Ältere auf dem Arbeitsmarkt - aus dem einstigen Problem, ein oder zwei Jahre bis zur Pension zu überbrücken, sind heute Jahrzehnte geworden. Gelten doch Menschen, die den 45. Geburtstag hinter sich haben, schon als schwer vermittelbar. "Diese sogenannten Älteren sind im Bezirk Feldbach derzeit nicht die größte Problemgruppe, aber angesichts der demographischen Entwicklung rechne ich mit zunehmender Brisanz dieses Themas", erklärt Marianne Suppan, Leiterin des Arbeitsmarktservice (AMS) Feldbach.
Chancen. Nach ihren Beobachtungen hätten Ältere - nach den Vorgaben des AMS sind das Frauen ab 45 und Männer ab 50 Jahren - die in Betrieben integriert seien, durchaus Chancen. Wenn jemand jedoch aus dem Erwerbsleben hinaus falle, sei die Wiedereingliederung schwierig. Verantwortlich dafür sind, so Suppan, Meinungen der Wirtschaft, aber auch Bilder, die ältere Arbeitnehmer von sich hätten.
Befragung. Vom AMS Feldbach wurden 15 Betriebe befragt. Gegen die Beschäftigung älterer Mitarbeiter wurde angeführt, dass sie zu teuer seien, Stress und Druck nicht gewachsen und eher wenig flexibel seien, wenn es gelte neue Herausforderungen anzunehmen. Für Ältere spreche hingegen die Erfahrung, das Fachwissen und ein größeres Zugehörigkeitsgefühl zur Firma.
Langzeitarbeitslosigkeit. "Bei den älteren Arbeitslosen merke ich, dass sie schneller resignieren, wenn sie keine Arbeit finden, es fehlt ihnen ein Ziel und sie sind daher eher von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht. Außerdem ist das Bewusstsein für lebenslanges Lernen nicht so ausgeprägt", stellt Suppan fest. Von den Betrieben würden allerdings ältere Arbeitnehmer seltener zu Schulungen geschickt: Nur 10,5 Prozent der Frauen und 8,9 Prozent der Männer ab 45 beziehungsweise 50 Jahren. Mangelnde Ausbildung sei ausschlaggebend dafür, dass ältere Menschen arbeitslos würden. Suppan: "50 Prozent der am AMS vorgemerkten älteren Arbeitsuchenden haben nur Pflichtschulabschluss."
Handlungsbedarf. Wenn der Bezirk Feldbach auch derzeit mit einem Anteil Älterer an der Gesamtarbeitslosigkeit von 20,9 Prozent bei Frauen und 18 Prozent bei Männern steiermarkweit am niedrigsten liege, bestehe jetzt schon Handlungsbedarf. "Wir müssen sowohl Betriebe wie Arbeitnehmer sensibilisieren. Immerhin hat ein Mann mit 53 Jahren noch zwölf Jahre Erwerbsleben vor sich. Eine wichtige Frage an ältere Arbeitnehmer dreht sich daher darum, was im Berufsleben noch erreicht werden soll."
Bemühungen erforderlich. Für ältere Arbeitslose hat das AMS Feldbach eine Gruppe mit 18 Teilnehmern installiert, in der gemeinsam mit Trainern Perspektiven und Qualifikationsmodelle erarbeitet werden. "Klar ist jedenfalls, dass mit dem Anstieg des tatsächlichen Pensionsalters auch Bemühungen des AMS für 56-jährige Menschen unbedingt erforderlich sind", verweist Suppan insbesondere auch auf die Problematik des Facharbeitermangels, der von der Wirtschaft ständig beklagt werde.
Verstärkter Einsatz für ältere Arbeitnehmer
Mit verstärktem Einsatz für ältere Arbeitnehmer will das Arbeitsmarktservice Feldbach einem Zukunftsproblem schon jetzt vorbeugen.
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