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Mogersdorf

Diese Strafverfügung sorgt für Wirbel im Netz

Was damit die "Wild-Yamswurzel", die Azteken und die Mayas zu tun haben.

Dieses Posting sorgte für Aufregung auf Facebook © Facebook
 

Mit diesem Echo hat Michael Ehrenberger – Mediziner und Geschäftsführer von „Dr. Ehrenberger Bio- und Naturprodukte“ – nicht gerechnet. Auf der Facebookseite seines Unternehmens mit Sitz in Mogersdorf (Bezirk Jennersdorf) tat er kürzlich seinen Unmut über eine Strafverfügung kund. Für die Aussage „Sowohl die Azteken als auch die Mayas verwendeten die Wurzeln der Wild-Yamswurzel therapeutisch“ muss der Mediziner nämlich 235,90 Euro berappen – wobei den Großteil die Untersuchungskosten des Instituts für Lebensmittelsicherheit Wien ausmachen. 70 Euro macht die Strafe aus.


Sein Posting mit dem Titel „Alle Jahre wieder!“ – es sei bereits die dritte Strafe ähnlicher Natur – wurde mehr als 1360 Mal geteilt, vielfach – vor allem von Kritikern der Pharmaindustrie – kommentiert und löste eine Diskussion aus. „Ich konnte gar nicht alle Kommentare beantworten“, freut sich der Mediziner, dessen Unternehmen 20 Mitarbeiter zählt, über den großen Zuspruch.

Klares Prozedere


Kritik mussten in den Kommentaren auch die Bezirkshauptmannschaft Jennersdorf, die die Strafverfügung erteilte, sowie die Ages (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH), von der es ein Gutachten gab, einstecken. Aus der Presseabteilung der Ages heißt es und auch Reinhold Kulovits, Referatsleiter bei der BH, erklärt, dass es ein klares Prozedere gebe, nach dem vorgegangen wird.


Auch Ehrenberger betont im Gespräch mit der Kleinen Zeitung, dass sowohl die Bezirkshauptmannschaft als auch die Ages sich nur an das Gesetz gehalten haben, auch wenn er meint, man hätte ein Auge zudrücken können. Er ist überzeugt, dass das eigentliche Problem bei der Europäischen Union und den Lobbyisten der Pharmaindustrie liege.
Die Aussage verstößt gegen Artikel 12 der Verordnung (EG) 1924/2006. Diese besagt unter anderem auch, wie Kulovits erklärt, dass Angaben, die auf Empfehlungen von einzelnen Ärzten oder Vertretern medizinischer Berufe verweisen, nicht zulässig sind. „Wir haben das Gutachten für schlüssig empfunden“, so Kulovits, der betont, dass es immer die Möglichkeit gebe, mit Rechtsmitteln dagegen vorzugehen. Das will Ehrenberger nicht machen: „Ich nehme es ja mit Humor.“

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