ist Welttag der Fremdenführer und Fremdenführerinnen. Die "Austria Guides" laden deshalb zu kostenlosen Führungen an verschiedenen steirischen Orten ein (siehe Infobox). Die freiwilligen Spenden von den Veranstaltungen in Graz kommen der Caritas zugute. Der Erlös in den steirischen Bezirken unterstützt die Kleine Zeitung-Aktion "Steirer helfen Steirern".
Die Pandemie hat die Berufsgruppe hart getroffen
Fremdenführerin Gudrun Haas wird Interessierte durch Feldbach führen. Sie nimmt an der Aktion teil, um auf die Berufsgruppe aufmerksam zu machen. Denn: "Außerhalb der Ballungszentren ist es noch immer wenig bekannt, dass es uns gibt. Man sagt: 'Das machen eh Ehrenamtliche.'" Dabei sei es ein Gewerbe, für dessen Erhalt man auch eine Prüfung ablegt.
Haas ist seit dem Jahr 2006 Fremdenführerin. "Seit meiner Jugend war Geschichte für mich wichtig. Ich wollte immer hinter die Geschichten blicken, habe mich gefragt, warum, weshalb, wieso", erzählt die Südoststeirerin. Die Corona-Pandemie hat sie und ihre Berufskollegen aber schwer getroffen. "Wir hatten ja ein Berufsverbot. Es ging uns wie der Gastronomie. Hätte ich nicht einen zweiten Beruf oder wäre Alleinverdienerin, hätte ich fast zwei Jahre lang kein Einkommen gehabt."
"Angst der Nähe" – Geschäft läuft schleppend an
Und auch jetzt läuft das Geschäft nur schleppend an – trotz zahlreicher Öffnungsschritte der Bundesregierung. "Die Angst vor Nähe" halte viele weiterhin davon ab, Touren zu buchen. Es gebe bislang auch sehr wenige Ausflugsfahrten. "Es ist alles reduziert." Der Krieg trage sein Übriges dazu bei und Haas hat dafür auch Verständnis: "Auch meine Lust auf einen Urlaub ist schaumgebremst, wenn ein paar 100 Kilometer entfernt Menschen eine Tragödie erleben."
Feldbach mit anderen Augen sehen
Der Welttag der Fremdenführer ist für Haas aber ein kleiner Lichtblick. An diesem Tag sollen die Teilnehmer "Feldbach mit anderen Augen sehen". Nämlich aus dem Blickwinkel der Religion. Was hat es beispielsweise mit der Region gemacht, dass Evangelische vertrieben wurden? Religion ist für Haas ein Steckenpferd. Als Fremdenführerin zeigt sie Orte aber aus vielen Blickwinkeln – etwa aus jenem der Architektur, anhand von Persönlichkeiten oder ausgehend von Jahreszahlen.